Wechsel nach Dortmund

Pastor Stefan Tausch nimmt Abschied von St. Bonifatius

Stefan Tausch wirft einen Blick zurück auf das St.-Bonifatius-Haus und die Zeltkirche (links). Seit November 2010 ist er hier Direktor, im Sommer wechselt er in die Dortmunder Innenstadt. Fotos:Stefanie Bald

Stefan Tausch wirft einen Blick zurück auf das St.-Bonifatius-Haus und die Zeltkirche (links). Seit November 2010 ist er hier Direktor, im Sommer wechselt er in die Dortmunder Innenstadt. Fotos:Stefanie Bald

Elkeringhausen.   Aus der Idylle in die City: Der Direktor des Bildungs- und Exerzitienhauses wechselt in die Dortmunder Innenstadt. Abschiedsfeier am 17. März.

Vor dem Neustart gibt es eine Pause. Wenn Stefan Tausch am 17. März als Direktor des Bildungs- und Exerzitienhauses St. Bonifatius verabschiedet wird, nimmt er zunächst eine Auszeit. Mitte Juli nimmt er dann seine neue Arbeit auf – die von den äußeren Rahmenbedingungen her kaum unterschiedlicher sein könnte. Tausch übernimmt die Leitung des Katholischen Forums Dortmund. Weg aus der grünen Oase oberhalb von Elkeringhausen mitten ins Herz einer 580.000-Einwohner-Stadt. Dort wird er nicht nur arbeiten, sondern auch wohnen. Weg auch von einer Klientel, die aus eigenem Antrieb in einem christlichen Haus Kurse bucht.

In seiner neuen Jobbeschreibung steht unter anderem, dass er „innovativ-citypastorale Projekte und pastoral-experimentelle Angebote für spirituell Interessierte“ erarbeiten und durchführen wird. Neben ihm hat das Forum noch zwei weitere haupt- und zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter. Sein Angebot deckt das gesamte Stadtgebiet ab, es versteht sich als Ergänzung zu den Kirchengemeinden. Teamarbeit, das betont Tausch immer wieder, sei hier wie dort der Schlüssel zum Erfolg.

Neuer Job: experimentieren

Ideen und Fantasien für die innovativ-citypastoralen und experimentellen Projekte habe er sehr wohl im Kopf; wie genau sie jedoch aussehen werden, steht noch nicht fest. „Da läuft ja auch schon viel, dank des engagierten Teams.“ Was Tausch und die beiden anderen Hauptamtlichen aber zuerst tun wollen, wissen sie schon: Zu Fuß, mit dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln wollen sie Dortmund intensiv erkunden und viele seiner Menschen kennenlernen. „Die Idee hinter dem Forum ist, rauszugehen, hinzuhören und hinzusehen.“

Dieser Ansatz ist Tausch nicht fremd. Auch im St. Bonifatius pflegt man einen zwar klaren, aber unaufdringlichen Weg der Einladung zum Christsein. „Mehr zeltige Kirche ausprobieren“ nennt Tausch das mit Verweis auf die Zeltkirche, die sehr erfolgreich im St. Bonifatius angeboten wird. Das bedeutet: niedrigschwellige Angebote, bei denen – auch das betont er immer wieder – Menschen sich auf Augenhöhe begegnen sollen. Missionierungseifer sei völlig fehl am Platz. Angst vor anderen Meinungen oder Ablehnung habe er nicht. Zwar überfalle ihn angesichts des anstehenden radikalen Wechsels hin und wieder die Furcht vor der eigenen Courage, aber „es wird Gelingen und Misslingen geben. Lieber ausprobieren und scheitern als sich raushalten“, sagt er.

„Hier im St. Bonifatius ist in den vergangenen Jahren das Programm umfangreicher geworden, die Auslastung höher, die Zahl der Arbeitsplätze ist gewachsen. Wir haben hier eine Kirche des Wachstums erlebt, was ja nicht selbstverständlich ist.“ Vielleicht findet sich für Dortmund ein ähnliches Erfolgsrezept, oder ein anderes.

Projekte für 2019 und 2020

Wenn Tausch fort ist, wird im St. Bonifatius nichts stillstehen. Die Leitung übernimmt bis Oktober die stellvertretende Direktorin Silke Otte. „Natürlich werden wir es merken, wenn eine volle Stelle fehlt. Ich sehe der Übergangszeit aber mit froher Gespanntheit entgegen“, sagt sie. Pläne und Aufgaben gibt es genug: Die Abstimmung mit den rund 120 Referenten und Kursleitern für das Programm 2020 ist in vollem Gange; für die Zeltkirche sind dieses Jahr Gastpriester eingeladen, damit die Eucharistie wie gewohnt gefeiert werden kann.

Außerdem plant das Team 2019 die Anlage eines Mehrgenerationen-Spielplatzes auf der alten Ziegenweide. „Wir wollen den Bereich Erlebnispädagogik und Sport ausweiten“, sagt Otte. Nächstes Jahr werde man dann die Renovierung der Kapelle in Angriff nehmen. Bis dahin steht das Team auch wieder in voller Stärke: Am 1. Oktober tritt der neue Direktor Dr. Andreas Rohde seinen Dienst an.

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