Ermittlungen

PETA-Film: Staatsanwalt durchsucht Ziegenhof bei Brilon

Foto: Jürgen Hendrichs

 Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon.   Die Staatsanwaltschaft hat Stallungen und Melkstand des Ziegenhofs bei Brilon in Augenschein genommen. Hintergrund ist das PETA-Video.

Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hat am Montag nach einem richterlichen Beschluss den Hof, die Stallungen und den Melkstand des Ziegenhofes bei Brilon durchsucht, der nach einem Film der Organisation PETA ins Kreuzfeuer der Kritik geraten war. Das bestätigte Behördensprecher Thomas Poggel der Westfalenpost.

Der Hauptgrund für die Untersuchung sei zu prüfen, ob das in Umlauf gebrauchte Video in allen Abläufen authentisch sei. „So wie sich die baulichen Gegebenheiten zum jetzigen Zeitpunkt darstellen, stimmen vor Ort einige Dinge nicht mit den Sequenzen im Film überein“, sagte Poggel nach einer ersten Auswertung.

In den kommenden Wochen weitere Zeugen in dem Fall befragt.

Dafür gebe es zwei Erklärungen: Entweder stammen nicht alle Aufnahmen – wie von PETA stets beteuert – von dem Briloner Ziegenhof oder auf dem Gelände wurden zwischenzeitlich bauliche Veränderungen vorgenommen. „Das gilt es jetzt in den weiteren Ermittlungen zu prüfen“, so Poggel. In den kommenden Wochen würden weitere Zeugen in dem Fall befragt.

Der Anwalt des Hofbetreibers, Dr. Walter Scheurl hatte im Februar in Zweifel gezogen, dass alle Aufnahmen des Films auf dem Briloner Ziegenhof entstanden sind. Die Organisation PETA und ihr Kronzeuge Sven W. hatten dagegen wiederholt beteuert, dass das Filmmaterial ausschließlich von dem Biohof stammt.

Zum weiteren Stand der Ermittlungen – auch ob strafrechtlich relevante Verstöße auf dem Film zu sehen sind – wollte sich die Staatsanwaltschaft am Dienstag nicht äußern.

Facebook-Anzeigen bei Staatsanwaltschaft eingegangen

Unterdessen hat die Behörde aber auch den Eingang von Anzeigen des Hochsauerlandkreises bestätigt. Der Kreis wirft acht Facebook-Nutzern vor, Mitarbeiter des Veterinäramts beleidigt und diffamiert zu haben. Die Ehrverletzung hätten ein Ausmaß angenommen, dass man sich gezwungen gesehen habe, mit diesem Schritt zu reagieren, so ein Kreissprecher.

PETA hatte im Februar den Film in Netz gestellt, der angeblich schwere Missstände bei der Haltung von Tieren auf dem Bio-Ziegenhof zeigt. Bei Facebook wurde eine Kampagne gegen den Betrieb gestartet. Dem Veterinäramt wurde vorgeworfen, versagt zu haben. Der Hofbetreiber sowie zwei seiner jetzt ehemaligen Mitarbeiter und Mitarbeiter des Veterinäramts waren von PETA angezeigt worden.

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