Tiere

PETA: Veterinäramt im Hochsauerland besonders tierfeindlich

Ein Blick in den von PETA kritisierten Ziegenhof. Das Verfahren gegen den Hofbetreiber wurde mittlerweile eingestellt.

Ein Blick in den von PETA kritisierten Ziegenhof. Das Verfahren gegen den Hofbetreiber wurde mittlerweile eingestellt.

Foto: Jürgen Hendrichs

Hochsauerlandkreis/Brilon.   PETA kritisiert Amtstierärzte im HSK wegen des Falls „Ziegenhof Brilon“. Die Staatsanwalt stellt unterdessen das Verfahren gegen den Bauern ein.

Der Verein PETA hat in einem intern erstellten Ranking das Veterinäramt des Hochsauerlandkreises zur „Tierfeindlichsten Veterinärbehörde Deutschlands 2017“ gekürt. Hintergrund ist der Fall „Ziegenhof Brilon“. Das Verfahren gegen den Landwirt ist mittlerweile aber eingestellt.

Dem Veterinäramt wird von PETA Versagen und mangelndes Engagement für den Tierschutz auf dem Ziegenhof bei Brilon vorgeworfen. PETA hatte Anfang 2017 Mitarbeiter des Veterinäramts sowie den Landwirt und seine Mitarbeiter angezeigt, nachdem die Organisation heimlich gedrehte Filmsequenzen vom Gelände des Hofes veröffentlicht hatte.

Kein hinreichender Tatverdacht gegen den Landwirt

Die Ermittlungen gegen den Betreiber des Ziegenhofes hat die Staatsanwaltschaft Arnsberg unterdessen mangels hinreichendem Tatverdacht eingestellt, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Arnsberg, Thomas Poggel, am Mittwoch der Westfalenpost: „Gegen diesen Bescheid hat PETA Beschwerde eingelegt.“ Über die Zulässigkeit entscheidet jetzt die Oberstaatsanwaltschaft Hamm.

Der Verein PETA hatte Anfang 2017 einen heimlich gedrehten Film von einem Bio-Bauernhof bei Brilon veröffentlicht. Darin wurden Missstände bei der Haltung von Ziegen angeprangert. In dem dreiminütigen Beitrag ist unter anderem zu sehen, wie ein Mitarbeiter mit einem Stock und mit seiner Faust auf Ziegen im Melkstand einschlägt.

PETA: Unter einem Bio-Siegel schwer misshandelt

„Die Ziegen wurden unter einem Bio-Siegel schwer misshandelt“, sagt Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA. „Die Tiere waren ihren Peinigern schutzlos ausgeliefert, da das Veterinäramt den Betrieb auch nach mehreren Hinweisen offenbar nicht gewissenhaft kontrollierte – ein verdienter Platz unter den schlechtesten Behörden 2017“, urteilt er.

Der Hofmitarbeiter, der die Tiere geschlagen hatte, war nach Angaben des Rechtsanwalts des Hofinhabers entlassen worden, nachdem dem Landwirt die Aufnahmen gezeigt wurden. Im weiteren Verlauf des Films werden Szenen aus einem Ziegenstall gezeigt. PETA kritisiert die Haltung der Tiere als nicht artgerecht. Die Tiere seien stark unterernährt und krank, so der Verein.

Veterinäramt widerspricht PETA-Darstellung

Dieser Darstellung hatten sowohl das Veterinäramt des Hochsauerlandkreises als auch der Inhaber des Hofes widersprochen: Ein Großteil der Tiere sei zwar erkrankt, es handele sich um ein häufig vorkommendes Krankheitsbild bei Ziegenherden: Pseudo-Tuberkulose – eine chronische, bakterielle Infektionskrankheit, die im fortgeschrittenen Stadium einen sukzessiven Austausch der Herde notwendig macht.

Kreis nimmt Ranking zur Kenntnis

Das Kreis-Veterinäramt hatte darüber hinaus stets beteuert, bei regelmäßigen Kontrollen nur geringfügige Mängel auf dem Hof bei Brilon festgestellt zu haben. Die Zustände seien im Großen und Ganzen nicht zu beanstanden gewesen. Vor diesem Hintergrund sagte Kreissprecher Jürgen Uhl: „Wir haben das Ranking mit dem zweifelhaften Ergebnis zur Kenntnis genommen.“

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