Corona

Popcorn und Kino-Flair: Filmtheater Winterberg öffnet wieder

Das Kino läuft wieder. Das Filmtheater Winterberg nimmt unter Einhaltung der Corona-Schutzauflagen seinen Betrieb am Donnerstag wieder auf.

Das Kino läuft wieder. Das Filmtheater Winterberg nimmt unter Einhaltung der Corona-Schutzauflagen seinen Betrieb am Donnerstag wieder auf.

Foto: Fabian Strauch / FUNKE Foto Services

Winterberg.  Elf Wochen war es zu: Jetzt läuft es wieder. Das Filmtheater Winterberg will ein Zeichen setzen und nimmt seinen Betrieb wieder auf.

Es zieht wieder Popcorn-Duft durch die Nuhnestraße – und natürlich auch ein Hauch von Hollywood. Das Filmtheater Winterberg nimmt seinen Betrieb ab Donnerstag wieder auf. Elf Wochen lang blieb der rote Samtvorhang geschlossen: Corona. Jetzt darf Kino wieder anlaufen. Kleiner, anders und mit größeren Abständen. Ausnahme: kuschelnde Pärchen auf dem Zweisofa. „Wir müssen abwarten, wie es überhaupt angenommen wird. Aber wir wollen auf jeden Fall zeigen: Wir sind wieder da“, sagt Kinobesitzer Joachim Wahle.

Viel positives Feedback

So richtig weg war Kino eigentlich nie. Am 15. März hatte die Familie von sich aus den Leinwand-Lockdown beschlossen. Einen Tag später mussten alle Lichtspielhäuser schließen. Aber schon zu Ostern fanden sich mit dem Freizeitpark Fort Fun, der Eventtechnik Südwestfalen aus Meschede und den Wahles drei Partner, von denen jeder sein eigenes Know-how und seine Stärken einbrachte und die gemeinsam ein Autokino auf die Beine stellten. Fünf Wochen lang wurden Filme gezeigt, Konzerte und Comedy-Abende veranstaltet, Gottesdienste gefeiert. „Die Leute waren begeistert darüber, dass es überhaupt ein Angebot gab. Dank der guten Zusammenarbeit haben wir das Beste aus der Situation gemacht und dafür viel positives Feedback bekommen“, resümiert Joachim Wahle.

Mit Einschränkungen

Seit 30. Mai dürfen die Kinos wieder ihren Betrieb aufnehmen – aber mit Einschränkungen. 122 Zuschauer passen in den großen Kinosaal, 70 in den kleineren Raum. Um jedoch die Mindestabstände zu wahren, dürfen höchsten 25 Prozent der Plätze überhaupt belegt werden. Das heißt 30 bzw. 18 Leute pro Saal. Eine überschaubare Menge, eine ganz andere Verdienstspanne bei nicht minder, wenn nicht gar größerem Aufwand. „Viele große Kinos machen nicht auf, weil es sich nicht lohnt. Wir möchten hingegen ganz bewusst ein Zeichen setzen: Wir leben noch“, bringt Joachim Wahle seine Philosophie auf den Punkt.

Drei Kinosessel nebeneinander ergeben den vorgeschriebenen Mindestabstand. Eine Reihe soll frei gehalten werden. Familien und Partner dürfen natürlich enger zusammensitzen. All das führt aber dazu, dass unter Umständen der eigentlich gebuchte Platz nicht zur Verfügung steht. „Das klären wir dann vor Ort. Das ist für uns jetzt auch erstmal eine Lernphase. Nach dem ersten Abend sehen wir weiter“, sagt Joachim Wahle.

Donnerstag bis Sonntag

Vorsorglich öffnet das Filmtheater daher auch erstmal nur von Donnerstag bis einschließlich Sonntag. Sollte sich zeigen, dass das Angebot angenommen wird, würden die Kinobetreiber das Programm ausweiten. Aber das muss das erste Wochenende zeigen. Die Filme in den Sälen beginnen jeweils eine halbe Stunde zeitversetzt, damit sich nicht zu viele Menschen auf einmal im Foyer tummeln. Mit Flatterband und Hinweistafeln wird den Besuchern der Weg vom Eingang bis zur Kasse und zum Kinosaal gewiesen. Natürlich gibt es Getränke und Snacks - dafür gelten dieselben Auflagen wie in der Gastronomie. Die Sitzgelegenheiten aus dem Foyer wurden entfernt. An Kasse und Theke wurden Plexiglasscheiben angebracht. Desinfektionsmittel stehen bereit – für die Hände, aber auch später, um Sessellehnen oder Handläufe zu reinigen.

Mundschutz bis zum Platz

Mit filmischen Neustarts und brand-aktuellen Blockbustern kann das Kino nicht dienen: „Die großen Verleihe halten die neuen Sachen alle noch zurück. Wir zeigen daher das, was momentan verfügbar ist. Ich denke aber, dass manche kleinen Verleihe vielleicht doch die Gelegenheit nutzen und ihre Filme auf den Markt bringen“, hofft Wahle.

Bis zu ihrem Platz müssen die Filmgucker übrigens Mundschutz tragen; während der Vorführungen dürfen sie ihn abnehmen. Wie sollen sie auch sonst Popcorn knabbern – denn das wird ja frisch geröstet. Man riecht es förmlich aus der Nuhnestraße. „Ein Kollege, der den Betrieb noch nicht wieder aufnimmt, hat aber am Wochenende zumindest vor der Tür Popcorn verkauft. Er hat gesagt: es sei sehr gut gelaufen“, berichtet Joachim Wahle.

Das Kino ist wieder da - ein Hoffnungsschimmer in Corona-Zeiten!

Hier das Programm ab Donnerstag:

Donnerstag: Kino 1: Sonic (16.30 Uhr) und The Gentleman (19.30 Uhr) - Kino 2: Enkel für Anfänger (17 Uhr), Nightlife (20 Uhr)

Freitag: Kino 1: Checker Tobie (16.30 Uhr) und Bad Boys (19.30 Uhr) - Kino 2: Spitzbergen (17 Uhr) und Der Junge muss an die frische Luft (20 Uhr)

Samstag: Kino 1: Lassie (16.30 Uhr), The Gentleman (19.30 Uhr), Wacken (22.15 Uhr) - Kino 2: Dr. Doolittle (16 Uhr), Enkel für Anfänger (19 Uhr), Bad Boys (21.30 Uhr)

Sonntag: Kino 1: Chaos Feuerwache (13.30 Uhr), Der Junge muss an die frische Luft (16.30 Uhr), A star is born (19.30 Uhr) - Kino 2: Latte, Igel und der magische Wasserstein (14 Uhr), Spitzbergen (17 Uhr), Das perfekte Geheimnis (20 Uhr)

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