St.-Marien-Hospital

Preußenkönig macht Krankenhaus Marsberg erst möglich

Lesedauer: 2 Minuten
Diese alte Luftaufnahme zeigt den Neubau des Niedermarsberger Krankenhauses im Eröffnungsjahr 1967 auf dem Heidenberg. Die Stadt verkaufte dem Krankenhausverein ein ca. drei Hektar großes Waldstück.

Diese alte Luftaufnahme zeigt den Neubau des Niedermarsberger Krankenhauses im Eröffnungsjahr 1967 auf dem Heidenberg. Die Stadt verkaufte dem Krankenhausverein ein ca. drei Hektar großes Waldstück.

Foto: ARCHIV / archiv

Marsberg.  Die Jubiläumsaktivitäten zum 160-jährigen Bestehen des St.-Marien-Hospitals Marsberg ziehen sich durchs ganze Jahr. Ein Blick in die Geschichte:

Vier Jahre vor der Inbetriebnahme des Krankenhauses, damals noch an seinem ersten Standort in der oberen Hauptstraße in der Innenstadt, trug der (protestantische) König von Preußen durch seine Entscheidung dazu bei, dass in Niedermarsberg überhaupt ein katholisches Krankenhaus geschaffen wurde.

Das war am Samstag vor 165 Jahren. Am 20. Februar 1856 genehmigte König Friedrich Wilhelm IV (1797 bis 1861) die von Marsberger Bürgern beschlossenen Statuten des heute noch bestehenden Vereins des katholischen Krankenhauses Marsberg. Zu den Marsberger Bürgern gehörten u. a. die heute noch bestehenden Familien Iskenius, Wahle und Willeke.

Der Beschluss lautete: „Auf Ihren Bericht vom 15. d. M., dessen Anlagen zurück erfolgen, will ich dem Verein zur Errichtung eines katholischen Krankenhauses in Niedermarsberg Korporationsrecht, soweit er dieselben zur Erwerbung respektive Veräußerung von Grundstücken und Kapital bedarf, unter Vorbehalt der Genehmigung der Statuten hiermit verleihen.“

Charlottenburg, 20. Februar 1856, gez. Friedrich Wilhelm

Auf der Urkunde befindet sich das große Prägesiegel des Königs. „Durch diesen Beschluss wurde der Verein zu einer juristischen Person, der bis heute nicht im Vereinsregister eingetragen ist“, so Rechtsanwalt Friedrich Kies. Gemäß Paragraf 22 BGB sei das auch heute nur bei Vereinen möglich, deren Zweck auf einen wirtschaftlichen gerichtet ist, nicht bei solchen, die einen ideellen Zweck verfolgen (zum Beispiel Sportvereine, Gesangvereine und andere).

Das Krankenhaus wurde vier Jahre später, am 11. November 1860 eröffnet. Der Verein war bis 1998 Träger des Krankenhauses. Ab 1999 traten die Barmherzigen Brüder Trier (BBT e.V.) an seine Stelle. Der Verein ist heute Förderverein des Krankenhauses. Kies: „Der Beschluss des preußischen Königs ist heute nach 165 Jahren noch wirksam.“

Friedrich Kies ist seit Ende der 1960er Jahre Mitglied im Krankenhausverein. 1990 wurde er Geschäftsführer des Vereins und des Krankenhauses. Er setzte sich für den Trägerwechsel ein und machte so das Haus zukunftstauglich. Auch heute noch verfolgt der 81-Jährige mit Argusaugen und Wohlwollen die Geschehnisse rund um das Krankenhaus auf dem Heidenberg.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben