Der grüne Daumen

Queerbeet und bunt: Alles über die richtige Blumenauswahl

Heinz-Dirk Willeke ist gelernter Gärtner aus Brilon und erklärt, was es im Sommer auf den Blumenbeeten zu beachten gilt.

Heinz-Dirk Willeke ist gelernter Gärtner aus Brilon und erklärt, was es im Sommer auf den Blumenbeeten zu beachten gilt.

Foto: Laura Baer

Brilon.   Heinz-Dirk Willeke aus Brilon rät, jetzt aufzuräumen und Sommerblumen zu pflanzen. Welche am schönsten blühen, haben wir hier zusammengetragen.

Knallpink, babyrosa, tiefblau, purpurrot – die Farbenpracht der Blumen in den Gewächshäusern der Gärtnerei Willeke ist schier unermesslich. Trotzdem: Auch im Sommer bleiben zarte, helle Blütenfarben Trend. Kombinationen aus weißen und rosanen Pflanzen sind stark gefragt, so Heinz-Dirk Willeke. Der gelernte Gärtner weiß, wie die Sommerblumen auch bei Hitze und Gewittern ihren Farbenzauber behalten und frisch bleiben.

Blumen vorbereiten:
Wie zu jeder Gartenjahreszeit gilt: „Die Balkonkästen und alten Töpfe auswaschen, die Frühjahrsbepflanzung raus“, sagt Heinz-Dirk Willeke. Frühjahrsblumen blühen zwar teilweise noch, „wenn die Sonne kommt, können die aber nicht mehr“. Als Dünger empfiehlt Heinz-Dirk Willeke einen organischen Langzeitdünger: „Damit die Pflanzen auch von Juli bis September durchhalten; die wollen ernährt werden, damit die Blütenpracht hält“.

Blumen aussuchen:
„Viele sehen nur die kleine, kompakte Pflanze“, sagt der gelernte Gärtner. Dabei wissen viele nicht, dass zahlreiche Pflanzen in Großgärtnereien mit Chemie kurzgespritzt werden. „Das ist dann gestauchte Ware“, erklärt Heinz-Dirk Willeke. Die Zwischenräume zwischen den Blattfortsätzen sind lediglich zwei bis drei Zentimeter lang. Die Blüten können nach kurzer Zeit welk werden und kommen nicht nach. „Wüchsige, langstielige Pflanzen vom Fachhändler werden üppiger und blühen auch nach Regen- oder Hagelschauer wieder“, betont der gelernte Gärtner.

Blumen im Sommer:
Für den Sommer gibt es ein noch reicheres Blumenangebot, als im Frühjahr. Hier eine Auswahl:

Geranien: Ob hängend für den Balkon, oder stehend für den Garten – Geranien brauchen wenig Wasser und wenig Pflege. „Ab und an die faulen Blüten rauszupfen. Das reicht schon“, sagt Heinz-Dirk Willeke. Geranien blühen bei jedem Wetter, kriegen keine Schädlinge und halten bis zum Frost.

Petunien: Die Blumensorte braucht Sonne. „Petunien sind pflegebedürftiger, brauchen mehr Wasser und kriegen schneller Läuse“, erklärt der gelernte Gärtner. Petunien gibt es in üppiger Form oder als kleinere Minipetunien. Rosa, gestreift, blau, gelb, rot: Farblich ist quer Beet alles dabei.

Horstensien sind ausdauernd und blühen im Schatten länger. Sie brauchen viel Wasser und kommen im nächsten Jahr wieder.

Begonien sind regenunempfindlich. „Schnecken fressen Begonien nicht“, sagt Heinz-Dirk Willeke. „Mit Fuchsien und Begonien kann man es sich auch im Schatten schön machen.“ Begonien gibt es in allen Farben. Fuchsien in Rot-, Weiß- und Blautönen. Die Blumensorten sind für Balkon und Garten geeignet.

Zwischenpflänzchen wie Männertreu, Husarenknöpfchen eignen sich als hübsche Lückenfüller für Beete und Blumkästen. „Husarenknöpfchen sind sehr dankbar, müssen aber in die Sonne und brauchen viel Wasser“, erklärt Willeke. Wenn sie einmal angewachsen sind, sind sie pflegeleicht und kommen auch wieder. Männertreu wächst auch ohne Dünger und bei Husarenknöpfchen müssen Hobbygärtner nicht ständig die alten Blüten rausbrechen.

Löwenmäulchen sind „dankbar und brauchen kaum Pflege und Wasser“, sagt Heinz-Dirk Willeke.

Lythrum blüht auch im September und Oktober noch. „Das ist eine Zeit, zu der wenig blüht“, erklärt der gelernte Gärtner. „Es ist die letzte Staude, die im Jahr blüht.“

Blumen pflegen:
„Dass die Pflanze jeden Tag Wasser braucht, ist Quatsch“, sagt Heinz-Dirk Willeke. Hobbygärtner sollten nach Bedarf wässern: „Es darf nicht zu stauend nass sein“. Wenn es richtig heiß und trocken werden soll, kann auch morgens und abends gegossen werden. „Zum Spätsommer sind die Pflanzen richtig verwurzelt, da kann man dann mit Flüssigdünger im Gießwasser nachhelfen“, rät Heinz-Dirk Willeke. Dann brauchen die Sommerblüher auch morgens und abends Wasser. Für den Balkon eignen sich Wasserstandskästen – werden die Pflanzen üppiger, können sie sich selbst Wasser nachholen.

Stimmt eigentlich die Regel, dass Blumen in der Sommersonne nicht gegossen werden sollen? „Das kommt auf die Pflanze an“, sagt der Experte. Auf den Blättern von Knollenbegonien wirken die Wassertropfen zum Beispiel wie Brenngläser. „Wenn, dann sollte man drum herum gießen“, so Heinz-Dirk Willeke. Wird die Pflanze abends gegossen, hat sie über Nacht genug Zeit, sich mit Wasser vollzusaugen. „Sie ist dann für den nächsten heißen Tag gewappnet“, erklärt Willeke.

Im Sommer hilft außerdem eine Folie aus Bändchengewebe. „Sie ist wasser- und luftdurchlässig. Wir haben sie auf all unseren Beeten“, so Heinz-Dirk Willeke. Die Folie schützt vor Unkraut, die Erde bleibt trotz Hitze feucht: Das Kapillarwasser kondensiert und tropft von der Foliendecke auf die Blumenbeete zurück.

Lesen Sie hier alle Teile der Gartenserie „Der grüne Daumen“.

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