Gewalt

Rangelei bei Festnahme – Polizist schlägt zu und bricht Nase

Bei der Festnahme eines Drogenkonsumenten wurde in Brilon ein Polizist verletzt. Daraufhin beendete ein „Blendschlag“ den Widerstand.

Bei der Festnahme eines Drogenkonsumenten wurde in Brilon ein Polizist verletzt. Daraufhin beendete ein „Blendschlag“ den Widerstand.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Brilon.  Ein Drogenkonsument wehrt sich in Brilon massiv gegen seine Festnahme. Ein „Blendschlag“ beendet den Widerstand und bricht dem Mann seine Nase.

Als der Zug am Ohr und der Daumendruck hinter den Hals nicht mehr reichten, um den 36-Jährigen zur Raison zu bringen, verpasste der Polizist ihm einen „Blendschlag“ mitten ins Gesicht. Der Hieb mit der flachen Hand saß. Die Nase brach, Blut spritzte. „Wenn sich jemand den Anweisungen nicht beugt, darf die Polizei Gewalt anwenden“, schrieb Staatsanwalt Balkenhol dem 36-Jährigen ins Stammbuch. Der hat von dem, was sich im Februar dieses Jahres abgespielt hat, nur vager Erinnerungen. „Ich kann mir diesen Tag nicht erklären“, sagte er jetzt vor Gericht: „Es ging mir nicht gut. Das müsste die Polizei auch gemerkt haben.“

Spucke und Blutspritzer von dem Angeklagten

Hat sie auch. Der 36-Jährige ist dort als Drogenkonsument bekannt, mehrere unter seinen insgesamt 23 Vorstrafen drehen sich um Rauschgiftvergehen. Die Mutter des 36-Jährigen hatte die Polizei gerufen. Als die Streife eintraf, war der lautstarke Streit zwischen den beiden schon draußen zu hören. Die beiden Beamten versuchten, die beiden zu trennen und „den Sachverhalt aufzuklären“, wie einer von ihnen als Zeuge sagte.

Da habe der 36-Jährige angefangen, mit erhobenen Fäusten „wild herum zu gestikulieren“. Der Aufforderung, das sein zu lassen, sei er nicht nachgekommen. Als die beiden Beamten ihm Handschellen anlegen wollten, um ihn mit zur Wache zu nehmen, habe er sich gesperrt und mal an einer Tür und dann an einem Schrank festgehalten. Dabei entstand eine Rangelei, bei der sich einer der Beamten eine Knieprellung zuzog, eine Ladung Spucke und Blutspritzer von dem Angeklagten abbekam. Letztere wohl Folge des Schlages, bei dem die Nase brach.

Mehrere Vorstrafen gesammelt

Die Vorfälle jenes Tages brachten dem 23-Jährigen eine Anklage wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung ein. Wegen ähnlicher Sachen hatte er schon zweimal Geldstrafen kassiert, zudem hatte er schon wegen versuchter Nötigung viereinhalb Monate hinter Gittern verbracht und auch nach fünf Verurteilungen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis musste er mal vier Monate brummen.

Angeklagter entschuldigt sich bei verletztem Polizisten

Jetzt kommen vier weitere dazu, allerdings setzte Richter Härtel die Strafe auf drei Jahre zur Bewährung aus. Der 36-Jährige habe an jenem Tag „deutlich neben sich gestanden“. Allerdings sei jeder „verpflichtet, den Anweisungen von Polizeibeamten Folge zu leisten“. Zum Glück seien die Beamten nicht schwer verletzt worden, und er selbst habe ja auch etwas abbekommen. Mit den vier Monaten folgte der Richter dem Strafantrag des Staatsanwalts, und auch Verteidiger Füchtmeier hielt das für tat- und schuldangemessen. Zudem packte Richter Härtel als spürbare Folge der Tat noch eine Geldbuße von 750 Euro drauf.

In seinem letzten Wort entschuldigte sich der Angeklagte bei dem verletzten Polizisten: „Das war nicht meine Absicht. Ich war einfach neben der Spur.“ Das Urteil ist rechtskräftig.

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben