Gericht

Rausch-Fahrt endet für einen Briloner im Gefängnis

Das Amtsgericht Brilon hat einen 49-Jährigen verurteilt.

Foto: Kurt Michelis

Das Amtsgericht Brilon hat einen 49-Jährigen verurteilt. Foto: Kurt Michelis

Brilon.   Das Amtsgericht Brilon hat einen 49-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Er hatte alkoholisiert und unter Drogen am Steuer eines Autos gesessen.

Zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten hat das Amtsgericht Brilon einen 49-Jährigen verurteilt. Im Juni soll er unter Einfluss von Rauschmitteln und Alkohol ohne Fahrerlaubnis im Straßenverkehr unterwegs gewesen sein. Außerdem sollen bei ihm 2,82 Gramm Amphetamin und 2,38 Gramm Marihuana gefunden worden sein.

Am 23. Juni dieses Jahres sei er in Bestwig von der Polizei angehalten worden, bestätigt der Briloner die Anklage. Darin heißt es, er sei zwei Beamten aufgefallen, als er in Schlangenlinien über die Bundesstraße fuhr und dabei oft in kurzen Abständen hintereinander und ohne erkennbaren Grund bremste. Er sei fahruntüchtig gewesen.

Ungünstige Sozialprognose

Den Beamten sei der Briloner bereits auf der Auffahrtsbrücke zur A45 bei Velmede aufgefallen. Anschließend soll er bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h lediglich 30 gefahren sein, so einer der Polizeibeamten. Bei der allgemeinen Verkehrskontrolle habe er sich sofort geständig gezeigt. „Er hat zugegeben, dass er Drogen konsumiert hat. Er war sehr umgänglich und einsichtig.“ In seinen Hosentaschen hätten sie Marihuana und Amphetamin gefunden. Dabei sei auch herausgekommen, dass dem Angeklagten bereits 2012 die Fahrerlaubnis entzogen wurde.

Der gelernte Gasinstallateur und Tischler gibt seine Fehler zu: „Ich hatte ein Problem mit Drogen. Ich bin wegen der Drogen nach Dortmund gefahren und bin dann zurückgekommen.“ Er sei bereits heroinabhängig gewesen, kenne sich daher aus und wisse, dass er etwas ändern müsse. „Meine beste Freundin ist schwanger. Ich will sie unterstützen“, so der Angeklagte. Auch sie sei drogenabhängig gewesen, nun seien beide clean.

Trotz der Einsicht sieht die Staatsanwaltschaft keine günstige Sozialprognose: „Ich habe größte Bedenken.“ Zwar sei sein Geständnis positiv zu bewerten und die geringe Menge an gefundenen Drogen als strafmildernd zu sehen. Doch gegen ihn sprächen seine erheblichen Vorbelastungen. Die Tat habe er während einer laufenden Bewährungsstrafe verübt. „Er hat ein gutes halbes Jahr durchgehalten.“

Auch Richter Härtel fehlt die Bestätigung für eine Besserung: „Ein Drogenscreening hätte den Beweis liefern können aber es liegt nicht vor.“ Die Angaben des Angeklagten seien vage. Fast jeder sage vor Gericht aus, dass er keine Drogen mehr konsumiere. Wegen der ungünstigen Sozialprognose fordert die Staatsanwaltschaft eine Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Monaten, die nicht zur Bewährung ausgesetzt wird. Zudem eine 15-monatige Führerscheinsperre.

Eine Chance geben

Die Verteidigung hingegen sieht die Situation anders: „Er ist bereit dazu, eine ambulante Therapie zu machen und er ist bei seinem Arbeitgeber als zuverlässiger Arbeiter bekannt.“ Zwar sei die Bewährung nicht reibungslos verlaufen, die aktuelle Situation beschreibe seine Bewährungshelferin aber durchaus positiv. „Die Änderung kam bedauerlicherweise nach der Straftat.“ Die sei seiner Meinung nach aber als einmalig einzustufen. Unter der Voraussetzung, dass er eine Therapie macht und Abstinenznachweise vorzeigt, solle man dem 49-Jährigen eine Chance geben, meint der Verteidiger.

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