Dorfjubiläum

Referinghausen zeigt Bogen von Vergangenheit in Zukunft

Ein kleines Dorf ganz groß: Die Einwohner von Referinghausen hatten ein pralles, farbenprächtiges Programm für ihre 750-Jahr-Feier auf die Beine gestellt. 

Ein kleines Dorf ganz groß: Die Einwohner von Referinghausen hatten ein pralles, farbenprächtiges Programm für ihre 750-Jahr-Feier auf die Beine gestellt. 

Foto: Claudia Pape

Referinghausen.  Referinghausen feiert 750-Jahr-Jubiläum. Heimat-Ministerin Ina Scharrenbach zu Gast. Digitale Heimatstube eröffnet. Buntes Rahmenprogramm.

„Ich glaube, so viele Leute, wie in den letzten drei Tagen hier waren, haben in den ganzen 750 Jahren nicht hier gewohnt,“ meinte ein Besucher des Dorfjubiläums in dem „Klein-aber-oho-Dorf“ schmunzelnd. Und da könnte er sogar Recht gehabt haben, denn ganz Referinghausen war im Ausnahmezustand und machte sich mit einem gelungenen dreitägigen Fest sein schönstes Geburtstagsgeschenk wohl selbst.

Am Himmelfahrtstag eröffnete Staatssekretär a.D. Karl Peter Brendel, Vorstandsmitglied der NRW Stiftung, gemeinsam mit Ortsvorsteher Reinhard Figgen nach dem Festgottesdienst mit Pfarrer Dr. Funder die digitale Heimatstube. (www.digitale-heimatstube-referinghausen.de) Danach entführte der stehende Festzug mit historischem Treiben die Gäste in die früheren Zeit. Ob Waschfrauen, Bogenschützen oder Schuster- und Schmiedehandwerk, überall gab es Interessantes zu bestaunen.

Die Geburtstagsfeier stand aber nicht nur im Zeichen der Vergangenheit. Die Strohtherme, in deren Inneren über die im Bau befindliche Fernwärmeversorgung des Ortes informiert wurde, zog viele Besucher in ihren Bann. In einem Kurzfilm wurde am Beispiel des Nachbarortes Titmaringhausen, der bereits seit einigen Jahren komplett an das Fernwärmenetz angeschlossen ist, gezeigt, was in Referinghausen momentan ebenfalls in die Tat umgesetzt wird.

Neben den zahlreichen Ständen gab es den ganzen Tag über auf der Aktionsbühne vor der Kirche ein abwechslungsreiches Programm. Kuh Lotte, das offizielle NRW Milchmaskottchen und Stammgast in Referinghausen, animierte die Gäste zum Turnen und die Theatergruppe der Kolpingfamilie Medebach zeigte das nach einer wahren Begebenheit eigens zum Jubiläum geschriebene Stück „Der Blutzehnteprozess » aus den Jahren 1742-48, in welchem die Witwe Fresen vom Krämeshof ihr Recht gegen das gesamte Dorf Referinghausen geltend machte. Zwischendurch gab es immer wieder jede Menge Musik: Evergreens auf der Mundharmonika, mittelalterliche Weisen, belgische Blasmusik und natürlich die heimischen Schlossberg-Rebellen.

Im Zeichen der Musik stand auch der zweite Festtag: Bei „Krach am Bach“ gab es bei schönstem Festival-Wetter zunächst wieder Blasmusik durch den belgischen Musikzug „Société Royale L´Harmonie“, gefolgt von der Briloner Band „One Tape“. Sie brachte das Publikum mit Live-Rock auf Touren, bevor am späten Nachmittag die „Draufgänger“ aus Österreich mit Hits wie „Pocahontas“ oder „ Johnny Deere“ hat den Dorfkern vier Stunden lang zum Kochen brachte. Natürlich durfte auch hier Kuh Lotte nicht auf der Bühne fehlen und tanzte anmutig zu „Cordula Grün“, dem Hit der Show-Band.

NRW-Milchwoche eröffnet

Am Samstag drehte sich dann alles um die Milch. Beim Festakt auf der Bühne überbrachten Medebachs Bürgermeister Thomas Grosche, der stellvertretende Landrat des HSK Dr. Michael Schult und sogar die Heimatministerin NRW Ina Scharrenbach ihre Glückwünsche. Unterbrochen von mittelalterlicher Musik durch die Gruppe Federschrey aus Züschen, Theaterstücken über den Blutzehnteprozess und eine Schulstunde Anno dazumal wurde das „Referinghausen Album“ vorgestellt. Eine mal etwas ganz andere Chronik, in denen viele Referinghäuser selbst mit vielen Bildern und Geschichten aus ihrem Dorf erzählen.

Anschließend wurde die NRW Milchwoche durch Wilhelm Brüggemeier und Hans Stöcker, Vorsitzende der Landesvereinigung Milch NRW, gemeinsam mit Ministerin Ina Scharrenbach und Kuh Lotte eingeläutet. Auch auf der Festmeile gab es viel Informatives zur Milch und Milchverarbeitung. Gegen Ende des Festaktes trugen sich die Ministerin sowie Bürgermeister Thomas Grosche, stv. Landrat Dr. Michael Schult, Ratsmitglied Paul Mütze, Ortsheimatpfleger Bernhard Hesse und Ortsvorsteher Reinhard Figgen in das Goldene Buch der Stadt ein.

Rundum war es ein gelungenes Jubiläum. 150 gebackene (und verkaufte) Kuchen und Torten durch die Referinghäuser Frauen sprechen wohl für sich

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