Sauerland pur bei WP-Wanderung

Hildfeld.  Sie haben viel versprochen und noch mehr gehalten: Die Wanderpaten Franz-Josef Steinrücken und Hans Schild hatten eine Tour über zehn Berge mit mehr als 800 Metern Höhe für die dritte Etappe der WP-Wanderaktion angekündigt. Mit über 24 Kilometern und 900 Höhenmetern war es zugleich die längste Wanderung, die seit Beginn der Leseraktion im Juli 2014 stattgefunden hat. Sogar der Wettergott gab angesichts dieser Pläne sein Bestes und ließ zum ersten Mal seit gefühlten Wochen den ganzen Tag die Sonne scheinen.

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Sie haben viel versprochen und noch mehr gehalten: Die Wanderpaten Franz-Josef Steinrücken und Hans Schild hatten eine Tour über zehn Berge mit mehr als 800 Metern Höhe für die dritte Etappe der WP-Wanderaktion angekündigt. Mit über 24 Kilometern und 900 Höhenmetern war es zugleich die längste Wanderung, die seit Beginn der Leseraktion im Juli 2014 stattgefunden hat. Sogar der Wettergott gab angesichts dieser Pläne sein Bestes und ließ zum ersten Mal seit gefühlten Wochen den ganzen Tag die Sonne scheinen.

Wanderschuhe statt Wahlkampf

76 Teilnehmer fanden sich bei herrlichem Frühherbstwetter zum Start an der Clemensberghütte in Hildfeld ein – auch das eine Zahl, mit der im Vorfeld angesichts des strammen Programms keiner gerechnet hatte. Mit dabei einige neue Gesichter, die durch die Winterberger Wanderwoche auf die WP-Tour aufmerksam geworden waren. Und auch Bundestagskandidat Dirk Wiese (SPD) gönnte sich eine kurze Verschnaufpause in Wanderschuhen vor dem Endspurt des Wahlkampfes.

Verschnaufen war allerdings nicht das Stichwort des Tages. 17 Achthunderter gibt es im Sauerland und dem hessischen Nachbargebiet, fast zwei Drittel galt es zu bezwingen. Darunter so bekannte Namen wie Langenberg, Ettelsberg, Mühlenkopf oder der Clemensberg inmitten der blühenden Hochheide, aber auch eher unbekannte Erhebungen wie der Mittelsberg oder die beiden Hilleköpfe. Diese waren das erste Ziel nach zwei Kilometern zum Einlaufen durch idyllische Wiesen, aus denen der Frühnebel stieg.

Einen „Toten Mann“ gab es kurz darauf am Rothaarsteig zu beklagen, doch glücklicherweise keinen Teilnehmer. In längst vergangenen Zeiten soll an dieser Stelle zwischen Hildfeld und Küstelberg einst ein Köhler kopfüber in den Schlund seines Kohlenmeilers gefallen sein – ob der Alkohol oder doch seine Gattin mehr nachgeholfen haben, ist bis heute ein Geheimnis.

Die Strecke erwies sich nicht nur durch die Länge als anspruchsvoll. Die angesteuerten Berge sind nicht durch breite Wanderwege verbunden, also ging es querfeld- und waldein durch hohes Gras oder Unterholz. Aber genau das machte den Reiz dieser Wanderung aus: Mehr Sauerland pur mit Wiesen, Feldern, Wäldern, Bergen, frisch gemähten Heuwiesen, herrlichen Panoramablicken, zertifizierten Wanderwegen und Ecken, die selbst eingefleischte Wanderer nicht kannten, geht nicht! Unterwegs wurde auch deutlich, dass es richtig gewesen war, die WP-Wanderung in der vergangenen Woche abzusagen: Mehrere große Bäume waren mitten auf die Wege gekippt.

Ziel nach neuneinhalb Stunden

Sind die WP-Wanderer bisher stets auf dem Boden geblieben, gingen sie nun zum ersten Mal in die Luft: Nach der berühmten Erbsensuppe und einem Gartenschlauch-Ständchen in Siggis Hütte nahm die Ettelsberg-Seilbahn alle Teilnehmer mit hinunter ins Tal. Und auch einen Blick in den Boden gab es: Der Hildfelder Steinbruch hatte seine Tore extra für die WP-Wanderer geöffnet. Bis zu 120 Lkw pro Tag voller Diabas werden hier abgebaut, berichteten Detlef Padberg und Fabian Klee. Der beeindruckende Steinbruch ist seit den 50er Jahren in Betrieb, für 25 bis 30 Jahre reichen die Diabas-Vorkommen noch aus. Danach ist ein Renaturierungsprogramm vorgesehen.

Nach neuneinhalb Stunden kam der Wandertross erstaunlich fit wieder am Ausgangspunkt an; alle waren sich einig, dass die Tour weniger anstrengend war als zuvor erwartet. Jochen Kreutzmann aus Niedersfeld hatte 48 Stunden zuvor am Times Square in New York noch das komplette Kontrastprogramm zu der geballten Ladung Sauerland. Sein Fazit: „Bei uns ist es einfach am schönsten!“

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