Schule evakuiert

Schülerstreich – Spezialeinheit aus Dortmund im Sauerland

   Nach rund acht Stunden wurde der Einsatz an der evakuierten Schule beendet.

   Nach rund acht Stunden wurde der Einsatz an der evakuierten Schule beendet.

Winterberg.   Wegen beißender Ausdünstungen wurde am Donnerstag die Verbundschule Siedlinghausen-Winterberg evakuiert. Ursache war wahrscheinlich ein Streich.

Fast acht Stunden dauerte am Donnerstag die Suche, weshalb ein übel-beißender Gestank durch die Verbundschule Siedlinghausen-Winterberg waberte. Um 9.45 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, gegen 10 Uhr wurde die Schule evakuiert. Zwei Schüler wurden wegen Kopfschmerzen und Übelkeit ins Krankenhaus gebracht. Gegen 17.30 Uhr stand fest: „Ursächlich war eine stinkbombenartige Substanz.“ Feuerwehrsprecher Jens Vogelsang erklärt, weshalb die Ursachenforschung so lange dauerte und wann der Unterricht wieder stattfinden kann.

Ausdünstung fast im gesamten Schulgebäude

„Die Substanz wurde wahrscheinlich im Flur im Bereich des Erdgeschosses aufgetragen“, sagte Vogelsang im Gespräch mit der Westfalenpost. Und zwar vermutlich schon vor einigen Tagen. Die Ausdünstung waren aber fast im gesamten Schulgebäude deutlich wahrzunehmen. „Dass es sich um einen Schülerstreich handelt kann man jedenfalls nicht ausschließen“, so Vogelsang.

Für die Feuerwehr und das Schmallenberger CBRN-Erkunder-Team – eine lokale Einheit, die zum Schutz vor Auswirkungen von chemischen, biologischen sowie radiologischen und nuklearen Gefahren ausgebildet wurde – war es trotz stundenlanger Suche nicht möglich zu lokalisieren, wo die Quelle lag.

Analytischen Task Force aus Dortmund

Deshalb wurde eine Analytischen Task Force (ATF) von der Berufsfeuerwehr aus Dortmund nach Siedlinghausen geholt. Die ATF verfügt über Einsatzkräfte, die speziell für die Aufspürung und Beseitigung von gefährlichen Substanzen ausgebildet wurden. In einem mobilen Labor können sie am Einsatzort Proben analysieren.

Putz-Team verteilte Gestank im gesamten Gebäude

Die Spezialisten stellen schließlich fest: Im Flur des Erdgeschosses war vermutlich bereits vor Tagen eine stinkbombenartige Substanz aufgebracht worden. Durch das Reinigungsteam der Schule war der übel riechende Stoff nicht beseitigt, sondern im gesamten Schulbereich verteilt worden. „Die höchste Geruchskonzentration fand sich schließlich dort, wo die Reinigungsmaterialen gelagert werden“, so Vogelsang. Für Schüler und Lehrpersonal habe zu keiner Zeit eine gesundheitliche Gefahr bestanden.

Am Freitag findet kein Unterricht statt

„Die Schule wird am Freitag geschlossen bleiben“, sagte Vogelsang. Die Stadt Winterberg müsse ein professionelles Reinigungs-Team beauftragen, das sämtliche Spuren beseitige. Wie hoch die Einsatzkosten sind, konnte Vogelsang nicht sagen. Sollte der Verursacher nicht gefunden werden, bleibt wahrscheinlich die Stadt Winterberg – also die Allgemeinheit – auf den Kosten sitzen.

Vor zwei Jahren hatte es schon einmal einen ABC-Einsatz an der Verbundschule in Siedlinghausen gegeben. Vermutlich war es eine Stinkbombe oder eine andere übelriechende Flüssigkeit, die in einem Waschbecken „gezündet“ bzw. entsorgt wurde.

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