Spielewelt

Schützenhalle in Hoppecke zeigt 100.000 Playmobilfiguren

Frank Kirschnik aus Overath hatte 1200 Soldaten und 300 Zuschauer aufgestellt

Frank Kirschnik aus Overath hatte 1200 Soldaten und 300 Zuschauer aufgestellt

Foto: Monika Wiegelmann

Brilon.  Zum zweiten Mal wird die Halle zur Playmobilwelt. Das begeistert nicht nur die jungen Besucher. Für die Leidenschaft werden sogar Q-tIps genutzt.

Für Playmobil gibt es keine Altersbegrenzung. Kein Wunder, dass die Playmobilwelt in der Schützenhalle Hoppecke zum Publikumsmagneten wurde. Nicht nur kleine Fans staunten. Eine so riesige Ansammlung von Playmobilfiguren, Ritterburgen, Feuerwehr- und Polizeiautos, Piratenschiffen, etc. hatte wohl noch keiner gesehen. Die Kinder wussten nicht, was sie zuerst nehmen sollten. Natürlich wurden die Wünsche riesengroß und mancher Knirps hörte dann: „Wenn du dir den Bagger wünscht, dann zu Weihnachten.“ Viele Eltern deckten sich auch gleich mit Weihnachtsgeschenken ein.

„Zum Verkauf liegen hier rund 100.000 Teile“, erklärte Nicole Fortuna aus Hoppecke. Zusammen mit Ehemann Thomas organisierte sie das Playmobilevent zum zweiten Mal. „Das ist einmalig in der Größe und wir machen das nur, weil wir in Hoppecke wohnen.“ Beide sind leidenschaftliche Sammler. „Begonnen haben wir damit vor 10 Jahren. Es fing mit einem Püppchen an, dann waren es 1.000 und wurden immer mehr“, lachte sie. Mittlerweile hilft die ganze Familie, Kinder und Freunde. „Ohne ging es nicht.“

Günstiger als in Geschäften

Die kleinen Plastikmännchen sind seit 45 Jahren ein Spielklassiker und gehören zur kreativen Spielwelt jedes Kindes und jedem Kindergarten. Fast alle Teile wurden günstiger angeboten, als in Geschäften. Im unteren Hallenbereich lag die ganze Playmobilwelt vom Gründungsjahr 1974 bis heute, in unzähligen, nach Themen beschrifteten Kisten. Fertig zusammengesetzt und eingeschweißt in Plastikbeuteln. So durften auch Kinder alles in die Hand nehmen und nach ihren Superhelden suchen.

Unverpackt hätte wohl manchem Ritter das Schwert gefehlt. Ein Aussteller suchte nach alten Soldaten. „Die bekommt man heute nicht mehr und ich finde die neue Generation nicht schön.“ Die Freundinnen Tabea und Zoe (10) aus Beringhausen freuten sich: „Wir haben zu Hause Wohnhäuser und Ställe, 21 Pferde, ein Tierhotel, eine Tierklinik und eine Menschenklinik.“ „Unsere Tochter hat nur ein kleines Kinderzimmer, da ist sie nach und nach mit dem ganzen Zeug ins Gartenhaus gezogen“, meinte die Mama. „Das wurde zum 10. Geburtstag mit Heizung ausgestattet und die komplette Playmobilwelt da aufgebaut. Unsere Tochter hat schon als ganz kleines Kind täglich damit gespielt. Playmobil-Spielzeug ist viel nachhaltiger und schöner als andere Sachen.“

Zwei Tage aufwändige Vorarbeit

Im Saal hatten 16 Sammler Dioramas (Landschaften mit Playmobilwelten) in zwei Tagen aufwändiger Vorarbeit nachgestellt. Neu dabei war Kai Weigt aus Warburg mit einer Eisenbahnanlage auf Großschienen. „Sie lag seit Jahren in 80 Kartons im Keller“, erzählte er. Im funktionsfähigen Stellwerk saßen Bahnleute am Tisch, vor sich den Teller mit Würstchen und sogar ein Brief lag da. Für die Ausstellung hat er 25 große Kisten ausgepackt und vier Stunden Schienen gesteckt. Dafür belohnten ihn strahlende Kinderaugen, wenn er ihnen das Steuerteil in die Hand gab. „Unfassbar“, staunte ein Senior aus Bielefeld, der mit seinem Enkel da war. „Ich mache in Willingen Urlaub und habe die Flyer gesehen. Da gehört sehr viel Liebe dazu, das alles aufzustellen“. Auch der Chinese Kai Lu war begeistert. Er ist mit seiner Familie 2018 aus Shanghai gekommen und lebt und arbeitet in Brilon. „Mir gefällt es hier gut“, meinte er. „Aber die Winterzeit ist hart“.

Katastrophe für Sammler

Aussteller Frank Schirnik aus Overath sammelt Playmobil „seit ich sechs Jahre alt bin. Damals kamen die ersten drei Figuren auf den Markt: Bauarbeiter, Ritter und Indianer. Mit dem alten Stecksystem bis zum Jahr 2000 konnte man super kombinieren. Leider gibt es das nicht mehr, für Sammler eine Katastrophe. Aber Playmobil begann da schon wieder zurückzugehen.“

Er hatte eine Parade mit 1200 Soldaten und 300 Zuschauern nachgestellt. „Das Diorama ist aufgrund eines Online Computer-Rollenspiels entstanden, bei dem ich als Senator für Virginia angefangen habe und bis zum Sultan aufgestiegen bin.“ Alle Figuren hat er selbst zusammengebaut und individuell ausgestattet. „200 Russische Soldaten hatten ursprünglich weiße Federn am Hut. Die wollte ich nicht und habe dafür Q-Tips schwarz gefärbt“, erzählte er. Anstelle der silbernen Knöpfe ließ er Aufkleber drucken. „Die Füße habe ich mit Edding schwarz bemalt, jetzt sehen sie aus wie Gamaschen. Und 7.000 Bürgerkriegssoldaten habe ich die Füße in Farbe getunkt, bis sie farbige Gamaschen hatten.“

„Es ist sehr gut gelaufen, noch besser als im Vorjahr“, freute sich Nicole Fortuna. Die nächste Playmobil-Welt in Hoppecke steht am 7. und 8. November 2020.

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