10.000 Euro Investition

Schützenverein Elkeringhausen: Crowdfunding fürs Reetdach

Bei den Arbeiten am Rondelldach, für die keine Spezialkenntnisse nötig waren, unterstützen Freiwillige.

Bei den Arbeiten am Rondelldach, für die keine Spezialkenntnisse nötig waren, unterstützen Freiwillige.

Foto: Verein

Elkeringhausen.  Der Schützenverein muss ein echtes Unikat ersetzen, doch Corona hat die Einnahmen gekappt. Jetzt setzt der Verein auf eine Schwarmfinanzierung.

Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg kein Schützenfest, keine Versammlungen oder Zeltlager. Die Schützenhalle kann nicht vermietet werden, ebensowenig der Platz an der Vogelstange. Für die Schützenvereine bedeutet das nicht nur weniger Festspaß, sondern auch: keine Einnahmen.

Die Kosten aber laufen weiter, außerdem muss hier und da investiert werden, um trotz der Coronakrise die Gebäude und Einrichtungen funktionstüchtig und modern zu halten. Diese Situation macht auch dem Schützenverein Elkeringhausen zu schaffen.

Weil er mehrere Projekte mit Gesamtkosten von rund 22.000 Euro vor der Brust hat, beteiligt sich der Verein zusammen mit der Dorfgemeinschaft an der Crowdfunding-Aktion „Viele schaffen mehr“ der Volksbank Bigge-Lenne.

Investitionen auch in Vogelstange, Beleuchtung und Heizung

Ziel ist es, damit das größte der aktuellen Projekte zu finanzieren: die Dachsanierung des Rondells an der Vogelstange. „Das Rondell hat ein Reetdach, was für das Sauerland sehr ungewöhnlich ist – meines Wissens sind wir der einzige Verein, der so etwas hat“, sagt Pressewart Wolfgang Ilg.

Warum das ungewöhnliche Dach anno 1972 aufs Rondell kam, das weiß Ilg nicht. Fakt aber ist, dass jede Sonderanfertigung eine Sanierung teurer macht. „Wir mussten eine Spezialfirma aus Rostock beauftragen, weil die heimischen Dachdecker keine Reetdächer machen.“ Knapp 10.000 Euro an Kosten kamen so zusammen.

Die Investitionen seien im vergangenen Herbst von der Generalversammlung und dem Vorstand beschlossen und freigegeben worden. „Da wussten wir noch nicht, dass wir heute ohne Einnahmen auskommen müssen.“ Erschwerend komme hinzu, dass das Dach nicht die einzige notwendige Ausgabe ist und nicht aufgeschoben werden konnte, weil es bereit durchregnete.

Was sonst noch an Unaufschiebbarem ansteht: In der Schützenhalle musste laut Verein im Frühling die Therme zur Beheizung von Speiseraum, Küche und Sanitärräumen ausgetauscht werden. Diese Ausgabe wurde durch eine Spende der Sparkasse Hochsauerland unterstützt, ist aber trotzdem laut Wolfgang Ilg noch nicht ganz bezahlt.

Außerdem planen die Schützen eine neue LED-Hallenbeleuchtung, die stimmungsvolles und atmosphärisches Licht erzeugen kann.

Aufzug für den Schützenvogel

Etwas Zeit hat der Verein indes noch für ein weiteres Projekt. Bis zum nächsten Vogelschießen müssen eine neue Aufzugsvorrichtung an der Vogelstange und zwei neue Gewehre mit Halterungen her.

Bisher sei der Vogel stets per Hand hochgezogen worden, aber das sei inzwischen nicht mehr zulässig. „So ein Motoraufzug kostet rund 4500 Euro.“ Für die Gewehre und ihre Halterungen steht der vorgeschriebene turnusmäßige Austausch an. Zumindest für diese beiden Maßnahmen ist aufgrund der Festabsage nun Zeit bis 2021.

Die Schwarmfinanzierungs-Aktion fürs Rondelldach ist ordentlich angelaufen. Gut eine Woche nach dem Start haben (Stand 26. Mai) 48 Unterstützer bereits 1414 Euro gespendet. Der Aktionszeitraum läuft bis August.

Parallel macht sich der Verein Gedanken um weitere Geldquellen. So kümmert sich das Gremium „Hallenprojekt 2020“ darum, wie die Schützenhalle und der Platz an der Vogelstange offensiver vermarktet werden können. Für den Platz an der Vogelstange gibt es zudem ein Konzept, mit dem sich der Verein für den diesjährigen Heimatpreis der Stadt bewerben will.

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