Justiz

Schuldfrage bleibt vor Gericht in Brilon vorerst offen

Foto: Oliver Müller

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Brilon.   Ein 63 Jahre alter Autofahrer steht in Brilon vor Gericht, weil er am Hölsterloh, Höhe Golfplatz, einen Fußgänger angefahren hat.

Vor dem Briloner Amtsgericht hat sich ein 63-Jähriger wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten müssen. Am 10. März dieses Jahres soll er gegen 20.15 Uhr mit dem Auto auf der Hoppecker Straße bei Brilon in Richtung B 251 gefahren sein. Dabei soll er die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten, das Fernlicht nicht eingeschaltet und einen Fußgänger verletzt haben.

Fußgänger an Kopf und Bein verletzt

Der aus Sri Lanka stammende Angeklagte schildert den Vorfall wie folgt: Der Unfall habe sich auf Höhe des Golfplatzes ereignet. Zwar seien 70 km/h erlaubt gewesen, er sei aber langsamer gefahren. Als ihm ein Auto entgegengekommen sei, habe er das Fernlicht ausgeschaltet. Nach kurzer Zeit kam es zum Unfall. Das von Richter Härtel verlesene Gutachten bestätigt eine Geschwindigkeit von 45 bis 50 km/h. „Bei der Sicht an diesem Abend wäre aber eine maximale Geschwindigkeit von 45 km/h zulässig gewesen“, so Härtel. Laut Gutachten soll der Pkw-Fahrer einen alkoholisierten Fußgänger erfasst haben. Dieser habe sich Verletzungen am rechten Bein und am Kopf zugezogen. Dass dem Fahrer ein Fahrzeug entgegenkam, sei hingegen bisher nicht bekannt gewesen.

Den Hinweis der Staatsanwaltschaft, dass aufgrund der Sichtverhältnisse bei Dunkelheit mit Abblendlicht lediglich eine Geschwindigkeit von 40 km/h erlaubt sei, entkräftete der Verteidiger. Dies sei realitätsfern. Man könne außerdem auf einer Landstraße mit einem Reh rechnen, nicht aber mit einem Betrunkenen. Richter Härtel stellte das Problem heraus: „Man ist gezwungen, das Fernlicht auszuschalten, wenn einem jemand entgegenkommt. Wenn dann jemand vor das Auto läuft...“

„Wir bewegen uns im Bereich der Spekulation“

In dem Fall müsse man sich fragen, ob überhaupt ein Verschulden vorliege. Laut Nebenklage habe der Fußgänger die Straße jedoch nicht überqueren wollen. Er sei dem Verkehr vorschriftsgemäß entgegengelaufen. „Wir bewegen uns hier im Bereich der Spekulation“, so Richter Härtel. Fest stehe, dass ein Ausweichmanöver eingeleitet wurde. Von wo aus, sei nicht bekannt. Möglich sei, dass der Fußgänger durch das Licht des entgegenkommenden Fahrzeugs früher zu sehen war, so die Staatsanwaltschaft.

Die Verhandlung wird fortgesetzt, wenn ein Ergänzungsgutachten vorliegt.

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