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Schulen im Altkreis Brilon wollen in Technik investieren

Während Schulen in ihren eigenen Informatikräumen noch mit Computern arbeiten, könnte der Digitalpakt auch ganz andere Technik in die Klassenräume bringen. Das hat auch Auswirkungen auf die Lehrkräfte.

Während Schulen in ihren eigenen Informatikräumen noch mit Computern arbeiten, könnte der Digitalpakt auch ganz andere Technik in die Klassenräume bringen. Das hat auch Auswirkungen auf die Lehrkräfte.

Foto: Friso Gentsch / dpa

Altkreis Brilon.  Mit dem Digitalpakt stehen den Schulen Fördergelder in Milliardenhöhe zur Verfügung. Deren Nutzung wirkt sich auch stark auf die Lehrer aus.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nutzen das Internet nicht mehr lediglich für Freizeitaktivitäten, sondern auch für die Schule, beispielsweise mit Erklärvideos, die Sachverhalte verständlich darstellen sollen. Aber auch im Unterricht sollen digitale Möglichkeiten in nächster Zeit massiv ausgebaut werden.

Schulen in Deutschland können in den kommenden fünf Jahren mehr als fünf Milliarden Euro nutzen, um die Digitalisierung am eigenen Standort zu verbessern. Diese finanzielle Unterstützung mit den Namen Digitalpakt ist nicht nur für die Anschaffung von Endgeräten gedacht, sondern auch für Weiterbildungen, damit Lehrer die Möglichkeiten digitalen Unterrichts und deren Nutzung kennenlernen können.

Für den Digitalpakt war eine Änderung des Grundgesetzes nötig, um dem Bund diese direkte finanzielle Förderung zu ermöglichen, obwohl Bildung Ländersache ist. Wieviel Geld die einzelnen Schulen nutzen können, ist noch nicht bekannt. Bisher werden viele Maßnahmen aus dem Programm „Gute Schule 2020“ bezahlt. Der Digitalpakt sieht aber nicht nur die Anschaffung von Endgeräten vor, sondern auch eine sogenannte Schul-Cloud. Damit haben Schüler und Lehrer die Möglichkeit, digitale Lehr- und Lernangebote schul- und fächerübergreifend abzurufen.

Schulen erstellen Konzepte

Die Schulen bekommen die finanzielle Förderung vom Bund allerdings nicht automatisch. „Vorher müssen alle Schulen ihren digitalen Stand benennen und dann wird ein schulübergreifendes Medienkonzept entwickelt“, erklärt Johannes Axmann, für Schule zuständiger Mitarbeiter im städtischen Fachbereich Zentrale Dienste, Bildung, Sport, Freizeit. Die Schulen mussten in diesem Zusammenhang auch ihr Idealbild aufzeigen. Dazu kann flächendeckendes Wlan gehören oder sogar ein Tablet für jeden Schüler.

Ohne Konzept gibt es also keine Ausstattung. „Denn nur wenn der Aufbau von digitalen Lerninfrastrukturen durch passende pädagogische Konzepte flankiert wird, zahlen sich Investitionen auch langfristig aus“, heißt es vonseiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Lehrer verweigern sich Technik nicht

Die Lehrer wissen um die Wichtigkeit der technischen Möglichkeiten an der Schule. „Es kommt nicht nur auf funktionierendes Internet an“, erklärt Michael Aufmkoch von der Sekundarschule Olsberg. „Der Unterricht wird durch die Digitalisierung auch viel spontaner und lebensechter für die Schüler. Wir können projektorientierter arbeiten.“

Aber die Lehrkräfte müssen auch mitziehen. Nicht immer eine Selbstverständlichkeit. „Mit der ganzen Technik können auch Unsicherheiten einhergehen. Die meisten Kollegen sind aber sehr aufgeschlossen gegenüber der Technik“, sagt Jürgen Mehler, Konrektor an der Marienschule Brilon. Im Matheunterricht greift er auch noch gerne auf die analoge Hilfe der Tafel zurück, beispielsweise, um einen Kreis zu zeichnen. Die Vertreter der Schulen im Altkreis sind sich einig: Digitalisierung ja, aber nicht um der Digitalisierung Willen. Nur, wo es sinnvoll ist.

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