Schulschließung – Eltern Planungssicherheit geben

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Hallenberg/Medebach/Winterberg. Die geplanten Schließungen von drei von sechs Schulstandorten im Südkreis und auch die Öffentlichkeitsarbeit der Städte dazu sorgen weiter für kontroverse Diskussionen. Das war nicht nur am Donnerstag in der Ratssitzung Winterberg spürbar (wir berichteten).

Die drei Bürgermeister Michael Kronauge (Hallenberg), Thomas Grosche (Medebach) und Werner Eickler (Winterberg) haben daher gestern das Gespräch mit der WP gesucht, um über den Stand der Überlegungen zu informieren.

Den Anstoß habe am 10. März die Bezirksregierung in einem Gespräch mit den Bürgermeistern und Fraktionsvorsitzenden der drei Städte gegeben. Sowohl die Verbundschule Winterberg-Siedlinghausen als auch Medebach-Hallenberg erfüllen schon jetzt nicht mehr die Anforderungen für die Zahl der Hauptschüler. Ab spätestens 2020 sieht das Schuländerungsgesetz darüber hinaus die Umwandlung in eine Sekundarschule vor. Die Bezirksregierung habe daher die Bildung einer gemeinsamen Sekundarschule angeraten und darüber die Stadträte gemeinsam am 12. April informiert.

Die anstehenden Änderungen seien definitiv nicht der Wille der Städte, sondern durch den demographischen Wandel bedingt: „Wenn wir jetzt nicht selber aktiv werden, entscheidet in einigen Jahren das bestehende Gesetz über uns hinweg.“ Angesichts der messbar sinkenden Geburtenraten komme zudem nur eine gemeinsame Sekundarschule sowie das Gymnasium Winterberg für alle drei Städte in Frage; für den Erhalt der bisherigen zwei Verbundschulen reichten die Schülerzahlen definitiv nicht mehr aus. Bei der Berechnung hierfür berücksichtigt die Bezirksregierung grundsätzlich nur die Schülerzahlen der Städte selbst und nicht die Schüler, die aus Nachbarkommunen pendeln könnten.

Eine jetzige Sekundarschulbildung hätte den Vorteil, dass das Gesetz gestatte, die vorgeschriebenen fünf Klassen pro Jahrgang mit je 20 Schülern zu bilden. Bei einer Umwandlung ab 2020 müssten die Klassen je 25 Schüler enthalten - Größenordnungen, die selbst bei einer gemeinsamen Schule langfristig nicht realistisch seien.

Unabhängig von Landtagswahl

Thomas Grosche betonte, dass die jetzt angedachte Sekundarschullösung im sog. „Schulkonsens“ von allen Landesparteien gemeinsam beschlossen worden sei und damit Verlässlichkeit über die nächste Landtagswahl hinaus biete.

Außerdem hätten Sekundar-schulen den Vorteil, dass kleinere Klassen und höhere Lehrerzahlen als bislang vorgesehen seien. Den Schülern im Südkreis bliebe zudem die Möglichkeit, ortsnah das Abitur auf dem G8-Weg am Gymnasium oder G9 über die Sekundarschule mit Wechsel in die Oberstufe zu machen.

An vielen Details wie u.a. das pädagogische Konzept, Auslauf und Fortführung von Schulstandorten, künftige Busverbindungen oder auch Mittagsverpflegung werde momentan gearbeitet: „Wir werden bis Mitte Juni zu den drei Info-Abenden (Termine siehe Infobox) sicherlich einen großen Teil der jetzt noch offenen Fragen beantworten können und von den Eltern und Bürgern weitere aufgetragen bekommen. Das Ganze ist ein laufender Prozess.“ Weil eben sehr viele Fragen zum jetzigen Zeitpunkt noch offen seien, sei man nicht eher an die Öffentlichkeit gegangen, was sich im Nachhinein als unglücklich erwiesen habe.

Dass drei Kommunen ohne Kirchturmdenken zusammen arbeiten und zwei bestehende Verbundschulen zu einer gemeinsamen Sekundarschule verbinden wollen, sei auch für die Bezirksregierung neu, so Werner Eickler. In Arnsberg würden daher momentan noch Vorschläge formuliert.

Öffentliche Ratssitzung am 5. Juli

Die für den 5. Juli in Winterberg geplante öffentliche Sitzung aller drei Stadträte sei zudem nicht als endgültiger Entscheidungstermin zu verstehen. Michael Kronauge: „An diesem Termin haben wir drei Möglichkeiten: dafür, dagegen, vertagen. Wir nehmen uns die nötige Zeit, sollten aber auch nicht zu lange warten, denn die Eltern brauchen Planungssicherheit für die Schullaufbahn ihrer Kinder.“

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