Flüchtlingshilfe

Seminar in Brilon zeigt Stolpersteine der deutschen Sprache

15 Bürger haben sich im Rahmen der Flüchtlingshilfe in Brilon mit den Stolpersteinen der deutschen Sprache auseinandergesetzt

15 Bürger haben sich im Rahmen der Flüchtlingshilfe in Brilon mit den Stolpersteinen der deutschen Sprache auseinandergesetzt

Brilon.  Said Hafiz Shah lebt seit zwei Jahren in Brilon. Im Interview erzählt er wie er sich in Deutschland zurecht findet und was ihm besonders gefällt.

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Einen Nachmittag lang haben sich jetzt 15 Bürger mit den Stolpersteinen der deutschen Sprache auseinandergesetzt. Sinn und Zweck der Sprachspiele und Übungen war, ein feineres Gefühl für die Vermittlung der deutschen Sprache zu bekommen, denn die Teilnehmer begleiten ehrenamtlich Flüchtlinge auf Amtswegen und durch den Alltag.

Für die Ehrenamtsfortbildung waren Barbara Theine und Andreas Hofmann von Arnsberg nach Brilon in die Geschäftsstelle des Caritasverbandes Brilon gekommen. Beide arbeiten beim Kommunalen Integrationszentrum in Arnsberg und sind zuständig für die Interkulturelle Unterrichts- und Schulentwicklung. Sie hatten sowohl unterhaltsame wie lehrreiche Übungen und Experimente mitgebracht. Zum Beispiel schlüpften die freiwilligen Sprachlehrer in die Rolle des Lernenden. Auf dem fiktiven Lernplan stand das Thema Vokale. Fünf Selbstlaute zählt die deutsche Sprache: a, e, i, o, u, die ausgesprochen sogar 18 Variationen im Klang besitzen. Im Arabischen gibt es nur drei: a, i, u. Der meistgebrauchte Buchstabe im Deutschen fehlt also – das „e“.

Gelassenheit und Geduld im Unterricht mit geflüchteten Menschen

Solches Faktenwissen um sprachliche Unterschiede hilft bei der Sprachvermittlung. Darüber hinaus: „Gelassenheit und Geduld im Unterricht mit geflüchteten Menschen zu entwickeln“, betonte Bildungsreferent Andreas Hofmann, denn „oftmals sind die Erwartungen zu hoch“. Während die allgemeine Alltagssprache recht schnell erlernbar sein kann und einfache Verständigung ermöglicht, benötigt gerade die Bildungssprache, wie sie in den Schulen verlangt wird, einen langwierigen Lernprozess.

>>> Interview – Said Hafiz Shah: Viele Möglichkeiten zu helfen

Unter den Teilnehmern befand sich auch Said Hafiz Shah. Der 24 Jahre junge Mann kam vor zweieinhalb Jahren aus Afghanistan. Er lernte in dieser Zeit so gut Deutsch, dass er selbst schon seit einem guten Jahr als Flüchtlingsbetreuer in der Mescheder Unterkunft fest angestellt ist. Auch hat Said Hafiz Shah bereits den Führerschein gemacht und fährt von Brilon aus zur Arbeit. Das ist bei dem Schichtdienst, den er im Rahmen seiner Arbeit leistet, auch nötig.

1 Was hat Sie bewogen, sich im Rahmen der Flüchtlingsarbeit auch ehrenamtlich zu betätigen?

Als ich nach Deutschland kam, war alles neu. Mir haben viele Menschen geholfen und ich möchte deshalb auch gerne anderen helfen. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt und möchte Wissen gerne an andere Flüchtlinge weitergeben.

2 Wie war Ihr Weg nach Brilon?

Ich bin in München angekommen, kam dann nach Bielefeld, Bad Driburg und bin jetzt seit zwei Jahren in Brilon.

3 Was hat Ihnen, geholfen die Deutsche Sprache so schnell und so gut zu lernen?

Ich habe im Globus-Projekt hier bei der Caritas angefangen, mehr über Sprache, Kultur und Alltag zu lernen. Bei der Volkshochschule habe ich dann die Deutschkurse bis B1 besucht. Jetzt arbeite ich und da geht das nicht mehr. Aber ich habe von Anfang an die Zeitung gelesen, versucht viel Deutsch zu sprechen – dabei haben mir die Integrationspaten geholfen. Viel habe ich mir selbst beigebracht durch hören, sprechen und lesen.

4 Was können Sie anderen geflüchteten Menschen empfehlen, die hierin Deutschland neu ankommen?
Der ganze Aufbau in Deutschland ist gut – die deutsche Kultur und die Gesetze. Das muss man alles lernen, verstehen und respektieren.

5 Was wünschen Sie sich in Deutschland?
Ein ruhiges Leben, Freiheit, Sicherheit und vor allem Frieden zwischen den Menschen.

Kurs für ehrenamtliche Sprachhelfer

Der Caritasverband bietet ehrenamtlich Interessierten viele Möglichkeiten, sich in der Flüchtlingshilfe zu engagieren. Für ein neues Sprachangebot, das sich an junge Mütter richtet, wird noch ein ehrenamtlicher Sprachlehrer / eine ehrenamtliche Sprachlehrerin gesucht. Der Kurs soll einmal pro Woche vormittags für eineinhalb Stunden stattfinden. Raum und die Materialien stellt die Caritas. Informationen– auch zu anderen Einsatzmöglichkeiten – bei Ingrid Asmus, Koordinatorin für ehrenamtliches Engagement beim Fachdienst für Integration und Migration: 02961 9719-53 oder via E-Mail i.asmus@caritas-brilon.de.

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