Filialschließung

Siedlinghausen verliert Volksbank zum 31. Januar 2021

Die Volksbank-Filiale in Siedlinghausen schließt in weniger als einem Jahr.  

Die Volksbank-Filiale in Siedlinghausen schließt in weniger als einem Jahr.  

Foto: Stefanie Bald

Siedlinghausen/Südkreis.  Schließungstermin für 13 Filialen bekanntgegeben. Volksbank: „Niedrigzinsphase und Digitalisierung führen zu notwendigen Konsequenzen.“

Im Frühsommer vergangenen Jahres hat die Volksbank Bigge-Lenne angekündigt, mehrere Filialen zu schließen, darunter auch die in Siedlinghausen. Nun steht der Termin: Am 31. Januar 2021 wird der Standort dichtgemacht.

Die Volksbank beschreibt die Schließungen als „zukunftsweisende Veränderungen mit einer konsequenten Ausrichtung auf die sich wandelnden Bedürfnisse“. „Es ist für uns als Vorstand eine Selbstverständlichkeit, sowohl nach innen wie nach außen Klartext zu sprechen“, betonte Vorstandsmitglied Michael Griese. „Wir stehen ohne Frage vor großen Veränderungen. Insbesondere die Auswirkungen der Niedrigzinsphase sowie die Digitalisierung mit einem deutlich veränderten Kundenverhalten machen eine Neuausrichtung unabdingbar.“

Die Bemühungen von Siedlinghauser Kunden, eine Schließung abzuwenden oder zumindest eine Erhaltung des Geldautomaten-Standorts zu erreichen, sind damit offenbar gescheitert.

Außer Siedlinghausen noch zwölf andere Filialen

Die Filialschließungen gehören zu einem im vergangenen Jahr beschlossenen strategischen Programm, das bis 2023 abgeschlossen sein soll. In anderen Sauerländer Ortschaften gehen die Lichter noch früher aus: Bereits zum 30. April 2020 schließen die Filialen Helden, Rönkhausen, Kirchhundem, Fleckenberg, Dorlar und Oberkirchen.

Gemeinsam mit Siedlinghausen werden dann 2021 auch die weiteren Filialen Fretter, Meggen, Elspe, Saalhausen, Welschen Ennest und Wormbach geschlossen. Die Mitarbeiter werden in die umliegenden Beratungszentren Attendorn, Bamenohl, Grevenbrück, Altenhundem, Schmallenberg, Winterberg und Medebach sowie die Beratungsfilialen Würdinghausen, Bad Fredeburg und Hallenberg integriert.

Noch zehn personenbesetzte Standorte zwischen Medebach und Attendorn

Mit der Fokussierung auf dann noch zehn personenbesetzte Standorte sollen Mitglieder und Kunden von einer noch besseren Konzentration von Expertenwissen und Beratungsleistungen profitieren, so die Bank.„Intensive Analysen und Entwicklungen der letzten Jahre zeigen, dass unsere Kunden immer seltener eine Filiale besuchen und stattdessen andere Kontaktmöglichen bevorzugen“, so Bernd Griese. Für persönliche Beratung gebe es weiterhin zehn Standorte, außerdem biete man Beratungsgespräche beim Kunden zu Hause sowie in den Betrieben und Unternehmen an.

Im gesamten Geschäftsgebiet von Attendorn über Finnentrop, Lennestadt, Kirchhundem und Schmallenberg bis nach Winterberg, Medebach und Hallenberg werde die Bargeldversorgung weiterhin sichergestellt. Hieran habe man in den vergangenen Monaten sehr intensiv gearbeitet. „Wir setzen auch auf die sich zwischenzeitlich bewährten Kooperationen,“ erläutert Bernd Griese. Anbieten werde man auch weiterhin den Geld-Bring-Service. „Kunden, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, bringen wir Bargeldbeträge zwischen 250 und 1.000 Euro nach telefonischer Bestellung auch nach Hause.“

Weitere Veränderungen stehen bis Ende des Jahres an: das Kunden-Servicecenter in Kirchhundem soll mit neuen Leistungen ausgebaut und zu einem Kunden-Dialogcenter weiterentwickelt werden. Ein Beraterteam, die zukünftige Möglichkeit der Videoberatung und die telefonische Begleitung der Kunden bei der Nutzung der digitalen Leistungen, werde eine tragende Säule der Bank, die auch personell weiter ausgebaut werde.

„Täglich erreichen uns durchschnittlich 1.000 telefonische Kundenanfragen. Unsere Mitglieder und Kunden nutzen sehr stark den Kontakt per E-Mail und das elektronische Postfach. Ergänzend bieten wir seit November 2019 auch What’s App als Zugangsweg zur Volksbank an,“ so Griese.

Volksbank will neue Geschäftsfelder erschließen

Für Mitglieder und Kunden würden die digitalen Serviceleistungen weiter ausgebaut. Ein wichtiges Beratungsfeld werde das „neue Sparen“ werden. Denn die Auswirkungen der Niedrigzinsen seien für Sparer immens und es sei keine baldige Veränderung des Zinsniveaus zu erwarten. Hier wolle man verstärkt Aufklärung betreiben und persönliche Beratung anbieten.

Mit dem strategischen Programm geht auch ein Personalabbau einher. Zu betriebsbedingten Kündigungen werde es dabei aber nicht kommen. Innovationskraft und Mut zur Veränderung seien gefragt, um für die Bank neue Geschäftsfelder zu erschließen. Wie beim Projekt „Alter(n)sgerechtes Wohnen“ in Saalhausen arbeite man an weiteren Unternehmensaktivitäten, die zwar banknah seien, aber bislang nicht zum klassischen Kerngeschäft gehörten, wie zum Beispiel der Vermittlung von Energieverträgen.

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