Tourismus

Signal für Waldbahnhof steht auf „freie Fahrt“

Mit der Freigabe des Brandschutzkonzeptes kann es jetzt im Waldbahnhof Brilon Wald weitergehen.  Paul Witteler (l.) und Eckhard Lohmann von den Gesellschaftern und Ortsvorsteherin Ariane Drilling

Mit der Freigabe des Brandschutzkonzeptes kann es jetzt im Waldbahnhof Brilon Wald weitergehen. Paul Witteler (l.) und Eckhard Lohmann von den Gesellschaftern und Ortsvorsteherin Ariane Drilling

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon-Wald.  Das Eisenbahnbundesamt hat nach gut 13monatigem Verfahren das Brandschutz-Konzept für den Umbau des Bahnhofs Brilon Wald freigegeben.

Lange haben sie darauf gewartet, aber Weihnachten lag sie ihnen endlich vor: Das Eisenbahn-Bundesamt in Berlin hat dem Brandschutz-Konzept zum Umbau des Bahnhofs Brilon-Wald die Freigabe erteilt. „Damit können wir jetzt weitermachen“, freut sich Eckhard Lohmann, Architekt und einer der Geschäftsführer der Waldbahnhof Sauerland Brilon-Willingen GmbH & Co. KG.

Nachdem die Bahnhofs-Freunde bereits das Dach und die Fassade – inklusive der Fenster – des denkmalgeschützten Gebäudes fachkundig restauriert haben, folgt jetzt der Innenausbau.

Besucher des Weihnachtsmarktes haben es sicher bemerkt: Die Decke der Schalterhalle ist dicht. Wo früher ein mehrere Quadratmeter großes Loch den Blick unters Dach freigab, sind neue dicke Balken verlegt. Damit ist der Verbindungstrakt zwischen den beiden Seitensegmenten offiziell für begehbar erklärt worden – eine zentrale Voraussetzung für den geplanten Hotelbetrieb. Denn dort verläuft der heute erforderliche Fluchtweg, falls bei einem Brandfall eines der beiden Treppenhäuser in den seitlichen Segmenten nicht mehr benutzt werden kann.

Damit entfallen allerdings die dort unter der Dachschräge eigentlich im Berghütten-Stil geplanten rustikalen Übernachtungsmöglichkeiten. Die Initiatoren des Projektes haben sich darauf bereits eingestellt. „Die Unwägbarkeiten sind jetzt weg“, sagt Paul Witteler, ebenfalls einer der geschäftsführenden Gesellschafter. Mit Absegnung des Brandschutzkonzeptes können der Hotel- und Restaurantbereich des alten Bahnhofs wie zu dessen Betriebszeiten genutzt werden. Denn trotz des Erwerbs des Gebäudes haben die Projekt-Initiatoren das Objekt nicht von der Bahn entwidmen lassen. Andernfalls, erläutert Architekt Lohmann, hätte man ein komplett neues bauordnungsrechtliches Genehmigungsverfahren durchlaufen müssen. So aber kann die gastronomische Nutzung auch nach all den Jahren des Leerstandes und des Verfalls nahtlos wieder aufgenommen und fortgesetzt werden.

Nächster Schritt: die sanitären Anlagen

Nächster Schritt der Sanierung ist die Herstellung der öffentlichen sanitären Einrichtung in dem eingeschossigen Fachwerk-Anbau des Bahnhofes. „Das wollen wir Mai, Juni fertig haben“, sagt Eckhard Lohmann. Die sanitären Anlagen stehen künftig auch den Bahnreisenden zur Verfügung – und damit sollte die Zeit der unappetitlichen Notdurft-Verrichtung auf dem Bahnhofsgelände endlich vorbei sein. Zudem gehen die Initiatoren jetzt den Ausbau des Restaurant- und Hotelbereichs an. In einem Wartesaal sind bereits jede Menge Polsterstühle und etliche Tische gestapelt – Inventar aus einer Restaurantauflösung, für das es in dem Bahnhof eventuell eine neue Verwendung geben kann. Insgesamt 300 Sitzplätze sind in Gaststätte bzw. Restaurant vorgesehen.

Fertigstellung für 2020 angepeilt

Bei der Bettenkapazität mussten die Investoren wegen der Brandschutzauflagen Abstriche machen. In den beiden Seitentrakten sind in Ober- und Dachgeschoss nun insgesamt 13 Zimmer mit zusammen 58 Betten vorgesehen. Diese Bereiche, so Architekt Lohmann, seien „schon immer“ als Wohnung bzw. Hotel benutzt worden.

Fertigstellungstermin: 2020 – zu den Internationalen Hansetagen in Brilon.

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