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So kommt man vom Flughafen Paderborn nach New York

Abflug Paderborn zum  Start in die Welt: 736.200 Passagiere sind 2018 vom Airport Paderborn-Lippstadt aus gestartet.

Abflug Paderborn zum Start in die Welt: 736.200 Passagiere sind 2018 vom Airport Paderborn-Lippstadt aus gestartet.

Foto: Thomas Winterberg

Brilon/Paderborn.   Der Flughafen Paderborn ist Heimatflughafen der Sauerländer. Es gibt Direkt-Flüge zu 50 Urlaubszielen. Weltweit geht es aber zu fast jedem Ort.

Papst Johannes Paul II war hier, Prinz Charles, Gerhard Schröder und Angela Merkel auch. Ein Tiger des Magier-Duos Siegfried und Roy hat auf dem Kofferband gelegen. Und weil die Paderborner kein Nachtflugverbot haben, landen die BVB-Kicker nach Auswärtsspielen oft in „PAD“. Trotz aller Internationalität ist der Paderborn-Lippstadt Airport aber der Flughafen der kurzen Wege. 375 Meter ist die kürzeste Distanz vom Parkplatz bis direkt in die Maschine, rund 800 Meter die längste. Und von dort sind den Entfernungen in alle Welt eigentlich keine Grenzen gesetzt.

Der Airport Paderborn-Lippstadt trägt nicht umsonst den Titel „Heimathafen“. Dieses Jahr wird er 50 Jahre alt. Heute ist er ein Flughafen mit länderübergreifender Bedeutung für 5,5 Millionen Menschen aus NRW, Niedersachsen und Hessen. Und jährlich schätzen 736.200 Passagiere (Stand: 2018) bei 38.000 Starts und Landungen den Flughafen vor der Haustür als Tor zur Welt für Geschäfts- und Urlaubsreisen gleichermaßen.

Geht das auch ab Paderborn?

„Viele unserer Kunden fragen bei der Buchung von Flugreisen als Erstes, ob das Ziel auch ab Paderborn erreichbar ist?“, weiß Alice Kaup. Sie ist Tourismuskauffrau und arbeitet im „TUI Travel-Star“ Reisebüro Kimmlinger in Brilon. Heimatnähe, Überschaubarkeit, leichte Erreichbarkeit und problemloses Parken werden oft als Gründe für diesen Wunsch genannt. Und es gibt – dank Start- und Landemöglichkeiten rund um die Uhr - sehr urlauberfreundliche Abflugzeiten: Früh morgens startet zum Beispiel der erste Flug nach Antalya. „Die Türkei ist ohnehin in diesem Jahr wieder sehr stark gefragt“, sagt Andrea Münstermann vom Airport-Marketing. Und wer vor dem Flug noch ein Gebet zum Himmel schicken möchte: es gibt einen ökumenischen Raum der Stille und einen muslimischen Gebetsraum im Airport.

50 Mal direkt ans Urlaubsziel

Was viele offenbar nicht wissen: Neben den wöchentlich 50 Direkt-Flügen auf die Balearen, Kanaren, nach Griechenland, Ägypten oder in die Türkei können Passagiere über zwei große Drehkreuze eigentlich weltweit fast alle Ziele ansteuern.

Beispiel: Wer „Noch niemals in New York“ war, kann in Paderborn den Flieger besteigen, nach München oder Frankfurt fliegen und von dort zum Big Apple durchstarten. „Von den Kosten her ist das in der Regel nicht teurer als der Flug direkt von München aus. Manchmal ist es sogar günstiger, wenn die Zubringerflüge nicht ausgebucht sind“, sagt Alice Kaup. Unterm Strich spart der Reisende sogar noch Zeit. Denn mit dem Flieger ist er in einer guten Stunde in München, was mit Auto oder Bahn nicht zu schaffen wäre. Außerdem kann der Fluggast in Paderborn direkt den Sicherheitscheck für die USA machen und in München via Transit gleich durchmarschieren.

Per Drehkreuz in die ganze Welt

Die Drehkreuze in die bayrische und in die hessische Metropole werden sehr oft genutzt: „Das Verhältnis ist dabei etwa siebzig Prozent Businessflieger und dreißig Prozent Urlauber“, sagt Andrea Münstermann. Für vielfliegende Manager gibt es einen eigenen Wartebereich mit bequemen Sesseln, aber auch mit Schreibtischen und PC-Drucker, falls vor dem Abflug zum Geschäftsmeeting noch Arbeit zu erledigen ist. Business-Reisende, die vor Ort mobil sein müssen, können sich via Car-Sharing ein Auto per App buchen – Abrechnung im Viertelstundentakt und je gefahrenem Kilometer.

Shuttle auf Probe

Mit „Rail and fly“ – also einem Zug-Zubringer zum Flughafen – kann Paderborn nicht dienen, weil der Airport keine direkte Zuganbindung hat. Diese Lücke versucht man mit einem neuen Shuttle-Service zu schließen. Das neue Angebot ist zunächst für sechs Monate im Testbetrieb und wird mit 20 Kleinbussen durchgeführt.

Der Airport ist ein kleiner Kosmos in sich. 250 Mitarbeiter beschäftigt allein die Flughafengesellschaft. Auf dem Areal sind es insgesamt mehr als 1.600 Mitarbeiter, u.a. gibt es eine Flugschule, eine Wartungshalle für Maschinen, Kiosk, Restaurant, Duty-Free-Shop und – eine Ausbildung am Airport kann man auch machen. „Servicekaufmann bzw. -kauffrau im Luftverkehr“ heißt die genaue Bezeichnung. Dabei bekommen die Azubis Einblicke in alle Bereiche eines Flughafens – bis hin zum Ramp-Agent, der mit den Kellen winkt. Nur das Fliegen: das bleibt den Piloten vorbehalten, die den Papst, die Kanzlerin oder die Tiger via Paderborn in alle Welt bringen.

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