Europawahl

So sehen Politiker im Altkreis Brilon die Europawahl

Wer sich noch nicht sicher ist, wen erwählen soll, kann sich im Netz vom „Wahl-O-Mat“ helfen lassen. Viele Parteien veröffentlichen auch Kurzfassungen ihrer Wahlprogramme. Perfekt für einen schnellen Überblick. Foto:Ralf Hirschberger

Wer sich noch nicht sicher ist, wen erwählen soll, kann sich im Netz vom „Wahl-O-Mat“ helfen lassen. Viele Parteien veröffentlichen auch Kurzfassungen ihrer Wahlprogramme. Perfekt für einen schnellen Überblick. Foto:Ralf Hirschberger

Brilon.   Drei junge Erwachsene und zwei Bürgermeister geben ihre Sicht auf das Thema preis und geben unentschlossenen Wählern Tipps zur Vorbereitung.

Ende Mai wird gewählt – und zwar in der ganzen Europäischen Union. Am 26. Mai können in Deutschland rund 60,8 Millionen Deutsche sowie rund 3,9 Millionen Unionsbürger- und bürgerinnen abstimmen, wer ihre Interessen im Europäischen Parlament vertreten soll. Dort werden die Abgeordneten dann für die nächsten fünf Jahre mitentscheiden, welche Gesetze die Europäische Union erlässt und welche nicht.

Wir haben drei junge Erwachsene und zwei Bürgermeister aus der Region gefragt, was sie von den Europawahlen halten. Sophia Böddicker Foto: privat , Sophia Böddicker (21, aus Brilon, stellvertretende Vorsitzende der Jungen Union Brilon): Jeder hat eine Meinung oder bestimmte Werte und Vorstellungen, die ihm wichtig sind. Das Recht, diese Meinung durch die Wahl kund zu tun, wird leider oft unterschätzt – das ist schade. Ohne Europa gäbe es keine offenen Grenzen, mehr Isolation und dafür keinen Binnenmarkt. Wir ziehen den Nutzen aus vielen Vorteilen, die im Alltag schnell in Vergessenheit geraten: Gerade unsere Region hat sehr von den LEADER-Projekten profitiert, die von EU-Geldern finanziert wurden. Ich glaube aber, dass Abstimmungen, wie neulich über Artikel 13, besser von den Abgeordneten kommuniziert werden müssen. Letztere müssen sich als Vermittler zwischen Parlament und Wähler sehen und als solche auch informieren. Dr. Christof Bartsch Foto: Privat Dr. Christof Bartsch (Bürgermeister in Brilon): Viele Fragen unserer Zeit, zum Beispiel Klima- und Umweltschutz, Wanderungsbewegungen und Energieversorgung, lassen sich nur in großen Zusammenhängen lösen. Die EU ist eine große Errungenschaft, aber aktuell erleben wir in Europa einen Rückfall in nationale Abschottung und Kleinstaaterei. Umso wichtiger ist es, bei der Europawahl wählen zu gehen. Die wichtigste Informationsquelle vor den Europawahlen ist zunächst die eigene Erwartung: Ich muss mich fragen, was Europa für mich bedeutet und wie ich in 10, 20 oder mehr Jahren in Europa leben möchte. Anschließend helfen der Abgleich der eigenen Erwartungen mit den Parteiprogrammen im Internet und mit Informationen aus Gesprächen mit Politikern, dem Austausch in der Schule und am Arbeitsplatz sowie aus den Medien.

René Mielnickel Foto: privat , René Mielnickel (18, aus Brilon, Schriftfrüher bei den Jusos HSK): Bei den Wahlen geht es um die Zukunft Europas und darum, wie wir in Zukunft leben werden und wer unsere politische Zukunft gestalten wird. Mit den Wahlen sollten wir auch ein deutliches Zeichen gegen den Rechtsruck und gegen Europagegner setzen. Besonders gut an der EU finde ich, dass wir in einer Wertegemeinschaft leben, in der Grenzen nur noch durch Schilder, aber nicht mehr durch Grenzkontrollen gekennzeichnet sind. Dafür finde ich, dass wir zum Beispiel Steuerflucht in der Zukunft mehr bekämpfen müssen. Jungen Wählern würde ich empfehlen, mal eine Podiumsdiskussion zu besuchen: Dann kann man die Debatten live mitbekommen. Wolfgang Fischer Foto: Privat Wolfgang Fischer (Bürgermeister in Olsberg): Die EU entscheidet über viele Dinge, die uns sehr konkret im Alltag betreffen – angefangen von dem, was bei uns im Ladenregal liegt, da ist das Stichwort Verbraucherschutz, bis zum LEADER-Programm, mit dem wir Projekte vor Ort anstoßen können. Bei der Europawahl geht es also nicht um etwas, das weit weg ist – es geht um uns. Übrigens sind unsere Europapolitiker immer wieder vor Ort präsent – nicht nur zu Wahlkampfzeiten. Meine Empfehlung: Einfach zu solchen Terminen hingehen und mit ihnen sprechen. Sie beißen nicht – ganz im Gegenteil freuen sie sich, wenn sie mit jungen Menschen ins Gespräch kommen. Joanna Weigand Junge WP-Autorin Foto: privat Joanna Weigand (22, aus Bigge, engagiert sich bei der Grünen Jugend und bei Amnesty International): Die EU ist die beste Idee, die Europa je hatte, finde ich. Auch wenn es viel zu verbessern gibt, sollten wir trotzdem europafeindlichen Kräften entschieden entgegentreten. Gut finde ich vor allem die Freiheit zu reisen und zu leben, wo ich will. Ändern muss sich auf der anderen Seite der riesige Bürokratieapparat und die Macht der Nationalstaaten. Wer noch nicht weiß, wen er bei den Europawahlen wählen soll, dem empfehle ich den Wahl-O-Mat im Internet. Ansonsten veröffentlichen viele Parteien auch Kurzversionen ihrer Wahlkampfprogramme.

>>>Europawahl 2019 <<<

Die Europawahl findet alle fünf Jahre statt. Im Jahr 2019 werden die Europa-Abgeordneten zum neunten Mal gewählt. Jeder EU-Bürger der mindestens 18 Jahre alt ist, darf seine Stimme abgeben. Die einzige Ausnahme ist Österreich, wo man bereits mit 16 Jahren wahlberechtigt ist.

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