Jugendarbeit

So unterstützt das Alfred-Delp-Haus in Brilon Kinder

Burkhard Wiese, Heike Humpert und Kathrin Wicik freuen sich auf die anstehende Feier zum 60-jährigen Bestehen des Alfred Delp Hauses.

Burkhard Wiese, Heike Humpert und Kathrin Wicik freuen sich auf die anstehende Feier zum 60-jährigen Bestehen des Alfred Delp Hauses.

Foto: Kevin Kretzler

Brilon.   Seit 60 Jahren helfen die Mitarbeiter Kinder und Jugendlichen. Das ganze Jahr über gibt es Feiern. Das Erfolgsrezept hat sich nie geändert.

Freunde finden und treffen, neue Aktivitäten ausprobieren, aber vor allem sich nicht verstellen müssen, man selbst sein dürfen. Diese Möglichkeiten bietet seit 60 Jahren das Alfred-Delp-Haus in Brilon. In diesem Jahr feiern die Mitarbeiter, ehrenamtlichen Helfer, Freunde, ehemalige Besucher, die Kinder und viele mehr im Rahmen von vielen Veranstaltungen das besondere Jahr. „Wir veranstalten die Feier unter dem Motto ,60 Jahre - wir leben Vielfalt’ und das möchten wir das ganze Jahr über zum Ausdruck bringen“, erklärt Burkhard Wiese, Leiter des Hauses.

Die Vielfalt zeigt sich bei den Besuchern des Jugendtreffs, die unterschiedlichen Nationalitäten, Religionen und Altersgruppen angehören. Das soll sich auch bei einer Feier am 16. Juni wieder zeigen, wo auch ein Austausch zwischen den Generationen im Rahmen eines Tages der offenen Türe stattfinden soll. „Wir wollen den Besuchern dann die Möglichkeit geben zu sehen, was hier überhaupt angeboten wird. Sei es unser Kochprojekt, die Videospieletester, unser Cocktailstand und vieles mehr“, sagt Heike Humpert, Sozialarbeiterin im Alfred-Delp-Haus und unter anderem für den Mädchentreff zuständig. Auch Sportangebote, wie Basketball, sind Teil des Konzeptes vor Ort.

Interessen der Besucher im Fokus

Die Grundidee hat sich in all den Jahren nicht geändert. Das können auch die Mitarbeiter bestätigen, die das Haus schon lange kennen. So wie Katharina Wicik. Sie war bereits als Jugendliche zu Besuch, genoss die Hip-Hop Parties, machte zwei Schulpraktika im Haus und ist heute als pädagogische Mitarbeiterin dort tätig. „Es verändert sich zwar alles, weil auf die Interessen der Besucher eingegangen wird, aber der Rahmen ist all die Jahre gleich geblieben“, sagt die 31-Jährige.

Das kann auch Heike Humpert bestätigen, die in ihrer Jugend das Töpferangebot in Anspruch nahm. „Für mich gab es hier keine Veränderung. Das Angebot ist vielleicht angepasst, aber es war immer ein Ort an dem Kinder und Jugendliche ihre Freizeit verbringen können. Auch unsere Haltung und die Prinzipien sind unverändert“, sagt die 46-Jährige.

Europawahl und 11. September sind Themen

Die Haltung gegenüber den Kindern und Jugendlichen sagt vor allem eines aus: „Wir vermitteln hier jedem, dass es in Ordnung ist so zu sein wie man eben ist“, erklärt Wicik deutlich. Grundvoraussetzungen muss niemand erfüllen. Wer Freunde treffen oder kennenlernen will, kommt vorbei. Wer etwas lernen möchte, hört den Mitarbeitern zu. Wer Fragen hat, stellt sie und bekommt eine Antwort. So beispielsweise zum Ramadan, als die Besucher im Alfred Delp Haus nicht wie gewohnt essen und trinken konnten. „Wir versuchen zu erklären, was es damit auf sich hat und mit dem Zuckerfest ebenso. Aber auch, wenn andere Themen aufkommen, wie die Europawahl, nehmen wir das auf. Oder wenn jemand das Gespräch unter vier Augen sucht, sind wir da“, erklärt Burkhard Wiese, der das Haus leitet.

Dass die Kinder Gesprächsbedarf haben, ist dabei mehr die Regel und keine Ausnahme. „Das ist absoluter Alltag. Dabei muss es auch gar nicht immer um ein großes Problem gehen, wie die Anschläge vom 11. September oder einen verunglückten Autofahrer, wo die Kinder ihrer Trauer hier Ausdruck verleihen können“, stimmt Katharina Wicik zu.

Höhepunkte nicht direkt sichtbar

Sie arbeitet mittlerweile seit sechs Jahren im Kinder- und Jugendzentrum. Einen speziellen Höhepunkt aus dieser Zeit kann sie nicht benennen. Das liege aber vor allem am Berufsfeld. Die Effekte seien nicht sofort sichtbar, wenn es beispielsweise darum geht zu überprüfen, ob eine Hilfestellung Früchte getragen hat. Daher weiß sie eine Rückmeldung von ihren Schützlingen umso mehr zu schätzen. „Wenn es ein Danke gibt oder ein ,Es ist schön, dass ihr da seid’, dann tut es auch gut das zu hören“, sagt Katharina Wicik.

Ähnlich sieht es auch Wiese, der schon 30 Jahre im Haus tätig ist. „Es freut mich zu sehen, wie sich die Kinder und Jugendlichen entwickeln und ihren Weg gehen. Es ist schön mitzuerleben, wie sie das voranbringt.“

Der Erfolg des Hauses liegt in der Unverbindlichkeit

Der Erfolg fußt für die drei Mitarbeiter vor allem auf der Unverbindlichkeit des Hauses. Es gibt keine Verpflichtungen, wie beim Training im Sportverein, die Kinder und Jugendlichen können ihre Ideen einbringen, Erfolgserlebnisse abseits der Schule erzielen. „Aber auch ihre Kompetenzen entdecken, die sonst nicht entdeckt werden. Diese versuchen wir dann auch hier zu fördern“, sagt Heike Humpert.

Für die Zukunft wünschen sich die drei, dass die Kinder in einer immer schnelllebigeren Welt auch weiterhin einen Ort haben, der ihnen eine Verschnaufpause bietet. Wicik: „Hier können sie Stärkung erfahren und dürfen Kind sein.“

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