Musical

So verlief die Premiere des Musicals „Mensch“ in Winterberg

Auf der Bühne präsentiert sich ein starker Kontrast zwischen den Sängern in schwarz-weißer Kleidung und der Verführung mit ihrem roten Mantel. Sie bezirzt jene, die sich von Gott abwenden wollen.

Auf der Bühne präsentiert sich ein starker Kontrast zwischen den Sängern in schwarz-weißer Kleidung und der Verführung mit ihrem roten Mantel. Sie bezirzt jene, die sich von Gott abwenden wollen.

Foto: Nicole Reuter

Niedersfeld.  Auf der Bühne in Niedersfeld wirkt alles harmonisch bei den Sängern des Projektchores. Dann bricht jemand aus den Reihen heraus und will weg.

Knallige Kostüme, Hip-Hop, Popmusik und Smartphones – der 60-köpfige Projektchor des Singing Circles in Winterberg hat das biblische Gleichnis des verlorenen Sohnes modernisiert und am Samstag in der Niedersfelder Dorfhalle gleich zweimal auf die Bühne gebracht. Standing Ovations und ein mitsingendes Publikum krönten den ersten Auftritt.

Bereits im Vorverkauf wurden 500 Karten für die beiden Aufführungstermine reserviert. Kurz vor der ersten Aufführung sind die Sänger des Projektchores gespannt. „Die Stimmung ist sehr gut. Wir freuen uns; das ist so ein schönes Erlebnis für den Chor“, sagt Luise Schönbrodt. Sie selbst ist bereits seit acht Jahren mit dabei. „Unser Chorleiter hat uns gelobt und uns Mut gemacht“, freut sie sich.

Suche nach Freiheit auf der Bühne

Kurz vor Beginn ist die Dorfhalle gut gefüllt. Sänger, Musiker, Schauspieler und Tänzer zeigen an diesem Tag, dass sich die Proben in den vergangenen Monaten gelohnt haben. Mit Klaviertönen beginnt das Musical. Die Sänger betreten als Kirchenchor in schwarz-weißer Kleidung die Bühne. Das Kirchenlied „Großer Gott, wir loben dich“ erklingt. Plötzlich bricht jemand aus den Reihen heraus und ruft „Ich will hier raus, ich will hier weg“ – die Figur „Mensch“, die sich von Gott abwendet, nach Freiheit sucht und ein schönes, unbeschwertes Leben genießen möchte.

Die fleischgewordene Verführung

Schnell tritt die „Verführung“ in Erscheinung. Schwarz glitzernd gekleidet mit einem auffallenden roten Mantel als Kontrast. Mit starker und energiereicher Alt-Stimme tritt die Sängerin mit einem Solo auf; verführt den Menschen zur Freiheit fern von Gott. Schnell machen die beiden noch ein Selfie – bevor der ganze Chor für das nächste Lied mit Smartphones in der Hand auftritt. „Jetzt geht’s los; sie liken uns“ – „Wirklich? Sie mögen uns? Wir sind wichtig“, heißt es im Dialog, der das Gleichnis in die moderne, digitale Zeit rückt. Aspekte durch die das Publikum zum Nachdenken animiert wird.

Ruhige Harmonien des Chores, a cappella gesungen, wechseln sich mit Popsongs, Soli und Hip-Hop-Musik ab. Ein breites musikalisches Spektrum, schön inszeniert und offensichtlich mit Spaß seitens der Akteure vorgetragen. Die Geschichte setzt sich fort, Tänzer sorgen für Abwechslung auf und vor der Bühne und begeistern die Zuschauer mit ihren Choreografien. „Mensch“ genießt das Partyleben mit falschen Freunden, die ihn im Stich lassen, sobald sein Geld aufgebraucht ist, bis der „Mut“ ihn letztlich findet und ihm hilft, sich zu überwinden und zu Gott zurückzufinden.

Ensemble besteht aus vielen Laien

Geübte Stimmen von Bass über Tenor und Alt bis zu Sopran-Passagen sorgen für eine tolle Mischung auf der Bühne. „Es ist super, vor allem, wenn man daran denkt, dass es zum Großteil Laien sind“, meint eine Zuschauerin im Nachhinein. Die Meinung ist nach der Aufführung eindeutig: Großes Lob geht über die Lippen der Besucher, die am Ende sogar mit eingebunden werden und mitsingen dürfen. „Es hat mir super gefallen“, „Es waren ganz tolle Stimmen dabei“, „Es war ganz klasse. Anders als ich es mir vorgestellt hatte“ und „Die Tänzer fand ich richtig gut“ – die Zuschauer finden nach der vollbrachten Zugabe nur positive Worte zum Musical.

Auch die Sänger selbst sind mehr als zufrieden mit ihrem ersten Auftritt am Samstag: „Es war einfach toll. Wir freuen uns, dass es sich gelohnt hat. Bei der zweiten Aufführung stehen nach diesem Auftritt garantiert wieder alle mit viel Energie auf der Bühne“, freut sich Sandra Schmitt, die im Vorstand des Singing Circles ist. Sonja Kevenförster stand bereits in Warburg beim Musical mit auf der Bühne und zieht ihr persönliches Fazit: „Es war super und auf jeden Fall noch einmal anders als in Warburg.“ Es habe ihr viel Spaß gemacht. „Wir freuen uns, dass es sich so gelohnt hat“, sagt Schmitt abschließend.

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