Verkehr

Sorge um Sicherheit von Kindern in Olsberg-Wiemeringhausen

Plakatierung Brunskappeler Straße: Ein letzter Versuch von Franz-Josef Joch und seiner Familie, auf die gefährliche Stelle an der B480, wo viele Lkw vorbeirauschen, hinzuweisen.

Plakatierung Brunskappeler Straße: Ein letzter Versuch von Franz-Josef Joch und seiner Familie, auf die gefährliche Stelle an der B480, wo viele Lkw vorbeirauschen, hinzuweisen.

Foto: Franz-Josef Joch

Wiemeringhausen.  Ein Mann sorgt sich um die Sicherheit von Kindern in Olsberg-Wiemeringhausen. Jetzt startet er einen letzten Versuch für mehr Verkehrssicherheit.

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Joch startet einen letzten Versuch. Er plakatiert. Jene Ecke an der Brunskappeler Straße in Wiemeringhausen bei Olsberg, die er für zu eng und zu gefährlich hält. „Platz für uns, Herr Bürgermeister!“ Für Schulkinder morgens, für jene, die zum Friedhof gehen. Ein letzter Versuch, damit an dieser Stelle doch noch was passiert.

„Für Kinder ist es hier viel zu gefährlich, bitte unterschreib‘ auch Du! Grüße von Lilly Joch“, war das erste Plakat überschrieben. Jochs Enkelin Lilly, die jeden Morgen an dieser Ecke her muss, bittet um Unterschriften. „Liste bei Ute und Rüdiger“ steht auf dem Plakat, gemeint ist die Dorfbäckerei Caspari, und an die 100 Wiemeringhäuser unterschrieben tatsächlich. Diese Liste schickte Joch an Straßen NRW und an den Bürgermeister. Und er bekam am 11. November eine Antwort.

Straßen NRW

Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für Fußgänger sei an der B480 bereits 1992 eine Fußgängerlichtsignalanlage nahe der Einmündung der Brunskappeler Straße aufgestellt worden. Hierhin führe auch von der Brunskappeler Straße ein Gehweg, der im direkten Einmündungsbereich aufgrund eines vorhandenen Zauns eines Anliegergrundstücks etwas schmaler ausfalle. „Der Gehweg könnte hier nur unter Einbeziehung beispielsweise des Anliegergrundstücks verbreitert werden, was aber in die Zuständigkeit der Stadt Olsberg fallen würde.“

Anwohner-Appell

Zurück schrieb Franz-Josef Joch: „Der Fußgängerraum beiderseits der Fußgängerlichtsignalanlage ist allemal zu knapp bemessen. Zudem wird die Ampel von Autofahrern die aus der Brunskappeler Straße kommend nach rechts auf die B480 einbiegen wollen, nach Aussage aller Anwohner dieser Straße oft nicht wahrgenommen.

Ich möchte denken, dass Sie mindestens für die Ampel verantwortlich zeichnen. Sie sprechen vom ,Zaun eines Anliegers‘: Der angesprochene Zaun hat mit der Situation nichts zu tun. Grundsätzlich ist jedermann berechtigt, sein Grundstück einzufrieden. Von diesem Grundstück müssen aber drei Meter abgenommen und der Fußgängerfläche zugeschlagen werden. Hierzu war zweimal Gelegenheit. Das Grundstück ist zweimal verkauft worden. Ich hatte mich deswegen rechtzeitig bei Herrn Fischer gemeldet. Bitte helfen Sie mir, Herrn Fischer in Olsberg davon zu überzeugen, dass dringend gehandelt werden muss. Durchschrift an Herrn Bürgermeister Fischer.“

Bürgermeister und Stadt

Das Thema ist dem Bürgermeister und der Stadt bekannt. Man hatte auch schon im Vorfeld wiederholt erklärt, sollte sich der Grundstückseigentümer in Gesprächen mit den örtlichen politischen Vertretern kompromissbereit zeigen, helfe die Stadt gerne mit weiter. Der Bürgermeister ist zudem vor kurzem nach WP-Informationen sogar morgens zur Stoßzeit vor Ort gewesen. Und es gab eine kleine erste Konsequenz. „Ja, die Stadt hat eine ,Bitte-Danke-Geschwindigkeitsanzeige‘ in Höhe der Ampel temporär installiert haben, um die Autofahrer zusätzlich zu sensibilisieren“, bestätigt Pressesprecherin Angelika Beuter. Auch sei es richtig, dass der Ortsvorsteher angeschrieben und diesem der aktuelle Informationsstand mitgeteilt wurde.

Ratsvertreter und der Ortsvorsteher

Das Schreiben war eine Antwort auf einen Brief vom Wiemeringhauser Ortsvorsteher Talat Durguter und den Ratsvertretern. Tenor: „Aufgrund von Anfragen weiterer Anwohner der Brunskappeler Str. möchten wir nochmals auf die Situation der Fußgänger, insbesondere der Schul- und Kindergartenkinder hinweisen.“ Sie baten um Prüfung mehrerer Vorschläge: Ob eine Verengung der Brunskappeler Straße möglich sei, um den Bürgersteig zu verbreitern? Ob verkehrsberuhigende Maßnahmen umgesetzt werden könnten wie Schilder, Tempo 30 oder eine Abgrenzung durch eine Sperrkette zur Ampelanlage?

„Sinngemäß steht in dem Antwortschreiben, dass eine Absperrung den Bürgersteig weiter verengen würde, die Ampelschaltung der Norm entspricht, eine Verringerung der Geschwindigkeit nicht möglich ist, da es ich um eine Durchgangsstraße handelt, und dass der Fußgängerverkehr dort ohnehin nicht so hoch wäre, dass eine Gefährdung besteht“, so Franz-Josef Weigand (Grüne). Das Warnschild sei ja inzwischen installiert, allerdings nur aus Richtung Winterberg.

Neue Eigentümerin

Am 11. Oktober, nach dem ersten Bericht in der Westfalenpost, hatten sich die Ratsvertreter am Ort des Geschehens mit Franz-Josef Joch getroffen. Danach habe es ein Gespräch mit der neuen Eigentümerin gegeben, sagt Franz-Josef Weigand, auch Ratsmitglied Uwe Lingenauber (CDU) sei dabei gewesen. „Die Eigentümerin sieht die Situation dort ebenfalls kritisch, ist aber aus verständlichen Gründen nicht bereit, etwas von ihrem Grundstück abzugeben. Das Grundstück ist zur Straße hin sehr begrenzt.“ So habe man die Sachlage klären können, mehr aber auch nicht.

Und wie geht’s weiter? „Aus Sicht der Stadt gibt es keine neuen Erkenntnisse. Auch der Landesbetrieb sieht keinen Handlungsbedarf. Zur Intention der Grundstückseigentümerin müsste man dort weitere Informationen erfragen“, so die Pressesprecherin.

Franz-Josef Joch hat dennoch umplakatiert. Er habe Bürgermeister und Straßen NRW mitgeteilt, dass er nun nicht mehr appelliere, sondern nur noch plakatiere. Zuletzt am Ampelmasten. Wortlaut? „So nicht, Herr Bürgermeister!“

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