Sportförderung

Sportinternat findet im Hapimag Winterberg Zuhause auf Zeit

Eröffnung des neuen Sportinternats in Winterberg. Schüler mit Jochen Behle und Rene Spies

Eröffnung des neuen Sportinternats in Winterberg. Schüler mit Jochen Behle und Rene Spies

Foto: Falk Blesken

Winterberg.   Das Sportinternat hat in Winterberg neue Räume im Hapimag-Ressort bezogen. WSV und NWBSV gehen in der Sportförderung neue Wege.

Als Jochen Behle durch die Tür geht und seinen Blick durch das helle, modern eingerichtete Zimmer schweifen lässt, bläst er staunende die Wangen auf. „Ich bin begeistert“, sagt Behle. Der ehemalige Ski-Langlauf-Star ist Sportdirektor des Westdeutschen Skiverbandes (WSV) und nimmt in dieser Funktion die neuen Räumlichkeiten des Sportinternats in Winterberg unter die Lupe. Aber nicht nur diese zaubern Behle ein Lächeln auf die Lippen, sondern auch die Art, wie die Zukunft des Internats gesichert wurde.

Zu Besuch im Sportinternat Winterberg

Das Sportinternat Winterberg hat neue Räumlichkeiten bezogen. Das sagen Bob-Cheftrainer René Spies und Langlauf-Legende Jochen Behle dazu.
Zu Besuch im Sportinternat Winterberg

Schließlich gehen der Westdeutsche Skiverband und der Nordrhein-Westfälische Bob- und Schlittenverband (NWBSV) einen neuen Weg: Sie gründeten die Spitzensport Service gGmbH Winterberg/Sauerland, deren wichtigste Aufgabe der Betrieb des Internates in Winterberg ist. „Das ist ein starkes Zeichen“, erklärt Winfried Stork, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Spitzensport Service gGmbH. „Die horizontale Zusammenarbeit von Verbänden wird zunehmen müssen, um neue Wege in der Förderung zu gehen.“

Internat seit 1995 in Winterberg

Ein Teil dieses neuen Wegs ist in Sachen Sportinternat die Zusammenarbeit mit dem HAPIMAG Ressort in Winterberg. Denn dort haben die aktuell sieben jungen Sportler für vorerst zwei Jahre eine neue Heimat gefunden. Weil der Landessportbund NRW (LSB) entschieden hatte, als Träger des seit 1995 in Winterberg beheimateten Internates nicht mehr bereit zu stehen, waren die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. Zudem stand das Domizil im Mutter-Kind-Kurheim St. Georg wegen Eigenbedarfs nicht mehr zur Verfügung.

Eins war aber allen Verantwortlichen klar: Das Internat durfte nicht verschwinden. „Es hat große Bedeutung für die Leistungssportler, die nicht in Winterberg oder im nahen Umfeld wohnen“, sagt Thomas Grellmann, Leiter des länderübergreifenden Bundesstützpunktes Winterberg/Willingen und neben Sven Kästner einer der beiden Geschäftsführer der Spitzensport Service gGmbH Winterberg/Sauerland. „Ein Internat ist wegen der effektiven Nutzung der Zeitressourcen und auch für den Fortbestand der Elite-Schule zwingend notwendig“, ergänzt er.

Lölling als bestes Beispiel

Eine der Sportlerinnen, die den Umzug jetzt miterlebten, ist Hanna Neise. Die Skeleton-Pilotin ist eines der größten Talente in Deutschland und wechselte im vergangenen Jahr in das Internat. „Aus Schmallenberg bin ich sonst eine Stunde mit dem Bus nach Winterberg gefahren – eine Strecke“, erzählt sie. Diese Zeitverschwendung kann sich bei den gestiegenen Schul- und Trainingsanforderungen kein Athlet mehr leisten, der irgendwann bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen an den Start gehen möchte.

Den Beweis dafür brachte in den vergangenen zwei Jahren Jacqueline Lölling. Die aus Brachbach im Siegerland stammende Skeleton-Athletin sammelte bereits während ihrer Internatszeit internationale Erfolge und trumpfte nach dem Sprung zu den Erwachsenen endgültig auf. Als amtierende Welt- und Europameisterin sowie Gesamtweltcup-Siegerin fährt Lölling als heiße Gold-Kandidatin zu den Olympischen Spielen im Februar 2018 nach Pyeongchang.

Mit Leistung zurückzahlen

Die derzeitigen Internatsschüler Evita Köhne (Rennrodeln/BRC Hallenberg), Sophie Gerloff (Rennrodeln/BSC Winterberg), die beiden Doppelsitzer Calvin Meister und Hendrik Seibert vom KSV Reichelsheim (Hessischer Bob- und Schlittensportverband), Hanna Neise (Skeleton/BSC Winterberg) sowie Melina Schöttes (Langlauf/SC Oberhundem) und Jan Stölben (Langlauf/SK Wunderthausen) wissen, dass ihnen ein ähnlicher Weg prognostiziert wird. „Die Sportler werden sich im neuen Internat wohlfühlen“, sagt Jochen Behle, grinst und ergänzt: „Ich hoffe, sie werden das mit Leistung zurückzahlen.“ Den Willen dazu haben alle Sieben.

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