Erneuerbare Energien

Stadt Brilon bekräftigt Veto gegen weiteres Windrad

Blick vom Turm der Propsteikirche auf den Windpark Brilon und die Räder bei Scharfenberg. Unterhalb des Sunderhofes ist noch Platz für ein weiteres. Das lehnt die Stadt als Eigentümer des Geländes aber ab..

Blick vom Turm der Propsteikirche auf den Windpark Brilon und die Räder bei Scharfenberg. Unterhalb des Sunderhofes ist noch Platz für ein weiteres. Das lehnt die Stadt als Eigentümer des Geländes aber ab..

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon.  Weil in dem erst jetzt wirksam gewordenen Vertrag über den Windpark Brilon von einem 7. Rad die Rede ist, kam es im Rat zu einer Klarstellung.

Gegen den Willen der Stadt Brilon wird es kein siebtes Windrad im Windpark zwischen Brilon und Altenbüren geben. Das betonten Donnerstagabend Abend im Rat sowohl Bürgermeister Dr. Christof Bartsch wie auch Stadtwerke--Geschäftsführer Axel Reuber sowie die Sprecher von CDU und SPD. Grund für das öffentliche Bekenntnis: Die Briloner Bürgerliste (BBL) hatte sich darüber gewundert, dass in dem mit dem Windpark-Partner, dem Verbands-Energie-Werk (VEW) Korbach geschlossenen Vertrag sämtliche Erlöse der VEW zufließen sollen.

Standort am Rande des Aatals

Das habe so seine Richtigkeit, sagten sowohl Bürgermeister Dr. Bartsch wie auch Axel Reuber. Schließlich habe der Rat im vergangenen Jahr beschlossen, dass sich die Stadtwerke nicht an einem weiteren Windrad beteiligen dürfen. Das sollte, wie berichtet, unweit der Kreisstraße nach Scharfenberg am Fuß des Wäldchens unterhalb des Sunderhofes - also unmittelbar am Rande des Aatals in Kernstadtnähe.

Vertragsklausel nur konsequent

Das Gelände liegt noch innerhalb der ausgewiesenen Windflächen-Konzentrationszone. Deshalb, so Stadtwerke- und seit Anfang Juni auch formell Windpark-Geschäftsführer Reuber, sei dort der Bau eines weiteren Windrades „theoretisch möglich“. Da sich die Stadtwerke laut Ratsbeschluss jedoch daran nicht beteiligen sollen, also auch keine Aufwendungen für den Bau leisten, können sie konsequenterweise auch nicht von etwaigen Erlösen partizipieren.

Fläche im Eigentum der Stadt

BBL-Ratsfrau Christiane Kretzschmar wollte wissen, ob die siebte Anlage „unter keinen Umständen gebaut“ werden könne. Es wär ja „absurd, wenn unsere Bürger belastet werden, aber nichts davon haben“. Auf ewig wollte sich niemand festlegen. CDU-Ratsherr Lukas Wittmann: „Wir wissen nicht, wie ein künftiger Rat in fünf oder zehn Jahre dazu steht.“ Derzeit sei das jedoch ausgeschlossen, da sich das Grundstück im Eigentum der Stadt befindet und sie bzw. der Rat deshalb frei entscheiden kann, was mit der Fläche passiert.

Und falls sich doch einmal die Einstellung zu dieser zusätzlichen kommunalen Einnahmequelle ändern sollte, „werden wir unsere Zustimmung damit erkaufen, dass wir auch bei den Erlösen dabei sind“, so SPD-Sprecher Hubertus Weber.

Zudem wunderte sich die BBL darüber, dass in dem am 5. Juni unterzeichneten Vertrag von einer Bareinlage über 100.000 Euro sowie einer Ausgleichszahlung von 1,25 Millionen Euro an das VEW die Rede sei. Darüber, so BBL-Ratsherr Reinhard Loos, sei der Rat nicht informiert worden. Stadtwerke-Chef Axel Reuber verwies darauf, dass dies alles in dem Grundsatzbeschluss fixiert sei, mit dem die Stadt vor Jahren schon die Bildung der gemeinsamen Windpark-Gesellschaft beschlossen hat. Die Zahlungen seien jetzt mit dem Beitritt fällig geworden.

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