Kommunales

Stadt Brilon lehnt weiteres Windrad im Aatal ab

Blick vom Turm der Propsteikirche: das linke Windrad gehört zum Windpark Brilon, die drei weiteren zum Bürgerwindpark Scharfenberg. Darunter, am Fuß des Gretenbergs, unterhalb des Sunderhofes am Rande des Aatals, möchten die Windpark-Betreiber eine weitere Anlage errichten.

Blick vom Turm der Propsteikirche: das linke Windrad gehört zum Windpark Brilon, die drei weiteren zum Bürgerwindpark Scharfenberg. Darunter, am Fuß des Gretenbergs, unterhalb des Sunderhofes am Rande des Aatals, möchten die Windpark-Betreiber eine weitere Anlage errichten.

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon.   Der Rat Brilon sprach sich gegen die Pläne der kommunalen Windpark Brilon GmbH aus. Einwohner klagen schon jetzt über Geräuschkulisse.

Der Windpark Brilon soll wachsen. Standort für ein weiteres Rad: das derzeit noch geschlossene Waldstück unterhalb des Sunderhofs unweit der Straße nach Scharfenberg. Damit ist die Windpark Brilon GmbH an die Stadt herangetreten. Die will das aber nicht, zumindest noch nicht jetzt. Das machte der Rat Donnerstagabend mit breiter Mehrheit deutlich.

Das zusätzliche Windrad hätte noch größere Dimensionen als alle anderen in dem Korridor zwischen Altenbüren und dem idyllischen Aatal, nämlich einen Rotordurchmesser von 150 m; die bisherigen haben einen von 126 m. Die Nabenhöhe von rund 150 Metern würde den bisherigen entsprechen. So Stefan Kieweg, Geschäftsführer des Verbands-Energie Werks (VEW) Gesellschaft für Erneuerbare Energien GmbH in Korbach, zur WP. Von der kommt die Planungsinitiative. Die VEW ist bisher noch alleiniger Gesellschafter der Windpark Brilon GmbH. Der geplante hälftige, gleichrangige Beitritt der Stadtwerke Brilon lässt immer noch auf sich warten.

Beide Partner haben für die Finanzierung des rund 30 Millionen Euro schweren Projektes jeweils 1,265 Millionen Euro eingebracht. Die VEW ist eine Tochtergesellschaft der Zweckverbandes Energie Waldeck Frankenberg (EWF), in dem der Landkreis Waldeck-Frankenberg sowie 19 Kommunen verbunden sind. Wie EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller im Rat sagte, habe es deshalb wegen des Briloner Projekts eine hohen Abstimmungsbedarf gegeben.

Ein Hektar Wald ginge verloren

Der Rat Brilon hat den Stadtwerke Brilon eine klare Ansage gemacht: kein weiteres Windrad zwischen Altenbüren und Brilon. Und auch der Stadtforst sperrt sich dagegen, für das Baufeld und die Erschließung des Windrads einen Hektar Wald zu opfern.

Die BBL dagegen steht aus grundsätzlichen energiepolitischen Gründen hinter dem weiteren Bau von Windrädern. Wie BBL-Stadträtin Christiana Kretzschmar zur WP sagte, könnte dort das Bürgerbeteiligungsmodell, etwa als Genossenschaft, umgesetzt werden. Zudem trage eine weitere Anlage dazu bei, die Gemeinkosten für den Windpark, etwa für das Umspannwerk, zu senken. Aus optischen Gründen komme es auf ein weiteres Rad mehr oder weniger nicht an: „Die Landschaft dort ist belastet. Das ist nun mal so.“ VEW-Geschäftsführer Kieweg weist auf eine weitere künftige Beeinträchtigung des Aatals: die geplante B7n. Für deren Trasse habe man in dem Windpark eigens einen Korridor freigelassen.

Für Bürgermeister Dr. Bartsch hat Brilon seine „Pflicht und Schuldigkeit getan“. Die stadtweit installierten Anlagen produzieren mehr Strom als stadtweit verbraucht werde. Hubertus Weber (SPD) verweist auf die für Ende des Jahres erwartete OVG-Entscheidung zur Normenkontrollklage gegen den Flächennutzungsplan bzw. die Windkraftkonzentrationszonen. Eine siebte Anlage in dem Windpark würde das Emissionskontingent ausschöpfen. Bekanntlich stehen weitere Investoren Gewehr bei Fuß.

„Wünnenberger Verhältnisse“

Auch die CDU sieht der Entscheidung in der von der Betreiber--GbR des großen Windrads auf der Sonder angestrengten Klage - die drei Privatinvestoren wollen quasi Wünnenberger Verhältnisse - mit gemischten Gefühlen entgegen. Aus Wülfte und Altenbüren, so CDU-Stadträtin Karin Bange, gebe es schon jetzt Einwohnerklagen über die „Tag und Nacht“ von den jeweiligen Windrädern ausgehenden Geräuschkulisse. Bange: „Das hätten die Leute nie gedacht.“

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