Virtual Reality

Stadtbibliothek Brilon testet 15 VR-Brillen

Das Spiel "O! My Genesis VR" wurde extra für die VR-Brille entwickelt.

Das Spiel "O! My Genesis VR" wurde extra für die VR-Brille entwickelt.

Foto: Nicole Reuter

Brilon.   Die Stadtbibliothek Brilon hat am Wochenende einen Testtag zum Thema Virtual Reality abgehalten - Fortsetzung nicht ausgeschlossen.

Im ersten Moment erinnert es mich an einen 3D-Film im Kino. Aber schnell wird mir klar, dass ich mich nicht einfach nur hinsetzen und zusehen kann.

Durch eine Virtual-Reality-Brille (VR) erleben am Samstag rund 15 Tester das Videospielen in der Stadtbibliothek Brilon einmal ganz neu. Virtual Reality, also Virtuelle Realität, soll dem Spieler den Eindruck vermitteln, sich selbst in der Spielwelt zu befinden.

Als ich in der Stadtbibliothek ankomme, probieren die ersten Tester das Spiel bereits. Ein Junge sitzt vor der Konsole und trägt die weiß-schwarze Brille mit den leuchtenden blauen Stellen. Die Brille gehört Thorsten Tennert, der heute allen Testern die Technik erklärt.

Der Zuschauer sieht auf der Wand, was unter der Brille passiert. Natürlich in 2D. Also eher unspektakulär. Lustiger ist es, als ich nur dem Spieler zusehe. Mal geht der Blick nach oben an die Decke. Mal streckt er die Hände nach vorn ins Leere aus.

Dann bin ich an der Reihe. Die VR-Brille sitzt. Von jetzt an sehe ich nichts mehr von dem, was um mich herum geschieht. Mein Blick geht nach links und rechts. Meinen Kopfbewegungen entsprechend ändert sich auch der Blickwinkel unter der Brille.

Eben so, als würde ich mich in einem Raum umsehen. 360 Grad sind möglich. Thorsten Tennert sucht für mich das Spiel „O! My Genesis VR“ aus. Dazu bekomme ich zwei Move-Motion-Controller in die Hand. Zur Steuerung.

Bunte Controller und „Motion Sickness“

Wie die aussehen, kann ich in dem Moment nur erraten. Erst nach dem Spiel sehe ich die schwarzen Steuerungen mit den bunt leuchtenden Kugeln oben drauf. Im Spiel sieht das natürlich anders aus. Vor meinen Augen erscheinen zwei große Hände, mit denen ich ab jetzt die richtigen Einstellungen auswähle. So weit, so gut.

In „O! My Genesis VR“ geht es darum, eine Welt zu erschaffen und auszubauen. Den Planeten sehe ich als Kugel vor mir. Mit Hilfe der Controller greife und drehe ich die Kugel oder hebe Figuren auf und setze sie an der richtigen Stelle wieder ab.

Dann erscheint auf dem Planeten ein Kreis. Eine gestrichelte Linie zeigt nach oben. Also sehe ich nach oben und weiß, dass ich eigentlich unter die leere Decke starre. Aber in dem Moment sehe ich einen Meteoriten, den ich mit meiner ausgestreckten Hand vor dem Aufprall aufhalten muss. Geschafft.

Dann ist mein Test erst einmal zu Ende. Von den möglichen Kopfschmerzen oder dem Schwindelgefühl, von denen ich vorher gelesen hatte, ist noch nichts zu spüren. Dafür haben die wenigen Minuten nicht ausgereicht. Viel länger musste das Experiment für mich allerdings auch gar nicht dauern.

Das etwas unscharfe Bild und die Spielwelt um mich herum sind doch ziemlich gewöhnungsbedürftig. Vollständig tauche ich nicht in die virtuelle Welt ein. Die Stimmen um mich herum erinnern mich daran, dass ich in der Stadtbibliothek sitze. Mit Kopfhörern und in einer realitätsnäheren Welt sähe das vielleicht anders aus.

Junge Tester von Virtual Reality begeistert

Ganz anders geht es den jüngeren Testern. Viele von ihnen sind begeistert, wie echt doch alles aussehe und tippen munter drauf los. Pierre und Leonard sind zwölf. „Das sieht ganz schön cool aus“, staunt Pierre. Auch Leonard hat der Test gut gefallen: „Es ist wie eine andere Welt.“

Auch Jessie Kristen probiert es aus. Sie ist Auszubildende in der Stadtbibliothek und macht jetzt einen virtuellen Tauchgang. Ganz überzeugt ist die 23-Jährige danach nicht: „Der Realitätsbezug fehlt. Wenn ich einen Tauchgang mache, dann will ich auch das Wasser spüren.“

Trotzdem ist der Test der VR-Brille sehr gut angekommen. „Das Thema ‚Lesen‘ steht für uns natürlich im Vordergrund. Aber auch die Medienkompetenz ist wichtig. Wir wollen ein Ort sein, wo man so etwas wie ‚Virtual Reality‘ ausprobieren kann“, sagt Leiterin Ute Hachmann. Sie schließt eine weitere Veranstaltung dieser Art nicht aus.

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