Buchtipp

Stadtbücherei Marsberg ist Magie eines Ortes auf der Spur

Der Buchtipp der Woche kommt heute aus der Stadtbibliothek Marsberg.

Der Buchtipp der Woche kommt heute aus der Stadtbibliothek Marsberg.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Es geht um eine Pilgerreise nach Lourdes, um spirituelle Vertiefung und um die Magie eines Ortes. Unser Buchtipp kommt heute aus Marsberg.

Hochsauerlandkreis. Der heutige Tipp kommt aus der Stadtbibliothek Marsberg. Es geht um das Buch „Liebe in Lourdes“ von Sophie von Maltzahn, erschienen im Verlag Kiepenheuer & Witsch.

Worum geht es?
Kassandra, Ende 30 und geschieden, ist zum ersten Mal dabei: eine Pilgerfahrt nach Lourdes mit einem altehrwürdigen Orden, dessen Mitglieder und Freiwillige Kinder und junge Erwachsene begleiten. Diese Reise, die auch der spirituellen Vertiefung gelten sollen, sind andererseits aber auch für Adlige, die daran als Teil ihrer aristokratischen Erziehung teilnehmen ein idealer Heiratsmarkt.

Auf der Suche nach einem Heiratskandidaten ist Kassandra, deren Mutter ihren Gräfinnentitel gegen eine bürgerliche Existenz getauscht hat, zwar nicht, dafür aber auf der Suche nach sich selbst und ihrem alles andere als festen Glauben.

Eine Woche ist sie für Anke verantwortlich, unterwirft sich wie alle dem strengen Ordensritual, der Kleiderordnung, dem Verhaltenskodex. Sie beobachtet ihre Mitreisenden genau, sowohl die Heilung Suchenden als auch deren Begleiter. Und sie trifft auf einen Mann, der alles verkörpert, was sie eigentlich gar nicht gesucht hat.

Was macht dieses Buch aus, was hebt es von andern ab?
Es ist eine völlig neue Welt, auf die sich Kassandra mit ihrer Pilgerreise eingelassen hat. Sie lernt Menschen kennen, denen sie sonst nie begegnet wäre, und Lourdes mit seinen liturgischen Abläufen, mit der tiefen Gläubigkeit anderer Pilger und das Nebeneinander von Mystik und profanem Souvenirhandel lässt sie nicht unberührt. Sie wundert sich selbst, wie schnell sie sich in die Pflege der kranken Kinder einfindet, und sie nimmt – ungläubig zuerst – wahr, dass der Heilige Bezirk ihren Unglauben ins Wanken bringt.
Was gefällt besonders?

Kassandra macht sich keine zu großen Illusionen über sich selbst oder ihre Mitreisenden, und bei aller Skepsis zeigt sie eine ausgesprochen scharfe Beobachtungsgabe, die durch Humor und ein bisschen Sarkasmus abgemildert werden. Und zumindest Kassandra glaubt nach dieser Wallfahrt an Wunder.

Für wen ist das Buch gedacht?
Nicht nur für Katholiken, die vielleicht eigene Wallfahrtserlebnisse wiedererkennen oder sie noch machen wollen, sondern für alle, die dem Geheimnis und der Magie eines Ortes wie Lourdes näherkommen wollen.

Warum empfehlen Sie dieses Buch?
Der Roman liest sich leicht und gibt Einblicke in ein fremdes Terrain, zu dem nicht jeder sofort einen Zugang findet.

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