875-Jahr-Feier

Stadtjubiläums-Countdown für Medebach läuft

Das im Januar eigens zum Stadtjubiläum gekürte Hansepaar Karin und Sven Sälzer hat viele Repräsentationspflichten während des Festes.   Kerstin Neumann-Schnurbus

Das im Januar eigens zum Stadtjubiläum gekürte Hansepaar Karin und Sven Sälzer hat viele Repräsentationspflichten während des Festes. Kerstin Neumann-Schnurbus

Medebach.  Ab Donnerstag ist die Innenstadt gesperrt, der Aufbau beginnt. Ralf Köster verrät Details zum stehenden Festzug mit 141 historischen Ständen.

Am Donnerstag (22.8.) wird es ernst für die Hansestadt: Die Innenstadt ist gesperrt und der Aufbau läuft für das größte Fest in Medebach seit Jahrzehnten. Auch die Planer liegen in den letzten Zügen. „Wir sind so gut gerüstet, dass ich jetzt zuversichtlich bin, dass wir wirklich alles bedacht haben“, zeigt sich Ralf Köster optimistisch. Er ist für den stehenden Festzug, die Standorganisation und die historische Aufbereitung verantwortlich.

141 historische Stände

Alle Standbetreiber können Buden nutzen, welche die Stadt gemietet hat. Wie die Stände gestaltet werden, ist den Betreibern überlassen. Und da haben viele richtig in die Vollen gegriffen. Im Familienkreis der Kösters macht ein Foto die Runde, das auch die WP gesehen hat. Eine gut vier Meter hohe, aufwendige Fassadenkonstruktion als Vorbau für die Bude ist darauf zu sehen, inklusive gemauerten Elementen und Kupferbehältern. Das Ganze erweckt den Anschein eines historischen Wirtshauses; untergebracht sein wird an diesem Stand der Nachbau einer alten Schnapsbrennerei.

„Wir haben alle Standbetreiber gebeten, sich ihrer Umgebung anzupassen“, sagt Köster. Dazu gehören eine an das historische Jubiläum angepasste Standdeko und wenn möglich Kostüme. Etwa 100 Guck-und-Aktions- und 40 Verkaufsstände wird es geben.

Dörfer zeigen ihre Besonderheiten

Das Handwerk findet in der Oberstraße seinen Platz, das Thema Handel wird in der Niederstraße dargestellt, die Land- und Forstwirtschaft bekommt die Österstraße. Historisches und Altertümliches findet an der Kirche seinen Platz, die Geschichte des Klosters Glindfeld wird an der Andreaskapelle präsentiert. Auch im Museum ist was los.

Nur wenige externe Stände, hauptsächlich für die Verpflegung, wird es geben. Alles andere wird von Vereinen, Gruppen und Institutionen aus Medebach gestaltet.

Auf der Handelsmeile haben auch die sieben Hansestädte, die zu Besuch kommen, und die Ortsteile ihre Stände. Jeder Ortsteil kehrt seine jeweilige Besonderheit nach außen: Dreislar wird sich zum Beispiel dem Bergbau widmen, Medelon dem Sensendengeln, Düdinghausen dem Drechseln und Spinnen.

Alle Standbetreiber haben sich mit einem Stichwort angemeldet. Was genau aber dahintersteckt, ist noch ihr Geheimnis. Deshalb weiß auch Ralf Köster nicht genau, wie die einzelnen Stände aussehen werden und was es alles zu erleben gibt. „Ich bin gespannt und hoffe sehr, dass ich Zeit habe, mir selbst alles in Ruhe anzuschauen.“

Mehr als 1000 Dinge waren zu bedenken. Allein, allen Sicherheits- und Hygienebestimmungen gerecht zu werden, war ein enormer Aufwand. So muss beispielsweise jeder Stand, der auch nur einen Happen Essbares anbietet, Papierhandtücher, Seife, Händedesinfektionsmittel, Wasser und einen Spuckschutz bekommen, also eine transparente Barriere zwischen Lebensmitteln und Publikum.

Ein anderes Beispiel: die Nachbauten der Stadttore. Die hätten eigentlich an allen Ausfallstraßen stehen sollen, stehen jetzt aber nur in der Oberstraße. Zu teuer, zu aufwendig die Genehmigung – da besannen sich die Planer auf eine abgespeckte Version.

Lob ans Team

„Ich habe zwar den Hut auf, aber allein ist so etwas nicht zu stemmen“, betont Köster. Er will deshalb ein großes Lob an sein Team, aber auch an den städtischen Bauhof und alle anderen Beteiligten loswerden. Im vergangenen Dreivierteljahr hat auch er – ebenso wie seine Schwägerin Dagmar, die das Rahmenprogramm verantwortet (die WP berichtete) – festgestellt, dass „jetzt der Kick in den Leuten drin ist.“

Will heißen: Zuvor lief es oft schleppend, wenn Standbetreiber, Mitmacher und Helfer gesucht wurden, aber auf den letzten Metern hat viele Medebacher Ehrgeiz und Begeisterung gepackt. „Wir haben natürlich versucht, möglichst alles noch umzusetzen. Deshalb ist in den letzten Tagen auch die Zahl der Stände noch einmal von 137 auf 141 Stück gestiegen. Aber jetzt ist der Sack zu.“

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