Mikrozensus

Statistiker befragen Bürger von Marsberg bis Hallenberg

Der „Zensus“, die Volkszählung, ist eine statistische Erhebung, die nicht sehr häufig durchgeführt wird. Anders der Mikrozensus, der jährlich darüber Aufschluss gibt, wie etwa die Familiensituation in deutschen Haushalten aussieht.

Der „Zensus“, die Volkszählung, ist eine statistische Erhebung, die nicht sehr häufig durchgeführt wird. Anders der Mikrozensus, der jährlich darüber Aufschluss gibt, wie etwa die Familiensituation in deutschen Haushalten aussieht.

Foto: dpa/Arne Dedert

Altkreis.   Interviewer gehen im Altkreis Brilon von Haus zu Haus, um zum Beispiel mehr zum Familienleben zu erfahren. Diese Fragen könnten auf Sie zukommen.

Rund 90 Haushalte in Hallenberg erhalten in diesem Monat Besuch vom Statistischen Landesamt. Damit ist die Stadt an der Nuhne in diesem Jahr dann aber schon durch mit dem Mikrozensus. Medebach auch. Da klingeln die Interviewer in diesem Jahr gar nicht. Insgesamt befragt der Landesbetrieb Information und Technik NRW-weit jährlich rund 80.000 Haushalte. Im Altkreis Brilon sind es rund 590.

Themen: Situation Alleinerziehender und Berufstätigkeit

Wie viele Familien mit Kindern gibt es in Nordrhein-Westfalen? Wie ist die Situation alleinerziehender Mütter oder Väter in unserer Gesellschaft? Wie viele Mütter sind berufstätig? Wie haben sich Vollzeitbeschäftigung und befristete Arbeitsverhältnisse entwickelt?

Der Mikrozensus gibt auf diese und ähnliche von Politik, Wissenschaft und Medien häufig gestellten Fragen Auskunft. Informationen wie „In NRW gab es 2017 etwa 8,8 Millionen Privathaushalte, in denen 1,8 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern lebten – darunter waren 327.000 Alleinerziehende” sind nur aufgrund des Mikrozensus möglich.

Basis für politische und wirtschaftliche Entscheidungen

Die Befragungen zu dieser Erhebung sind gleichmäßig auf alle Wochen des Jahres verteilt. Insgesamt setzt das Statistische Landesamt 350 Interviewerinnen und Interviewer ein. Sie kündigen ihren Besuch zuvor schriftlich an und legitimieren sich durch einen Ausweis. Das Landesamt: „Um Datenschutz und statistische Geheimhaltung zu gewährleisten, sind sie zur strikten Verschwiegenheit verpflichtet.“ Abgefragt werden z. B. persönliche Merkmale wie Alter, Familienstand, Staatsangehörigkeit, Schulbesuch und Erwerbstätigkeit.

Für den überwiegenden Teil der Fragen, darauf weist das Landesamt ausdrücklich hin, besteht eine Auskunftspflicht. Bei der Beantwortung der Fragen auf freiwilliger Basis hoffen die Statistiker auf hohe Beteiligung, denn: „Die Ergebnisse sind Basis für politische und wirtschaftliche Entscheidungen.“

Flächenstichprobe nach Zufallsprinzip

Der Mikrozensus wird seit 1957 jedes Jahr bei einem Prozent aller Haushalte im gesamten Bundesgebiet durchgeführt. Es handelt sich um eine sogenannte Flächenstichprobe, das heißt, es werden nach einem mathematischen Zufallsverfahren Straßenzüge bzw. Gebäude ausgewählt. Die Haushalte, die in diesen „ausgelosten” Gebäuden wohnen, werden vier Jahre lang befragt. In jedem Jahr wird zur Entlastung der Befragten ein Viertel der Haushalte durch andere ersetzt.

HSK-weit findet die Befragung in diesem Jahr in 181 Auswahlbezirken statt. Im Schnitt werden in jedem Bezirk neun Haushalte befragt.

Hier ein Überblick über die Termine und Anzahl der Auswahlbezirke im Altkreis Brilon: Brilon: März (9) und September (5) Hallenberg: Januar (10) Marsberg: März (10), Juli (7), Oktober (1) Medebach: – Olsberg: Juni (1), Oktober (7) Winterberg: März (2), Juni (6).

Hier finden Sie noch mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus dem Altkreis Brilon.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben