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Straßenhündin wandert 60 Kilometer von Hessen nach Marsberg

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Die scheue Mischlingshündin Brownie fühlt sich auf dem LWL-Gelände in Marsberg sichtlich wohl. Trotzdem will man sie vor dem anstehenden Winter retten.

Die scheue Mischlingshündin Brownie fühlt sich auf dem LWL-Gelände in Marsberg sichtlich wohl. Trotzdem will man sie vor dem anstehenden Winter retten.

Foto: Privat / WP

Marsberg.  Eine entlaufende Hündin hält sich seit Wochen auf dem LWL-Gelände in Marsberg auf. Jetzt wollen Tierschützer einen Rettungsversuch starten.

Elke Heinemann vom Tierschutzverein Marsberg ist empört, wenn sie von dem Vorfall spricht, der ihre Arbeit nun deutlich erschwert. Dabei geht es um das Leben eines entlaufenden Hundes. Genauer gesagt um Mischlingshündin Brownie, die sich auf das LWL-Gelände in Marsberg verirrt hat. Dort fühlte sie sich in den vergangenen drei Wochen pudelwohl. Doch nun naht der Winter - und auf einmal ist Brownie verschwunden.

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Die Geschichte von Brownie beginnt in Griechenland. Dort streifte sie als Straßenhund durch die Gegend. Bis sie schließlich zusammen mit ihren Welpen eingefangen wurde. Über eine Hilfsorganisation wurde sie nach Deutschland geflogen und von einer hessischen Familie in Trendelburg bei Kassel aufgenommen, um sie dort an ein Leben mit Menschen zu gewöhnen. Sie befand sich erst eine Woche in ihrem neuen Zuhause, bis sie weglief; sage und schreibe 60 Kilometer bis nach Marsberg.

Menschen weicht Brownie aus

„Ihre Erfahrungen als Straßenhund haben ihr Überleben gesichert“, sagt Elke Heinemann, die von ihrer Freundin Bettina Figge, selbst Mitglied beim Tierschutzverein Marsberg, darauf angesprochen wurde, dass immer wieder ein herrenloser Hund auf dem Klinikgelände gesichtet wurde.

Figge, die in der Klinik arbeitet, kümmerte sich fortan um den Hund. Fütterte Brownie. Doch anfassen ließ sich die Hündin nicht. „Sie liebt es, unter Büschen und Bäumen zu liegen, spaziert ungeniert die Wege entlang, Menschen weicht sie aus. So lange sie dort Futter erhält, wird sie bleiben“, sagte Heinemann. Über einen Eintrag bei Facebook kam schließlich der Kontakt zur Pflegefamilie in Hessen zustande und die Idee, die Hündin einzufangen und vor dem anstehenden Winter zu retten, wurde geboren.

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Gemeinsam mit einem Experten für entlaufende Hunde plante man, Brownie mit einer Lebendfalle zu fangen. Ein Termin zum Aufstellen der Falle stand schon fest. Doch dann der Schock: „Auf Facebook habe ich gelesen, dass jemand den Hund gejagt hat, um ihn einzufangen“, sagt Figge wütend.

Bis Mittwoch (6. September) war sie verschwunden. Doch dann wurde sie wieder gesichtet. Jetzt will man mit dem Experten den Versuch starten sie zu retten. „Bitte unternehmen sie keine Einfangversuche wenn sie Brownie sehen“, appelliert Heinemann an die Bevölkerung.

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