Genuss Truck

Streetfood-Festival in Brilon: Die Trends des Genuss Trucks

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Michael Ester aus Brilon hat vor fünf Jahren den Genuss Truck gegründet. Mittlerweile gehört ihm ein kleines Food-Truck-Imperium. Er erzählt, wie er das geschafft hat. 

Michael Ester aus Brilon hat vor fünf Jahren den Genuss Truck gegründet. Mittlerweile gehört ihm ein kleines Food-Truck-Imperium. Er erzählt, wie er das geschafft hat. 

Foto: Genuss Truck/Michael Ester / WP

Brilon.  Michael Ester aus Brilon erkennt die neuesten Food-Trends – und hat mit dem Genuss Truck ein kleines Imperium aufgebaut. Das will er jetzt feiern.

Fünf Jahre ist es her, seit Michael Ester aus Brilon einen Getränke-Verkaufsanhänger zu einem Foodtrailer umgebaut hat. Der Beginn von „Genuss Truck“. Mittlerweile gehören dem gelernten Gastronom ein Food Truck und drei variable Food Trailer und zu seinem Jubiläum will er mit ihnen ein Food Truck-Festival starten. Mit der WP Brilon wirft er einen Blick zurück – auf Anfangsschwierigkeiten, Erfolge und eine unvorhergesehene Pandemie.

Vater vererbt ihm die Gene zum Kochen

2016 arbeitet Michael Ester noch in einer Gaststätte. Eine reine Getränkewirtschaft, wie er sagt. „Dort konnte und durfte ich also kein Essen verkaufen. Viele haben aber danach gefragt und so habe ich beschlossen, einen alten Verkaufsanhänger für Getränke umzubauen“, erklärt er. Im Juni 2016 startet er unter dem Namen Burgermeister. Schnell sammelt er 1000 Follower via Social Media.

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„Der Foodtrailer lief bedeutend besser als die Gaststätte und daher nutzte ich das Potenzial“, sagt Ester. Seine Großeltern greifen ihm unter die Arme, finanzierten den Genuss Truck mit. „Das Kochen, das Essen, das habe ich von meinem Vater geerbt. Das liegt mir irgendwie in den Genen. Er hat damals das Bistro Genuss geführt, daher kommt auch der Name meines Food Truck. Genuss Truck. Ich glaube, dass weiß bisher niemand.“ Michael Ester lacht.

Der erste Auftrag folgt nur wenig später

Im Februar 2017 erhält er den ersten Auftrag mit dem neuen Food Truck – bei Wahl Group in Brilon. Foodtruckfestivals folgen.

„Wobei schon immer mehr Anfragen für Geburtstags- und Firmenveranstaltungen eintrudelten“, sagt Michael Ester.

2018 im Frühjahr dann der bedeutende Moment. „Wir gingen eine Partnerschaft mit den Ballfreunden ein. Ein Fußballcamp-Veranstalter, der nationale und internationale Fußballturniere organisiert. Wir betreuen das Catering für die 1000 bis 4000 Kinder in ganz Deutschland.“ Ein Riesen-Auftrag. „Daraufhin erweiterten wir unser Equipment durch mehrere Verkaufsstände.“ Durch die Veranstaltungen und Geburtstage, die Michael Ester im Umkreis bekocht, steigt die Nachfrage in Brilon. Ab Herbst 2019 bietet Michael Ester also eine To Go-Shop vor dem Dänischen Bettenlager an.

Corona sorgt für einen Erfolgsschub

Dann kommt das Virus nach Deutschland – damit die Ungewissheit. Wie geht es weiter? Michael Ester erkennt seine Chance. Der Bedarf nach einem Burger und frischen Pommes im Lockdown ist groß – und er richtet einen Onlineshop samt Lieferservice ein. „Dabei hat mir mein in Interesse in Sachen Marketing und Social Media weiter geholfen, um meine Ideen recht schnell zu realisieren.“ Der Onlineshop läuft erfolgreich an. Im Mai 2020 bekommt Michael Ester die Chance, ein Café am Diemelsee zu eröffnen und seinen Foodtruck dort zu parken. „Das war ein Segen. Veranstaltungen gab es dank Corona ja sowieso nicht.“ Zum Ende des Sommers bereitet er seinen Standort in Brilon vor, schafft den dritten Wagen an. Einen mit 6 Metern wuchtigen Verkaufsanhänger, um dem Ansturm in Brilon gerecht werden zu können. Michael Ester kann es manchmal selbst nicht glauben. „Danke noch mal an dieser Stelle. Die Briloner machen uns fertig – Danke!“

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2021 kann er am Diemelsee wegen Corona nicht wie geplant im April öffnen. Er plant um, bietet Waffeln und Eis an seinem Standort in Brilon an. Der Verkaufsanhänger wird noch einmal umgebaut.

„Ich schaue den ganzen Abend Youtube-Videos.“

Es ist seine Flexibilität und sein Gespür für den Zeitgeist, die Michael Ester zu einem kleinen Food Truck-Imperium verhelfen. Er selbst bleibt bescheiden. „Ich brauche immer Stress. Ich brauche Leute, die anstehen und das Gefühl, immer irgendetwas zu tun zu haben.“ Anfang Juni dieses Jahres hat er die nächste Idee. Donuts – der beliebte Food-Trend – werden bisher nicht in Brilon angeboten. Michael Ester kauft einen ehemaligen Bäckereiverkaufswagen, baut ihn innerhalb von zwei Tagen um. Mitte Juni feiert er Eröffnung.

Wie kommt er auf seine Ideen? „Ich schaue den ganzen Abend Youtube-Videos.“ Er lacht laut. „Wirklich, Streetfood-Videos aus Asien, London. Ich will kreativ bleiben.“ Er liebt die Herausforderung, die Abwechslung, die Menschen die er treffen kann. „Ich könnte niemals im Büro sitzen.“

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