Tödliches Unglück

Sturmtief „Sebastian“: Mann in Brilon von Baum erschlagen

Ein beim Sturm umstürzender Baum hat Mittwochmittag an der Windrad-Baustelle am Gretenberg (an der Straße durch das Aatal nach Rixen) einen Arbeiter erschlagen.

Foto: Jürgen Hendrichs

Ein beim Sturm umstürzender Baum hat Mittwochmittag an der Windrad-Baustelle am Gretenberg (an der Straße durch das Aatal nach Rixen) einen Arbeiter erschlagen. Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon.   Unglück an einer Windrad-Baustelle in Brilon: Ein Mann wurde am Mittwoch von einem Baum erschlagen. Es dauerte Stunden, bis er geborgen wurde.

Sturmtief „Sebastian“ hat dem Hochsauerland am Mittwoch, den bisher stürmischsten Tag des Jahres beschert. Auf einer Windrad-Baustelle bei Brilon wurde ein Mann von einem umgestürzten Baum erschlagen. Der Ingenieur aus Brilon war gegen 13.30 Uhr mit Vermessungsarbeiten beschäftigt, als eine Böe den Baum entwurzelte und ihn erschlug.

Wie das Wetterporal Sauerland mitteilte, sei auf dem Kahlen Asten eine Spitzengeschwindigkeit von 96 km/h gemessen worden. Auf der Hohen Bracht bei Lennestadt erreicht „Sebastian“ sogar 102 km/h. Dipl.-Geograph Julian Pape, Betreiber des Wetterportals. „Aufgrund der noch komplett belaubten Bäume war die Gefahr eines Astbruchs in den Wäldern der Region deutlich höher als im Spätherbst oder im Winter.“

Weiterer Baum stürzt um: Komplizierte Bergung der Leiche

An der Windrad-Baustelle der Stadtwerke Brilon am Gretenberg, am Rande des Aatals an der Straße nach Rixen, hatte eine Sturmböe eine etwa 20 Meter hohe Fichte entwurzelt und einen 53 Jahre alten Mann erschlagen. Der Mann war beim Eintreffen der Rettungskräfte bereits seinen schweren Verletzungen erlegen. Angesichts der sich am Rande der für die Baustelle freigeschlagenen Schneise heftig biegenden Bäume zog sich die Bergung des Leichnams längere Zeit hin. Auch die Rettungskräfte hielten aus Sicherheitsgründen Abstand zum Waldrand. Aus gutem Grund: Stürzte in dieser Zeit dort doch ein weiterer Baum um.

Zahlreiche Einsätze für die Feuerwehr

Der seit Tagen anhaltende starke und böige Wind hat schon seit fast zwei Wochen die Arbeiten an dem benachbarten Bürgerwindpark zum Stillstand gebracht. Dort wartet zum Beispiel ein Rotor darauf, an der Gondel angebracht zu werden. Die Elemente liegen fertig vormontiert auf dem Boden. Ab einer Windstärke von sechs Metern pro Sekunde - das entspricht etwa 21 km/h oder Windstärke 4 - können die Kräne nichts mehr hochziehen.

Zeitgleich zu dem tragischen Zwischenfall an dem Windrad hatte in Scharfenberg ein durch den Sturm umstürzender Baum im Siepen eine 10 kv-Leitung durchtrennt. Dabei geriet Buschwerk in Brand. Die Löschgruppen Scharfenberg und Altenbüren waren im Einsatz. Dazu musste erst der Strom abgeschaltet werden.

Bei Westheim war ein Baum auf die B7 gefallen. Hier gab es keine weiteren Folgen. Die örtliche Löschgruppe beseitigte ihn. Am frühen Nachmittag, so hieß es bei der Kreisleitstelle in Meschede, habe eine kreisweite, regelrechte kurze Stoßzeit gegeben, in der an mehreren Stellen Bäume durch den Wind umgeworfen wurden.

Aufbauarbeiten bei den Waldtagen unterbrochen

Aus Sicherheitsgründen eingestellt wurden die Aufbauarbeiten zu den DLG-Waldtagen, die an diesem Wochenende bei Madfeld stattfinden. Da sich ein großer Teil des rund zwei Kilometer langen Ausstellungs-Rundwegs im Wald befindet, sei diese Maßnahme erforderlich geworden, so Dr. Gerrit Bub, Leiter des Briloner Forstamtes: „Wir mussten die Leute aus dem Gefahrenbereich herausholen.“ Auf den Freiflächen würde die Ausstellung weiter vorbereitet. Einen Einfluss auf die Großveranstaltung mit 180 Ausstellern aus neun Nationen habe das nicht.

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