Glaube

Taufe in Marsberg mit dem Wasser der Paulinenquelle

In Marsberg feierte die evangelische Kirchengemeinde ihr zweites Tauffest an der Paulinenquelle. 

In Marsberg feierte die evangelische Kirchengemeinde ihr zweites Tauffest an der Paulinenquelle. 

Foto: Ramona Richter

Marsberg.  Die Evangelische Kirchengemeinde Marsberg hat zum 2. Marsberger Tauffest geladen. Es war eine schöne und besondere Feier.

Sonntagmorgen, elf Uhr – bei der Paulinenquelle in Marsberg werden mehrere Sitzbänke in Reihen aufgestellt. Auch ein Pavillon steht bereits parat. Vom heftigen Regenschauer der Morgenstunden ist hier nichts mehr zu sehen und auch sonst sind die Menschen bei der Quelle gut gelaunt.

Einer von ihnen ist Pfarrer Markus Pape, der sich bereits jetzt auf den besonderen Tag freut: „Weil wir heute ein ganz tolles Tauffest feiern“. Gemeinsam mit seinen zwei Kollegen, Pfarrer Alfred Hammer und Pfarrerin Kathrin Günther, leitet er das 2. Marsberger Tauffest, zu dem alle Gemeindemitglieder und ihre Gäste eingeladen sind.

14 Täuflinge freuen sich auf die Feier

Um 15 Uhr geht es dann los. Die ersten Menschen kommen den Weg zur Quelle hinauf. Mit dabei sind viele jüngere Kinder, die sich mit strahlenden Augen auf ihre Taufe freuen. Mit dabei sind auch die dreijährige Kira Schulze und der zweijährige Maximilian Michejlis. Insgesamt 14 Täuflinge im Alter von einem Jahr bis 53 Jahren sind an diesem Tag gekommen.

„Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir dieses Jahr wieder so viele Menschen taufen dürfen“, sagt Pfarrer Markus Pape. Drei Tauforte und drei Pfarrer sorgen für einen reibungslosen Ablauf des Festes. Dabei ist von einem streng durchgeplanten Gottesdienst wenig zu spüren. Dass sich die Menschen währenddessen untereinander unterhalten, kümmert kaum jemanden. „Diese lockere Atmosphäre hier draußen in der Natur ist einfach toll. Da stört es auch niemanden, wenn mal ein Kind etwas durch die Gegend läuft“, sagt Nadja Michejlis. Sie ist heute als Taufpatin zur Paulinenquelle gekommen.

Eine fröhliche, lockere Feier

Aber nicht nur Paten, Täuflinge und ihre Eltern werden mit in das Fest eingebunden, sondern alle Gäste, die sich trotz des angekündigten Regens unter die Bäume gesetzt haben. Es wird geklatscht, gesungen und geschrien. „Ja, wir leben noch“, ruft eine Gruppe unter ihnen immer wieder. „Die haben bald wirklich das ewige Leben“, scherzt Pfarrer Markus Pape daraufhin. Nachdem seine Kollegin Pfarrerin Kathrin Günther das Fest eröffnet hat, übernimmt er kurzerhand die Lesung. „Wenn ich das Wort Bibel sage, dann ruft ihr: Das Buch der Bücher, voll krass, Alter“, sagt er. „Und wenn ich das Wort Wasser sage, was sagt ihr?“ – „Ahhh“, ertönt es hinter ihm. Vor allem bei den jüngeren Besuchern kommt diese Form der Lesung gut an und das freut auch die anwesenden Pfarrer.

enschen aus dem Osten, die nicht getauft wurden

„Ich glaube, dass wir mit dem Fest hier an der Quelle auch Menschen erreichen, die sonst nicht in die Kirche kommen würden“, sagt Pfarrer Pape. „Das Fest bietet auch den Menschen eine gute Möglichkeit, die Taufe zu feiern, die sich in einer schweren familiären Situation befinden, beispielsweise Scheidung, und nicht zu Hause mit der Familie feiern möchten.“

Dass sich auch ältere Menschen taufen lassen, wundert ihn und seine Kollegen wenig. „Die meisten Menschen werden im Alter von einem bis drei Jahren getauft, aber es kommen ab und an auch ältere Menschen zu uns, die das Sakrament der Taufe empfangen möchten. Das kommt hier in der Region jedoch nicht so häufig vor. Oftmals sind dies Menschen aus dem Osten, die in ihrer Kindheit nicht getauft wurden“, sagt er.

Eine 53-jährige Frau steht in der Reihe der Täuflinge

An diesem besonderen Tag sind überwiegend Kinder zur Taufe gekommen. Lediglich eine 53-jährige Frau steht in der Reihe der Täuflinge. Nacheinander geht es zu dem Pfarrer, der ihnen ein paar Mal mit dem Wasser der Paulinenquelle über die Stirn fährt und sie anschließend segnet. Während der ein oder andere Täufling etwas ängstlich an die Sache rangeht, ist bei den meisten Menschen eine Erleichterung zu sehen: Endlich getauft – das strahlen viele Gesichter aus, während die Täuflinge ihre bunten Kerzen anzünden, bevor sie ihre Familien in den Arm nehmen können.

„Wir waren schon auf einigen Taufen, aber so etwas wie hier haben wir noch nicht erlebt. Alle sind so locker drauf und auch die Kinder freuen sich richtig“; sagt Ute Schulze, Mutter der dreijährigen Kira, die nun wie ihre Taufkollegen zum Spielen gehen kann. Während die einen Kinder auf ihren bunten Hüpfbällen umhertollen, wartet auf Eltern und die Gäste ein großes Kuchenbuffet. Schließlich soll an diesem besonderen Tag auch besonders gefeiert werden – oder wie viele sagen würden: „Voll krass, Alter“.

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