Kriminalität

Tierheim Brilon investiert nach Einbrüchen in die Sicherheit

Wieder zurück: Tosa Inu-Hündin Nelly, hier mit Sabrina Lemke vom Tierheim-Team und dem stv. Vorsitzenden des Tierschutzvereins Brilon, Sebastian Kühl

Wieder zurück: Tosa Inu-Hündin Nelly, hier mit Sabrina Lemke vom Tierheim-Team und dem stv. Vorsitzenden des Tierschutzvereins Brilon, Sebastian Kühl

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon.   Einbrecher im Briloner Tierheim: Eine kranke Tosa Inu-Hündin und ein Tresor werden entwendet. Der Trägerverein investiert jetzt in Sicherheit.

Aus dem Tierheim Brilon ist Anfang Dezember ein Hund entführt worden. Lange Zeit fehlte von dem Tier jede Spur. Jetzt ist der Tosa Inu überraschend aufgetaucht. Das Tierheim investiert unterdessen in mehr Sicherheit.

Nelly ist wieder zurück im Tierheim. Das ist die gute Nachricht. Die weniger gute: Die Tosa Inu-Hündin hat nicht nur einen bereits bekannten Tumor an der Gesäugeleiste, sondern auch ein Knubbel am rechten Knie hat sich als Mastzellen-Karzinom herausgestellt.

Vernetzung von Tierheimen und Tierärzten mit Tierregister

„Das hat die Tierklinik bestätigt“, sagt Tierheimleiterin Lena Becker. Dort hat das Tierheim-Team die Hündin nach ihrer Rückkehr untersuchen lassen. In der Nacht vom 4. auf den 5. Dezember war Nelly aus dem Tierheim entwendet worden. Vor zwei Wochen tauchte die Tosa Inu-Dame überraschend wieder auf: bei einer Tierärztin in Soest. Da Nelly gechippt ist, kam es heraus: Die Hündin wurde gesucht. „Dank der hervorragenden Vernetzung von Tierheimen und Tierärzten mit dem Tierregister Tasso konnten wir Nelly zurück bekommen“, freut sich Sebastian Kühl, stellvertretender Vorsitzender des Tierschutzvereins Brilon.

Ordnungsamt gab Hunde in Obhut des Tierheims

Im vergangenen Jahr hatte das Ordnungsamt der Stadt Olsberg Nelly und den Tosa Inu-Rüden Ethan per Verfügung ihrem Besitzer abgenommen und in Obhut des Tierheims gegeben. Der ziemlich ausgemergelte Ethan war bereits im Frühjahr gekommen, Nelly im Spätsommer. Da war die kranke Hündin trächtig. Die per Notkaiserschnitt zur Welt geholten Welpen überlebten allerdings nicht.

Ethan fand bereits im Herbst eine neue Bleibe. Das Tierheim hatte für den elf Jahre alten Rüden über die Molosser-Vermittlungshilfe im Internet ein Zuhause gesucht. Darauf war ein Rasseliebhaber aus der Schweiz aufmerksam geworden. Im Nachbarland sind Tosa Inus noch seltener als in Deutschland, in einigen Kantonen sind diese japanischen Mastiffs sogar - ebenso wie in Frankreich oder England - verboten. Der Schweizer kam ins Sauerland und nahm Ethan mit „Wir stehen in regelmäßigem Kontakt mit ihm“, sagt Sabrina Lemke: „Ethan hat es gut.“

Fußabdruck hilft Kripo nicht weiter

Nelly jetzt - den Umständen entsprechend - auch wieder. Sie befindet sich in einer Pflegefamilie und erhält dort medizinische Versorgung. Tierpflegerin Sabrina Lemke: „Wir werden jetzt alles Notwendige unternehmen, um ihr die ärztliche Hilfe zukommen zu lassen, die sie benötigt und die Geborgenheit, die sie braucht, um die vergangenen Wochen und Monate möglichst schnell zu überwinden.“

Einbruch: Einnahmen des Tierheimkalenders weg

Das kostet Geld. Deshalb ist es umso ärgerlicher, dass Ende Januar bei einem Einbruch ins Tierheim der Tresor mit den Einnahmen des Tierheimkalenders entwendet wurde. Der Täter hinterließ zwar auf einem Blatt Kopierpapier einen blitzsauberen Fußabdruck - der allerdings half der Kripo nicht weiter. Der aufgebrochene Tresor wurde einige Tage später an der Autobahn bei Paderborn gefunden. Ein „niedriger vierstelliger Betrag“, so Sebastian Kühl, sei dem Einbrecher in die Hände gefallen.Zu dem Zeitpunkt war das Kameraüberwachungssystem des Tierheims defekt. Deshalb hat der Trägerverein jetzt in die Sicherheit der Anlage investiert und eine neue Alarmanlage installiert. Die, so Sebastian Kühl weiter, garantiere, dass „künftig kein Einbruchsversuch mehr unbemerkt bleiben“ werde.

Fünf Hunde befinden sich derzeit im Tierheim, dazu zwei Tagespflegegäste, hinzu kommend zwei Dutzend Katzen, von denen zwei in diesen Tagen Nachwuchs erwarten, und drei Meerschweinchen.

Am Tierheim hat sich eine Menge entwickelt

Ein halbes Dutzend ehrenamtliche „Gassi-Geher“ unterstützt das Team um Heimleiterin Lena Becker. Dem Tierschutzverein gehören rund 200 Mitglieder an. In den vergangenen anderthalb Jahren hat sich einiges getan am Flotzberg. Die Außenboxen sind - mit Unterstützung des THW - erneuert worden, rund um das Tierheim ist es heller und lichter geworden und eine Katzenpension für Urlaubsbetreuung und mehr sind eröffnet worden. Am Tierheim hat sich außerdem die Hundeschule DoggyLogic niedergelassen, die ein Angebot von Welpenkurs bis Verhaltenstherapie abdeckt. Das Tierheim bietet allen, die einen Vermittlungshund übernehmen, dort eine Beratung sowieso einen Grunderziehungskurs gratis an. Regelmäßig zu Gast am Flotzberg ist außerdem die Tierschutz AG der Roman-Herzog-Schule.

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