Der grüne Daumen

Tipps für Gärtner: Wie Gemüsebeete richtig gepflegt werden

Josef Raulf aus Nehden gibt Tipps zur Gemüsebepflanzung: „Zucchinis müssen häufig gewässert werden und brauchen viele Nährstoffe.“

Josef Raulf aus Nehden gibt Tipps zur Gemüsebepflanzung: „Zucchinis müssen häufig gewässert werden und brauchen viele Nährstoffe.“

Foto: Andrea Warnecke

Nehden.   Das Gemüse im Beet vom Nehdener Josef Raulf wächst. Er erklärt, worauf es jetzt ankommt und welche Gartenweisheiten eigentlich falsch sind.

Raschelnd stopft Jürgen Raulf kleine Bündel Stroh unter die Erdbeerpflanzen auf seinem Beet im Garten. „Zum Mulchen“, sagt der Hofladenbetreiber aus Thülen und pflückt eine dicke rote Beere. Die erste in diesem Jahr, groß, leuchtend rot und saftig. Während er weiter Stroh zwischen seinen Pflanzen verteilt, räumt er mit einigen Vorurteilen bei der Beetpflege auf.

Josef Raulf gibt Tipps zum Gemüsepflanzen. Foto: Jana Naima Fischer Regelmäßig Düngen: Das Mulchen ist gut gegen Trockenheit in der Erde, sagt der Gemüse-Experte. Zum Mulchen kann man Rasenschnitt oder nichtblühendes Unkraut nutzen. „Düngen ist allerdings nur nötig, wenn die Pflanzen viele Nährstoffe brauchen. Täglich muss das nicht sein“, sagt Josef Raulf. Aufpassen müsse man nur vor Schnecken: „Die verstecken sich gerne mal unter dem Mulch, lassen sich aber leicht einsammeln.“
Fazit: Pflanzen vertragen eine kleine Hilfe bei der Nährstoffzufuhr.

Morgens und abends gießen: „Am besten gießt man morgens“, sagt Josef Raulf und verteilt das Stroh zum Mulchen liebevoll unter den grünen Erdbeeren. Wenn die Sonne auf die Pflanzen scheine, verschließe sich diese gegen zuviel Einstrahlung und unterbreche so den Wasserkreislauf, wie er erklärt. Kurz hält er inne und überlegt. „Ich weiß nicht mehr, wie das in der Biologie genannt wird.“
Fazit: Auf den Trockenheitsgrad der Erde achten!

Schutz vor Unwetter: Schwerer Starkregen kann besonders frisch gesäten Pflanzen zusetzen, da er den Boden aufschwemmt und so die Saat auf einen Haufen oder einfach wegtreibt. „Wenn Unwetter angekündigt ist, reicht eine Mulchschicht oder ein verzweigter Ast mit Blättern, um die Erde zu schützen“, sagt der Gemüse-Experte. Er zupft an einer Pflanze: „Die meisten vertragen aber schon einiges. Nur Tomaten, die brauchen viel Wasser und vertragen Regen nicht. Das sind schwierige Pflanzen.“
Fazit: Eine Abdeckung ist nur bei schweren Unwettern oder Kältegraden nötig. Blumenkästen müssen also nicht immer vom Balkon ins Wohnzimmer wandern, wenn es mal regnet.

Unkraut jäten: „Man kann Unkraut ruhig jäten. Besonders vorsichtig muss man nicht vorgehen. Die Pflanzen einfach ausrupfen oder mit einer Hacke auf dem Boden lösen“, sagt Josef Raulf. Er grinst verschmitzt und zeigt auf einige kleine Blüten zwischen Kartoffeln und Erbsen: „Ich mag manches Unkraut. Das sieht ja nicht schlecht im Beet aus. Und sehr schädlich ist es auch nicht unbedingt.“
Fazit: Unkraut zupfen ist also keine Pflicht.

Allte Teile der Gartenserie „Der grüne Daumen“ finden Sie, wenn Sie hier klicken.

Folgen Sie uns auch auf Facebook.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben