Kriminalität

Tötungsdelikt in Niedersfeld – Verdächtiger gefasst

Die Polizei verlässt am Tag nach der Tat den Tatort.

Die Polizei verlässt am Tag nach der Tat den Tatort.

Foto: WP

Niedersfeld.   Die Mordkommission hat am Wochenende einen Mann (27) festgenommen, der verdächtig ist, in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch vergangener Woche einen 56 Jahre alten Mann in Niedersfeld erschlagen zu haben.

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Der Tatverdächtige war zunächst als Zeuge gesucht worden. Am Wochenende hätten sich Verdachtsmomente ergeben, so dass er schließlich festgenommen worden sei, sagte Staatsanwalt Klaus Neulken. Der Mann bestreitet die Tat.

Bei dem 27-Jährigen handelt es sich um einen Mann aus Iserlohn mit deutscher Staatsbürgerschaft. Zu möglichen Motiven für die Bluttat ist noch nichts bekannt. „Er gibt sich sehr wortkarg, streitet die Tat aber ab.“ Die Indizienlage indes war offenbar dicht genug, dass die Polizei ihn am Wochenende in der Nähe seines Wohnsitzes festnahm. Die Staatsanwaltschaft wollte gestern keine Angaben dazu machen, ob der Mann vorbestraft ist.

Singend und tanzend durch den Ort

Nach bisherigen Erkenntnissen kannten sich der mutmaßliche Täter und das Opfer nicht. „Es ist Gegenstand der Ermittlungen, weshalb der Mann überhaupt nach Niedersfeld gefahren ist“, sagte Neulken. Der 27-Jährige hatte am Dienstagabend vergangener Woche gegen 19 Uhr an der Haltestelle Steinkamp mitten in Niedersfeld den Linienbus von Winterberg Richtung Olsberg verlassen. Er soll nicht genug Geld für die Weiterfahrt gehabt haben und schon im Bus auffällig geworden sein, so dass ihn der Busfahrer nach einer Funk-Rücksprache zum Aussteigen veranlasste. Mehreren Menschen war der Iserlohner daraufhin aufgefallen, als er die Niedersfelder Hauptstraße Richtung Ortsausgang ging. „Er hat sich auffällig merkwürdig verhalten“, sagte Neulken.

Demnach soll der Mann laut singend und tanzend durch den Ort gelaufen sein – trotz der kühlen Temperaturen mit freiem Oberkörper unter seinem Jackett, heißt es im Dorf. Er soll einen überdrehten Eindruck hinterlassen haben.

Übernachtungsmöglichkeit gesucht

Kurz darauf wurde der Tatverdächtige auf dem Weg in den gut drei Kilometer entfernten Nachbarort Wiemeringhausen beobachtet. Hier klopfte er an Fenster und Türen und versuchte eine Übernachtungsmöglichkeit und Essen zu bekommen. Er wurde abgewiesen und kehrte er per Anhalter zurück nach Niedersfeld, wo er in einem gastronomischen Betrieb in der Nähe des Tatorts gesehen wurde.

Ein Zeuge sagte laut Staatsanwaltschaft bei der Polizei aus, dass er am Dienstagabend einen Streit zwischen dem Iserlohner und dem späteren Opfer, das in seinem Garten die Hecke schnitt, beobachtet habe. Was Grund für die Auseinandersetzung war, konnte Neulken nicht sagen: „Der Zeuge hat anhand der Gesten geschlossen, dass es ein Streit war.“ Ein weiterer Zeuge sagte schließlich aus, den Verdächtigen „im tatrelevanten Zeitraum in unmittelbarer Tatortnähe“ gesehen zu haben. Staatsanwaltschaft und Polizei gehen davon aus, dass der 56-Jährige am späten Dienstagabend getötet wurde.

Einen Tatverdächtigen haben die Ermittler, die Tatwaffe fehlt bislang. „Nach dem Tatwerkzeug wird intensiv gesucht“, so Neulken.

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