Glauben

Trauer oder Freude Kirche in Oberschledorn zeigt Gefühle

Eine steuerbare Licht- und Toninstallation gibt der St.-Antonius-Kirche Oberschledorn neues Flair.     

Eine steuerbare Licht- und Toninstallation gibt der St.-Antonius-Kirche Oberschledorn neues Flair.    

Foto: Nicole Reuter

Oberschledorn.   Ab 22. September passen Besucher in Oberschledorn den Kirchenraum individuell eigenen Gefühle und Bedürfnisse an. Licht, Ton und Texte wählbar.

In neuem Licht erstrahlt die Kirche St. Antonius Einsiedler. Der bisher schlichte Innenraum wird ab kommenden Freitag, 22. September, durch ein mediales Kirchensystem gestaltbar. Menschen, die die Kirche aufsuchen, wählen mittels eines Touchscreens eigenständig Farben, Texte oder Musik aus. Trauer, Freude, Dankbarkeit, Hoffnung – die Technik unterstützt Emotionen und Glaubensbedürfnisse. Die Kirche wird zu einem Ort der Meditation.

Leicht moderner Touch in der Kirche

„Es hat einen leicht modernen Touch“, beschreibt Andrea Donner, die den Kirchenvorstand auf die Idee gebracht hat. Sie habe die Lichterkirche der evangelischen Kirchengemeinde in Willingen-Rattlar gesehen. „Ich kenne die Kirche schon seit Jahren“, erzählt sie. Aber erst als sie das System auch in der katholischen Kirche in Schmallenberg-Gleidorf gesehen hat, schlug sie die Technik für den eigenen Ort vor.

Mit Erfolg. Peter Winterberg vom Kirchenvorstand kannte die Lichterkirche in Gleidorf ebenfalls und war sofort begeistert: „Es verleiht der Kirche ein anderes Gesicht.“ Reinhard Beuse, zweiter Vorsitzender des Kirchenvorstands meint: „Alle waren sofort überzeugt. Wir brauchten keinen mehr zu bitten.“

Also begab sich das Team an die konkreten Pläne. „Wir haben sie Farbenglanzkirche genannt“, so Andrea Donner. „Wir möchten sie durch innovative Gedanken und Ideen gestalten – gerade auch für Kinder.“ Das mediale Kirchensystem macht es möglich: „Wir können es immer individuell erweitern und verändern. Ein Grundprogramm ist natürlich drin“, so Herbert Schlüter vom Kirchenvorstand. Pfarrer Dr. Achim Funder wird z.B. Andachten einsprechen. „Und das Vater Unser soll als Gesang aufgenommen werden. Das machen der Frauenchor und der Männergesangsverein“, erzählt Schlüter.

Entsprechend der Thematiken des Kirchenjahres wird der Inhalt angepasst

Zwar sei der Einsatz hauptsächlich für die einzelnen Bürger gedacht. Doch auch in Messen werde das Lichtersystem in Zukunft eingesetzt, so Beuse. „Gerade bei Kindergottesdiensten kann es benutzt werden und die Messe farblich unterstützen.“ Entsprechend der Thematiken des Kirchenjahres werde der Inhalt angepasst. „Man kann auch biblische Geschichten für Kinder auswählen“, so Andrea Donner. Ob Regenbogenfarben oder einfarbiges Lichtspiel – die Erzählungen werden ganz nach Wünschen der Besucher untermalt.

Und: „Das System ist sehr selbsterklärend. Es muss keiner Angst davor haben, es zu benutzen“, sagt Donner. Zu Beginn kann per Touchscreen, der auf der rechten Seite des Innenraums angebracht ist, eine Einführung mit Erklärung gewählt werden. Anschließend stehen emotionale Themen oder die Themen der Kirche zu Auswahl.

Mit Zeitschaltuhr gesteuert

Bevor das mediale Kirchensystem angebracht wurde, mussten die passenden Stellen gefunden werden. Peter Winterberg: „Wir haben erst mit Lampen und Kabeltrommel ein paar Tests gemacht.“ Dann stand fest: Rechts und links sollten Fächer an den Flanken angebracht werden sowie Installationen hinter dem Hochaltar. Das Projekt ist überwiegend aus Kirchensteuermitteln gefördert.

Mit einer Zeitschaltuhr wird das System an- und ausgeschaltet. So ist die Nutzung zu den Öffnungszeiten der Kirche möglich. Am 22. September kann sich die Kirchengemeinde ab 19 Uhr selbst von der neuen Technik überzeugen – und das Lichterspiel in der neuen Farbenglanzkirche bestaunen.

  • Die St.-Antonius-Kirche wird seit vier Jahren nach und nach umgestaltet. Beginn war die Freilegung der Bruchsteine.
  • Der Höhepunkt war die Umgestaltung des Innenraumes zum 775-jährigen Dorfjubiläum 2011.
  • Dabei war der Hochaltar mit Stoffen abgedeckt und Lichteffekte schmückten den Raum.
    Das Projekt dauerte 87 Tage und begeisterte die Menschen. Auch dies war ein Impuls für die neue Technik.

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