FIFA 19

E-Football im Sauerland – TuS Medebach zockt zum Jubiläum

Beim E-Soccer spielen jeweils zwei Spieler gegeneinander. Jeder lenkt dabei eine Mannschaft auf dem Bildschirm.

Beim E-Soccer spielen jeweils zwei Spieler gegeneinander. Jeder lenkt dabei eine Mannschaft auf dem Bildschirm.

Medebach.   Fußball war beim 100-jährigen TuS Medebach immer Teil des Vereinslebens. Doch was beim Sportwochenende im Juni geplant ist, ist neu in der Region

Der TuS Medebach wird bekanntlich dieses Jahr 100 Jahre alt. Fußball war immer Teil des Vereinslebens, doch was beim Sportwochenende im Juni geplant ist, ist neu in der Region: ein E-Football-Turnier. Wir sagen, worum es geht, wer mitmachen kann und wo man sich anmeldet.

Am 28. Juni richtet der TuS ein E-Football-Turnier aus. Fußball also nicht auf dem Platz, sondern an der Konsole, mit dem Spiel FIFA 19. Teilnehmen können 40 Spieler ab 13 Jahren.

Der Turnierablauf ist der gleiche wie beim echten Fußball: Auf eine Gruppenphase folgen Finalrunden im K.o.-Modus. An insgesamt zehn Konsolen spielen jeweils zwei Teilnehmer gegeneinander. Die zehn besten Spieler des Turniers in Medebach qualifizieren sich für die nächste Runde. Dort treffen sie auf die Besten aus drei anderen Qualifikationsturnieren in Westfalen und kämpfen um den E-Soccer-Westfalencup.

Wege in den Vereinssport bauen

Dieses Turnier organisiert der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW). Er stellt auch die komplette Technik, leiht also den Vereinen die nötigen Konsolen und Bildschirme und sorgt für das Werbematerial.

Der TuS Medebach möchte nach eigenen Angaben mit dem Turnier etwas Neues und Trendiges anbieten. „Natürlich sind neben aktiven Fußballern gerade diejenigen angesprochen, die öfters daddeln, aber sich selten im Wettbewerb messen können“, schreibt der TuS. Auch für interessierte Zuschauer ist das Sportheim beim Turnier geöffnet.

Daddeln gehört für viele Jugendliche zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen. Manche entwickeln dabei enorme Geschicklichkeit. Aber ist das deswegen Sport? Zumindest sei es ein Weg, wieder mit dem Sport und einem Sportverein in Berührung zu kommen, sagt Kim Weidig. Er ist beim FLVW zuständig für das Thema E-Soccer. „Uns geht es dabei weniger um die Frage, ob das Sport ist, als darum, wie wir den Vereinen helfen können, sich zukunftsfähig und attraktiv aufzustellen.“

Das Thema ist auch für den FLVW noch relativ jung. Erst im vergangenen Frühling begann man dort, sich nach der Anfrage eines Vereins intensiv damit zu befassen. Mittlerweile sehe man darin Potenzial, die begehrte Zielgruppe der jungen Leute anzusprechen und einzubinden.

„Natürlich hätten wir die Spieler am liebsten auch alle auf dem realen Fußballplatz stehen“, sagt Weidig. Aber durch die Ausrichtung eines E-Soccer-Turniers sei man immerhin schon mal mit ihnen in Kontakt – mit der Hoffnung auf mehr. „Die, die zu Hause auf dem Sofa zocken, erreicht man als Sportverein sehr schwer.“

Zielgruppenarbeit wird wichtiger

Weidig spricht stets über E-Soccer, nicht über E-Sports. Das hat einen Grund: Zu E-Sports zählen auch andere Videospiele, darunter solche mit gewalttätigen Inhalten. Um klarzumachen, dass sie dies nicht unterstützen und sich auf fußballbezogene Spiele beschränken, haben sich die Fußballverbände in Deutschland auf den Begriff E-Soccer geeinigt.

Sich breiter aufstellen, die Zielgruppen individueller ansprechen: Gedanken dazu macht man sich beim Verband auch über das andere Ende des Altersspektrums. So, wie man mit Spielkonsolen junge Leute gewinnen möchte, gibt es für Ältere Angebote wie Walking Football, z.B. in Oberschledorn. „Es reicht nicht mehr, zu sagen: Wir haben eine Fußballabteilung“, ist sich Weidig sicher. „Damit allein geht man auf Dauer unter.“

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