Vergiftung

Unbekannter vergiftet Baum von Kindergarten in Elpe

Die Kinder machen ihrem Frust auf einem Plakat Luft. Sie nahmen sich auch viel Zeit, um dem vergifteten Baum gute Besserung zu wünschen.

Die Kinder machen ihrem Frust auf einem Plakat Luft. Sie nahmen sich auch viel Zeit, um dem vergifteten Baum gute Besserung zu wünschen.

Foto: Stadt Olsberg

Elpe.  Die Kinder müssen schockiert feststellen, dass sich jemand an ihrer Linde vergangen hat. Sie soll gerettet werden, denn sie ist ein Vermögen wert

Die Kinder trauten ihren Augen nicht und sind zutiefst Enttäuscht. Auf dem Grundstück des Kindergartens in Elpe hat sich jemand an einer Linde vergriffen und diese offenbar vergiftet. Sieben große Bohrlöcher am Fuß des Baums entdeckten die Mitarbeiter, als sie sich wunderten, wieso das Geäst auf einer Seite des blühenden Baumes ausgetrocknet ist. Auch das Gras ist an einer Stelle vor dem grünen Riesen vertrocknet und wie weggeäzt.

„Die Kinder waren sehr schockiert, als wir ihnen erklärt haben, was passiert war. Sie fragten, wer so etwas machen würde“, sagt die Leiterin des Kindergartens Rita Burmann. Die Kleinen sorgten sich so sehr um den Baum, dass sie ihm eine schnelle Genesung wünschten. Und tatsächlich gibt es Grund zur Hoffnung: Zwar ist der Baum durch die mutmaßlich giftige Substanz, die injiziert wurde, stark geschädigt, jedoch bilden sich auch an den trockenen Ästen einige Blätter. Die Stadt Olsberg schickte hauseigene Experten, um sich die Situation anzusehen. Sie glauben, dass der Baum noch zu retten ist.

Stadt gießt den Baum und gibt Kindern Hoffnung

Über 2000 Liter Wasser bekam der circa 50 Jahre alte Baum zunächst. Ein Vorgang, den die Stadt wiederholen wird. Auch die Mitarbeiter des Kindergartens gießen fleißig. Die Bohrlöcher im Baum sind mit künstlicher Rinde - einem Lackbalsam - verschlossen worden, der beschädigte Rasen unter dem Baum wurde neu gesät. „Wir hoffen sehr, dass uns die Pflanze erhalten bleibt“, sagt Burmann.

Das würde auch die Kinder sehr freuen, die ihrem Unmut laut machen. „Unsere Kindergarten-Linde wurde vergiftet“ schreiben sie auf einem Plakat, das vor dem mächtigen Baum direkt am Kindergarten steht. „Dieser Baum wird ab sofort bewacht“, steht dort weiter zusammen mit den Unterschriften aller Kinder. Laut Angaben von Burmann könne der Baum niemanden stören, daher kann sie sich auch nicht erklären, wie es überhaupt zu diesem Verbrechen kommen konnte. Die Stadt Olsberg, Träger des Kindergartens, sieht das ähnlich und hat daher Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt erstattet. „Wir werden jetzt aber keine Proben entnehmen. Das würde uns auch nicht weiterbringen, daher hoffen wir auf Hilfe aus der Bevölkerung“, erklärt Holger Glaremin, Pressesprecher der Polizei im Hochsauerlandkreis.

Linde ist circa 25.000 Euro wert

Sind die Übeltäter ermittelt, werden sie für die Wiederbeschaffung der Bäume zur Kasse gebeten. Je nach Alter, Größe und Art des Baumes sind Summen im vier- bis fünfstelligen Bereich möglich. Die Sommerlinde in Elpe zum Beispiel hat einen geschätzten Wert von 25.000 bis 30.000 Euro. Letztlich gehe es aber nicht um Strafen, unterstreicht man bei der Stadtverwaltung, sondern um Respekt vor dem Eigentum der Stadt und damit ihrer Bürger. Bäume bereichern nicht nur das Stadtbild, sie erfüllen auch eine wichtige ökologische Funktion. Zum Beispiel, indem sie Insekten und Singvögeln als Lebensraum dienen oder für eine gesunde Luft sorgen.

Die Stadtverwaltung bittet die Bürger um Mithilfe, um die Verursacher zu ermitteln. Hinweise nehmen die Polizei telefonisch unter 02961/90200 oder die Stadt Olsberg unter 02962/982-250 oder per E-Mail unter post@olsberg.de entgegen.

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