Hilfegesuch

Verzweifelte Suche: Wer möchte Robins Schulhelfer sein?

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Robin aus Olsberg leidet an Muskelschwund. Er braucht dringend eine Integrationskraft, um mit der Schule weitermachen zu können. 

Robin aus Olsberg leidet an Muskelschwund. Er braucht dringend eine Integrationskraft, um mit der Schule weitermachen zu können. 

Foto: Privat / WP

Olsberg.  Robin aus Olsberg leidet an Muskelschwund. Er braucht eine Integrationskraft um in die Schule zu gehen, doch die Familie findet keinen Helfer.

Robin will bald auf eine neue Schule gehen, einen Abschluss machen. Mittlere Reife wahrscheinlich. Ein Ziel, das viele Teenager in seinem Alter verfolgen, für Robin aus Olsberg aber gerade droht, unerreichbar zu werden. Denn Robin leidet an Muskelschwund, genauer „Muskeldystrophie Typ Duchenne“. Ein unheilbarer Gendefekt, der fast ausschließlich Jungen betrifft und durch den die Muskeln – vereinfacht ausgedrückt – nach und nach zusammenfallen und sich in Binde- und Fettgewebe umwandeln. Dadurch geht die Muskelkraft im gesamten Körper immer mehr verloren. Um den Abschluss zu machen und zur Schule zu gehen, braucht Robin eine Integrationskraft. Doch die Familie findet keine und auch die Träger können nicht helfen.

Robins Erkrankung trifft ihn und seine Familie wie aus heiterem Himmel

Robins Erkrankung traf ihn und seine Familie plötzlich. Sie wurde diagnostiziert, als er anderthalb Jahre alt war. Bei einer solchen Diagnose bricht erst einmal die Welt zusammen, berichtet Robins Mama Martina schon im Dezember der WP Brilon. Die Kindergartenzeit war nicht leicht, weil ihr Sohn zu dieser Zeit motorisch schon nicht mehr richtig mit den anderen Kindern mithalten konnte. Deshalb fiel die Entscheidung, ihn in einer Förderschule anzumelden, obwohl er kognitiv keinerlei Einschränkungen durch die Krankheit hat. Kurz nach der Einschulung folgte wieder ein Infekt, der einen weiteren Schub auslöste. Seitdem sitzt Robin im Rollstuhl. Mittlerweile kann er die rechte Hand noch etwas bewegen und damit seinen Spezial-Rolli oder eine PC-Maus steuern. Den ganzen Körper bewegen oder sich vielleicht nachts im Bett ein Stück drehen, dafür ist er auf Hilfe angewiesen.

Robin berichtet in der WP von seiner Suche nach Hilfe

Robin allerdings ist ein Kämpfer. Wie die WP Brilon berichtete, ist Robin stets auf der Suche nach neuen Entwicklungen oder Ideen, um sein Leben einfacher zu gestalten. Erst im vergangenen Jahr hatte Robin eine Firma in Portugal gefunden. Diese hat einen Handschuh entwickelt, der mit einer Smart Watch kombiniert ist. Durch integrierte Sensoren können Menschen mit einer Erkrankung ähnlich wie der von Robin mit einem solchen Handschuh wieder besser greifen und dadurch selbstständiger werden. „Robin ist jetzt, im Sommer, ständig auf Achse. Er besucht Konzerte und will jetzt sogar seinen Führerschein machen“, erzählt Martina, seine Mutter. Dazu braucht er nur noch ein verkehrsmedizinisches Gutachten, dann kann er im Sommer die Theorie und im Herbst den praktischen Teil absolvieren. „Robin hat eine Fahrschule gefunden, die es ihm ermöglicht, trotz seiner Erkrankung Fahren zu lernen.“ Das ist Robin, immer selbst auf der Suche nach einem Weg, unmittelbar am Leben teilzuhaben – ohne dass seine Krankheit ihn zu sehr einschränkt.

I-Kraft für den Schulbesuch dringend gebraucht

Jetzt wissen aber weder Robin noch seine Mutter so richtig weiter. Denn Robin möchte auf dem Heinrich-Sommer-Berufskolleg (HSBK) des Josefsheims einen Abschluss machen. Drei Jahre soll das dauern. Danach kann er mit dem Abschluss auf dem Arbeitsmarkt eine Stelle suchen, will sich weiterbilden. Doch für einen Schulbesuch braucht der Teenager eine Integrationskraft, kurz I-Kraft. „Unsere eigentliche I-Kraft ist aus Krankheitsgründen abgesprungen“, so Robins Mutter. Sie habe alle Träger durchtelefoniert, es finde sich keine Fachkraft, die eingestellt werden kann. „Wir dürfen aufgrund von Robins Pflegestufe eine Fachkraft einstellen, aber wir nehmen auch ungelernte. Hauptsache die Chemie stimmt“, sagt Martina.

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Robin braucht die I-Kraft für die Bewältigung des Schulalltags. Eine I-Kraft würde ihn am morgen in Empfang nehmen, ihn in den Klassenraum begleiten, Stifte anreichen, den Rucksack auspacken und all die kleinen Dinge erledigen, die Robin nicht allein kann. Rund 30 Stunden die Woche würde diese Aufgabe füllen, am 11. August soll Robins erster Schultag sein. Das Problem: Findet die Familie keine I-Kraft, kann Robin die Schule nicht besuchen.

Aufgaben einer Integrationskraft werden nicht ausreichend bezahlt

„Es ist traurig, aber das Problem ist weit verbreitet“, so Martina, „Für viele ist der Job psychisch anstrengend, denn die Kräfte wissen, wenn sie einmal krank sind, wirkt sich das direkt auf die zu betreuenden Kinder aus. Gleichzeitig wird die Aufgabe nicht gut genug bezahlt.“ Sie sucht schon im Netz mit Aufrufen nach einer Integrationskraft – und hofft auf einen Erfolg. Viel Zeit bleibt nicht mehr.

Wer sich vorstellen kann, Robin als Integrationskraft zu begleiten, kann sich unter robin-sucht-ikraft@freenet.de melden.

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