Reise

Von Olsberg aus zum Ursprung des Christentums

Reise nach Israel vom Pastoralverbund Bigge-Olsberg im Februar-März 2020: auf den Spuren Jesu mit der Bibel in der Hand wandern.

Reise nach Israel vom Pastoralverbund Bigge-Olsberg im Februar-März 2020: auf den Spuren Jesu mit der Bibel in der Hand wandern.

Foto: Sonja Funke / Westfalenpost

Sie wollen Bibel hautnah erleben, mit anderen Christen an den Ursprung des Glaubens reisen: Der Pastoralverbund Bigge-Olsberg fährt nach Israel.

Olsberg/Bigge. Die Reise geht quasi „zurück in die Zukunft“: Wer will mit nach Israel, die „Faszination des Heiligen Landes erleben“? Das fragen Dechant Richard Steilmann und Heinrich Weber als Organisatoren einer besonderen Reise für den Pastoralverbund Bigge-Olsberg. Sie wird vom 26. Februar bis zum 6. März 2020 angeboten wird. Jeder kann mitfahren und Bibelgeschichte hautnah spüren. Und nicht nur das: Wieder zurück, so hoffen beide, wird der große Pastoralverbund auch vor Ort ein bisschen mehr zusammenwachsen, auch „durch diese andere Form der Veranstaltung“.

Die Vorbereitung

Es ist eine besondere Reise, die auch besonders vorbereitet sein will. An drei Abenden gibt es vorab Vorträge zu verschiedenen Themen, zum ABC des Judentums, zur Geschichte und aktuellen Lage des israelisch-palästinensischen Konfliktes, zur christlichen Vielfalt im Heiligen Land. Haupt-Referent ist Monsignore Konrad Schmidt aus Sundern, ehemals Leiter der Landvolkshochschule Hardehausen. Er war schon 100 Mal in Israel war und wird die Reisegruppe im Februar-März 2020 auch begleiten. Denn: Die zehn Tage wollen gut vorbereitet und betreut sein. „Es empfiehlt sich schon, sich vorher zu informieren. Einfach hinten im Bus zu sitzen und zuzuhören, davon nimmt man dann nicht genug mit“, sagt Dechant Steilmann und Heinrich Weber ergänzt: „Die Menge der Dinge, die man erlebt, ist so groß. Nach zehn Kilometern Busfahrt kann sich einem eine ganz neue Situation darstellen.

Der Konflikt

Neben Konrad Schmidt, gehören ein Israeli als Reiseführer und ein Palästinenser als Busfahrer zum Leiterteam. Die beiden Letzteren haben schon viele Gruppen begleitet und sind zusammen in der Friedensarbeit tätig. Ja, der Konflikt ist da, aber ist er auch spürbar? Ja, sagen Steilmann und Weber, die beide schon in Israel waren, die Spannungen seien irgendwie schon spürbar. Aber man fühle sich keinesfalls gefährdet: „Auch, weil alles gut austariert ist, alle Gruppen vom Tourismus leben und sehr auf die Sicherheitslage gerade für Touristen bedacht sind.“ Sicher sei ein Reiz der Reise, direkt im Nahen Osten zu sein, ganz nah an Syrien - also mittendrin und doch vom Glauben her irgendwie zu Hause, in der Geburtsstätte des Christentums.

Der Zusammenhalt

Dies alles dort, am Ort des Urchristentums zu spüren, glauben beide, bringt auch die Reisenden verändert zurück. „Vielleicht wird einiges ins rechte Licht gerückt“, glaubt Heinrich Weber. Das gilt nicht nur für den Israel-Palästina-Konflikt. Es sei spannend, wie viele Christen-Stämme allein in der Jerusalemer Grabeskirche, dort, wo Jesus gekreuzigt wurde, zusammenkommen, so Dechant Steilmann: griechisch- orthodoxe, römisch- katholische, armenisch- apostolische Kirche, syrisch- orthodoxe Kirche von Antiochien, äthiopisch- orthodoxe Tewahedo Kirche und Kopten. „Da wird es auch schon mal laut“, ergänzt Steilmann. Auch für den Pastoralverbund würde er sich mehr Miteinander wünschen, dass die Mitglieder gerne lauter, gerne aktiver werden, in die verschiedenen Kirchen reinschauen und auch gern dort aktiver sind.

Die Spuren Jesu

Wie sehr ist Jesus vor Ort spürbar? „Man wandelt ja quasi auf seinen Spuren“, sagen beide unisono. Die Ruhe in Galiläa mit Blick auf den See Genezareth, die Hektik in Jerusalem, die Weite der Wüste, dies alles können die Teilnehmer erspüren, am besten immer mit der Bibel in der Hand. Die Reiseführer wiesen stets auf die richtigen Bibelstellen hin. „Die Beziehung zum Glauben wird eine andere, die Bibel wird greifbarer, man liest sie anders.“ Dort zu stehen, wo einst eine Wunderheilung geschah oder das Brot vermehrt wurde, das sei ganz besonders. „Jeder kennt doch irgendwie die Geschichten aus dem Alten Testament. Dann das Sinai-Massiv zu sehen, das ist sehr beeindruckend“, so Weber. Und überall dort, wo Jesus gewirkt haben soll, stehen bedeutende Kirchen, so wie die Geburtskirche in Bethlehem, die Grabeskirche in Jerusalem.

Die Reisebedingungen

Die Reise kostet mit allem Drum und Dran - auch Trinkgelder sind inbegriffen - 2165 Euro. Es könnte etwas weniger werden, wenn sich noch mehr anmelden. Zurzeit stehen über 20 Reisebegeisterte auf der Liste, die Reise findet statt. Impfungen sind nicht nötig, übernachtet wird in Hotels mit Halbpension. Für Mittagsverpflegung ist ebenfalls gesorgt. „Israel ist teuer, aber man kommt bei dieser Reise dann auch mit einem Taschengeld hin“, sagt Heinrich Weber. Und Dechant Steilmann ergänzt: „Man darf nicht vergessen, dass es ein hochentwickeltes Land ist.“ Beide weisen darauf hin, dass Einmaliges geboten wird. Sogar ein Tag in der Wüste mit anschließendem Bad im Roten Meer ist inbegriffen. „Die Wüste soll zu der Zeit grün sein, das muss ganz besonders sein“, sagt Heinrich Weber. Und gerade auch dort, in der Wüste, fühle man sich ganz nah mit Erfahrungen Jesu verknüpft.

Die Rückkehr

„Wenn man dann auf dem Berg der Seligpreisung mit Blick auf den See steht, dann weiß man, es stimmt in sich. Es ist egal, ob Jesus hier oder 100 Meter weiter stand“, schildert Dechant Steilmann seine Eindrücke. Dort einen Gottesdienst zu erleben, das vergesse man nicht.

„Es bringt eine Vertiefung des Glaubens und wie bei jeder Reise auch einen neuen Horizont“, so Weber: „Ich hoffe, wir können das Gemeindeleben wieder beflügeln, dass Menschen sich öffnen, aktiver werden.“ So ein Gottesdienst am See Genezareth der könne doch zeigen, auch hier im Sauerland sei es letztlich egal, wo Christen zusammenkommen. Was zählt, das sei das Gemeinsame.

Infos zur Reise, das gesamte Programm und Anmeldung bis zum 15. August im Pfarrbüro des Pastoralverbundes Bigge-Olsberg, Telefon 02962 2708, E-Mail: pfarrbuero@pv-bigge-olsberg.de

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben