Jahresrückblick, Teil 5

Von Schützen, Steinen, Delfinen und positiven Momenten

600 Jahre St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Brilon: die Bruderschaft überreicht Bischof Dr. Wiesemann ein Bild von dem - nach der Propsteikirche! - zweitschönsten Gebäudes der Stadt, der Schützenhalle. Von links: Jungschützenkönig Jonas Tilly, Königin Anke Cwikla-Werner, Bischof Dr. Wiesemann, König Oliver Cwikla-Werner, Major Herbert Jätzel und stv. Major Michael Schemm

600 Jahre St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Brilon: die Bruderschaft überreicht Bischof Dr. Wiesemann ein Bild von dem - nach der Propsteikirche! - zweitschönsten Gebäudes der Stadt, der Schützenhalle. Von links: Jungschützenkönig Jonas Tilly, Königin Anke Cwikla-Werner, Bischof Dr. Wiesemann, König Oliver Cwikla-Werner, Major Herbert Jätzel und stv. Major Michael Schemm

Foto: Hendrichs Jürgen

Hochsauerland.   Das Jahr 2017 hatte auch viele positive Momente. Wir haben sie im letzten Teil unseres Jahresrückblicks zusammengetragen.

Das Leben verläuft leider nicht immer in den vermeintlich richtigen Bahnen und nicht alles ist positiv. Aber bei einem Rückblick aufs vergangene und zum Start ins neue Jahr wollen wir einfach mal alles Negative ausblenden und nur positive Dinge in Erinnerung rufen.

Da wäre zum Beispiel das 600-jährige Bestehen der Briloner St.-Hubertus-Schützen. Erst der große Festakt im Februar und dann das Jubiläumsschützenfest im Sommer. Der frühere Briloner Propst und jetzige Bischof von Speyer, Dr. Karl-Heinz Wiesemann, betont, dass Schützen eine wichtige Funktion haben, um das Auseinanderdriften der Gesellschaft zu verhindern: „Sie können Vorbild für das Leben vor Ort sein.“

Zeichen für Toleranz

Ein Zeichen für Toleranz setzt auch Heike Grebe. Die Deifelderin ist Filmemacherin und reist für eine Fernseh-Dokumentation in den Iran. Für gegenseitige Toleranz wirbt sie auch in ihrem Film über die Wisente. Nicht ganz so weit ist Waldfee Marie Becker gereist, die am liebsten noch ein Jahr als Briloner Botschafterin im grünen Kleid dranhängen würde. Aber im Frühjahr muss sie den Feenstab an Lina-Madlen Voß aus Altenbüren abgeben. Im Rahmen von „Brilon blüht auf“ jubeln viele Zuschauer der neuen Waldfee zu.

Ist es eine positive Nachricht oder eher eine Meldung zum Nachdenken? Der Fahrzeugbestand im HSK erreicht einen Höchststand. Mit mehr als 221 628 waren noch nie mehr Fahrzeuge auf den heimischen Straßen unterwegs. 158 837 davon sind Personenkraftwagen – darunter immerhin positiv - 99 Elektrofahrzeuge. Deutschlandweit kurven 62 Millionen Autos herum.

Wir erinnern uns an „Zehn Jahre Kyrill“. Und trotz seiner zerstörerischen Wucht hatte der Orkan auch seine positiven Seiten: „Es gibt eigentlich keine Tierart, die in den letzten zehn Jahren nicht von den Folgen von Kyrill profitiert hat. Vor allem Pflanzenfresser leben dadurch aktuell unter extrem günstigen Bedingungen“, erklärt Christoph Bernholz, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Hochsauerland. Die Schalenwildarten wie z.B. das Reh haben sich seit dem Sturm vor zehn Jahren rasant vermehrt.

Wenn’s denn mal juckt

Brilon hat wieder eine Hautarztpraxis: Im Haus der „Alten Hirsch Apotheke“ hat Robert Oebbecke, Facharzt für Dermatologie, den Praxisbetrieb aufgenommen. Der 33-jährige Mediziner hat die 260 Quadratmeter große, komplette erste Etage des Gebäudes bezogen. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte ist die Hautkrebs-Vorsorge mittels Video-Dermatoskopie. Wir bleiben medizinisch: Zum Jahresanfang sind alle 131 Betten im Marsberger St.-Marien-Hospital belegt. Das Krankenhaus steht in 2017 seit 50 Jahren auf dem Heidenberg und auslastungsmäßig besser da denn je.

Seltene Auszeichnung in Medebach: Heinrich Nolte wird zum Ehrenbürgermeister der Hansestadt ernannt. 1982 begann er sein Wirken für Medebach als Stadtdirektor, von 1998 bis 2009 war er Bürgermeister. „Durch seine Zuverlässigkeit und Akribie wurde er in dieser Zeit zum Baumeister der Stadt“, so der amtierende Bürgermeister Thomas Grosche in seiner Laudatio. Und stellvertretend als Dankeschön für alle Blauröcke diese Meldung aus Marsberg: Bürgermeister Klaus Hülsenbeck verleiht den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Marsberg den Bürgerpreis.

Eine schöne Idee haben fünf junge Künstler in Brilon in die Tat umgesetzt. Unter dem Titel „Lichtung#1“ zeigen sie in der „Alten Werkstatt“ am Kalvarienberg verblüffende Kunst. Initiatorin ist Katharina Kretzschmar, deren Mutter die Werkstatt gehört. Absoluter Hingucker: Ein Tisch aus Aluminium, der wie eine Häkeldecke aussieht. Irre!

Das könnte man auch sagen, wenn man sich das Modell einer Hängebrücke über den Diemelsee anschaut. Wenn es nach dem Willen von Gerhard Göbel aus Willingen und Volker Becker, Bürgermeister der Großgemeinde Diemelsee, geht, dann soll das 400 Meter lange Projekt eine spektakuläre Attraktion im Bereich des Wander- und Erholungsgebietes werden. Es soll die längste Brücke Deutschlands über einen See im Mittelgebirge werden. Gesellschafter der Investorengruppe kann jeder werden. Beteiligungssumme für die „Lakeline Diemelsee“: 5000 Euro.

Herr der Ringe

Eine Millionen Jahre alte Felsformation, die durch Vulkane, Faltung der Erdschichten und Erosion entstanden ist, gelangt zu besonderer Ehre: Die Bruchhauser Steine werden das landesweit erste und bundesweit zweite Nationale Naturmonument. Wegen ihrer seltenen Tier- und Pflanzenarten hat die Felsformation bei vielen einen Stein im Brett. Apropos Steine: Ein Team von Archäologen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) hat einen vor drei Jahren in Obermarsberg gefundenen, kupfernen Fingerring abschließend untersucht: das Ergebnis der Ring ist 2500 Jahre alt.

Noch ein paar positive Nachrichten gefällig? Ein Feriendorf mit Hotelcharakter möchte die „Sauerland-Ressort-Gesellschaft“ mit ihrem Geschäftsführer Eckhard Lohmann aus Brilon „Am Heideweg“ in Hallenberg errichten. Ähnliche Pläne gibt es auch für Petersborn.

Im Briloner Haus Hövener können sich Paare jetzt das Ja-Wort geben. Das geht übrigens auch am Flughafen Paderborn, wo die Verliebten nicht nur im siebten Himmel schweben dürfen, sondern sogar in einer Maschine über den Wolken getraut werden können. Das Duo „Think twice“ um Thomas und Christiane Mester feiert „Silberhochzeit“, denn seit 25 Jahren stehen die beiden gemeinsam auf der Bühne. Zusammen mit musikalischen Wegbegleitern veranstalten sie ein großartiges Konzert im Kolpinghaus Brilon.

Ein positiv-denkender Mensch ist Florian Hinxlage aus Dinklage im Landkreis Vechta. Er wird neuer Regisseur an der Freilichtbühne Hallenberg. Seine Vorgängerin Birgit Simmler zieht es als Intendantin der Luisenburg-Festspiele nach Wunsiedel.

Und die schönste positive Nachricht zum Schluss: Alena Baum kann ihre zweite Delfintherapie jetzt im Januar starten. Dank der großartigen Unterstützung unserer Leser und dank einer ungewöhnlichen Benefiz-Aktion einer Briloner Firma kommt genügend Geld zusammen, damit die 21-Jährige mit ihrer Familie nach Curacao reisen kann. Im Alter von elf Jahren war Alena aus Bleiwäsche ein Blutschwamm im Gehirn geplatzt – an einer denkbar unglücklichen Stelle. Die Ärzte hatten das Mädchen schon fast abgeschrieben. Aber die Familie kämpfte. Und mittlerweile ist Alena auf dem besten Wege, ein eigenständiges Leben zu führen - nicht zuletzt auch dank der Delfin-Unterstützung.

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