Kommentar

Vorverurteilungen und ein Glaubwürdigkeitsproblem

Vorverurteilungen sind der schlechteste Weg, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Deshalb ist es falsch den Betreiber des Biohofes an den Pranger zu stellen, ohne der beschuldigten Seite das Recht zu geben, sich zu äußern. Es ist genauso falsch die Vorwürfe lapidar als ungerechtfertigt darzustellen. Dafür sind die Anschuldigungen zu ernst.

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Vorverurteilungen sind der schlechteste Weg, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Deshalb ist es falsch den Betreiber des Biohofes an den Pranger zu stellen, ohne der beschuldigten Seite das Recht zu geben, sich zu äußern. Es ist genauso falsch die Vorwürfe lapidar als ungerechtfertigt darzustellen. Dafür sind die Anschuldigungen zu ernst.

Wer die Bilder aus dem Film sieht, ist schockiert. Dass Tiere wahllos geschlagen werden, ist unter aller Würde. Schenkt man dem Anwalt des Biobauern glauben, hat der Landwirt sofort reagiert und die Mitarbeiter gefeuert.

Aber: Auch weitere Filmsequenzen werfen Fragen auf. Ist der Zustand der Tiere so schlecht, wie es den Anschein macht? Werden tatsächlich unter dem Deckmantel des Biosiegels Ziegen auf nicht tolerierbare Art gehalten? Ist die Sterblichkeit der Tiere wirklich überproportional hoch?

Wenn die Ermittlungsergebnisse von Staatsanwaltschaft und anderer Behörden die Fragen mit Ja beantworten, muss der Betreiber mit Konsequenzen rechnen und bis zu einem Tierhalteverbot bestraft werden. Dann müssen sich auch andere erklären: das Veterinäramt und diverse Organisationen, die Bio- und Ökosiegel verleihen.

Eiskalte PETA-Vegan-Kampagne

Die Aktivisten von PETA fordern das jetzt schon – so wie viele Menschen bei Facebook. Diese Kommentatoren sollten bei allem verständlichen Entsetzen über den vermeintlichen Skandal bedenken, dass PETA sehr eigene Interessen verfolgt. „Was Sie tun können – Kaufen Sie keine tierischen Produkte wie Fleisch, Milch, Eier oder Honig. Hinter all diesen Produkten steckt großes Tierleid“, schreibt PETA direkt unter dem Filmbeitrag auf der Internetseite des Vereins. Dann folgt gnadenlose Eigenwerbung: „Melden Sie sich noch heute bei unserem unverbindlichen und kostenlosen VeganStart-Programm an, und Sie erhalten 30 Tage lang leckere vegane Rezepte und viele Tipps und Tricks, die den Einstieg in ein gesundes und tierfreundliches Leben erleichtern.“

Glaubwürdiger macht sich PETA damit nicht. (Boris Schopper)

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