Streitpunkt

Warum die FDP das geplante Feriendorf in Hallenberg ablehnt

Auf dieser Wiese soll das Bergdorf Hallenberg entstehen. Das Projekt ist nicht unumstritten.

Auf dieser Wiese soll das Bergdorf Hallenberg entstehen. Das Projekt ist nicht unumstritten.

Foto: Rita Maurer

Hallenberg  Das Feriendorf mit dem Namen Bergdorf Hallenberg wird zum Streitthema. Die FDP fürchtet, dass das Projekt Hallenberg mehr schadet nutzt.

. Der Rat Hallenberg beschäftigte sich mit einer Reihe Themen. Die Sanierung des Hallenbands und das Bergdorf standen im Fokus der jüngsten Sitzung. Das geplante Feriendorf entwickelt sich zum Streitthema. Die Kritik der FDP an den Planungen ist scharf.

Die Sanierung des Hallenbades

Das 51 Jahre alte Hallenbad am Schulzentrum wird ab dem Sommer grundlegend saniert. Diese Entscheidung traf der Rat der Stadt Hallenberg einstimmig. Die Kosten von rund 291.000 Euro sind im Haushalt eingeplant. Im letzten Jahr waren Undichtigkeiten unter dem Becken festgestellt worden, so dass es in den darunter liegenden Keller tropfte. Fenster, Duschen und Technik waren in den vergangenen Jahren bereits sukzessive erneuert worden. Die jetzt anstehende Sanierung soll darauf abgestimmt werden. Neben dem Becken und den Böden sollen auch die Umkleiden, Nebenräume und das Foyer in Angriff genommen werden. Der Rat entschied sich einstimmig für die vorgestellten Maßnahmen, so dass vor Ostern noch die Ausschreibungen auf den Weg gebracht werden können. Die Renovierung soll Ende November abgeschlossen sein.

Die Diskussion um das Begdorf in Hallenberg

Die Aufstellung des Bebauungsplans für die Ferienanlage „Bergdorf Hallenberg“ ist einen Schritt weiter. Die frühzeitige Beteiligung ist abgeschlossen, die Einwände darin wurden vom Rat zur Kenntnis genommen.

Bekanntlich soll am westlichen Ortsrand Richtung Heidekopf eine Ferienanlage im gehobenen Stil mit 52 Ferienhäusern und –wohnungen mit teilweise angeschlossenen Pferdeställen sowie Läden und Restaurants und entstehen.

Die neu gegründete FDP machte in der Einwohnerfragestunde auf den Einwand der IHK aufmerksam, dass die im Bergdorf geplanten beiden Läden sich nicht negativ auf den Einzelhandel in der Stadt auswirken sollten. Bürgermeister Michael Kronauge erklärte, dass im Bergdorf nur ein Shop mit Kleinigkeiten angedacht sei, der nicht mit den bestehenden Geschäften im Ort konkurriere. Die Internetseite „bergdorf-hallenberg.de“ wirbt jedoch, dass es im „Dorfladen sowie Gutsladen Ausrüstung für Wandern, Sport, Reiten und Jagen sowie Mode, Accessoires und regionale, ökologische Produkte“ auf einer Fläche von je bis 200 Quadratmetern und zwei Gastronomiebetrieben mit 300 Innen- und 300 Außenplätzen geben soll, wie es auch in der Ratssitzung im Oktober vorgestellt wurde. „Wir benötigen kein Dorf im Dorf“, so der FDP-Vorsitzende Enrico Eppner in einer Pressemitteilung.

In Brilon liegt ein ähnliches Projekt auf Eis

Eckhard Lohmann aus Brilon, Architekt dieses Bergdorfes und gleichzeitig geschäftsführender Gesellschafter der Investorenfirma, plant in Petersborn-Gudenhagen eine ähnliche Ferienanlage mit dem Namen „Gut Petershagen“ im gleichen Baustil. Diese Pläne liegen auf Eis, weil auf der Planungsfläche Magerrasen entdeckt wurde.

Für das Projekt in Hallenberg ist der Umweltbericht noch in Arbeit. Im Mai soll verstärkt auch auf Magerrasen-Vorkommnisse geachtet werden.

Erstmals seit 2008 wieder ein Investitionskredit

Die Mitarbeiter von Bauhof, Forst und dem Wasserwerk bekommen auf dem ehemaligen Sachtleben-Gelände zwischen Hallenberg und Liesen für knapp 2 Mio. Euro neue Betriebsgebäude und Arbeitsflächen. Die Pläne wurden dem Rat vorgestellt, lebhaft diskutiert und letztlich einstimmig beschlossen. Für die Baumaßnahme soll erstmals seit 2008 wieder ein Investitionskredit aufgenommen werden, da die Hälfte der Kosten fremdfinanziert werden muss.

Neben einem Verwaltungs- und Bürogebäude sind eine große Fahrzeug-Halle mit Wasch- und Reparaturmöglichkeiten sowie ein Lager für Materialien geplant. Zur Debatte stand u.a. der Kostenpunkt von rd. 450000 Euro für eine Asphaltschicht auf den 6000 Quadratmeter großen Freiflächen. Dieser Punkt soll ebenso noch überdacht werden wie das geplante Flachdach, die Art der Heizung und die eventuelle Anbringung einer Photovoltaik-Anlage.

In der Bevölkerung wird diese Neubau-Maßnahme und die Höhe der Kosten teilweise kritisch gesehen. Die Alternativen wie u.a. das ehemalige Sägewerk Hesse oder die Fläche neben der Kläranlage seien geprüft, aber nicht realistisch, zumal das Sachtleben-Grundstück der Stadt bereits gehöre, erklärte Bürgermeister Kronauge.

Neu gestalteter Burgplatz wird offiziell eröffnet

Am 5. Mai wird der im letzten Jahr neu gestaltete Burgplatz offiziell eröffnet und zwei neue Skulpturen sowie einige Geschichtstafeln eingeweiht. Die Anwohner des Burgplatzes sorgen mit Getränken für die Beköstigung, die Freilichtbühne hat eine Theaterszene einstudiert, in der es um die Gründung von Hallenberg und die ehemalige Burg geht; außerdem wird die Stadtkapelle spielen. Alle Hallenberger und Gäste sind herzlich dazu eingeladen.

Die Sanierung der Landstraße 617

Die marode, gut 14 Kilometer lange Landstraße zwischen Liesen und Medebach ist in fünf Abschnitte unterteilt worden, weil es so laut Bauamtsleiter Andreas Mause leichter sei, eine Sanierung in Etappen bei der Bezirksregierung zu erreichen als eine Gesamtmaßnahme beim Land. Der Bereich zwischen Hesborn und Medelon hat es beim Regionalrat auf Platz 7 in die unrühmlichen Top Ten der schlechtesten Straßen geschafft. Das könnte bedeuten, dass eine Sanierung näher rücke, es aber sicher noch mindestens fünf Jahre oder länger dauern werde, so Mause. Der mitbeantragte Radweg wurde abgelehnt, deshalb werde jetzt nach alternativen Trassen gesucht, um den Radweg von Liesen nach Medebach zu vervollständigen.

Osternacht in HallenbergOsternacht demnächst ein immaterielles Kulturerbe? Die Osternacht in Hallenberg Foto: Rita Maurer

Aufgrund eines Berichts der Westfalenpost, nach dem Attendorn seine Bräuche des Semmelsegnens und des Osterfeuers als immaterielles Kulturerbe anmelden will, wurde im Rat angeregt, ob nicht auch die seit über 270 Jahren fast unverändert durchgeführte Tradition der Hallenberger Osternacht dafür geeignet sei. Bürgermeister Michael Kronauge berichtete, dass er den Burschenverein als Veranstalter bereits vor einiger Zeit darauf angesprochen hätte, aber auf Ablehnung gestoßen sei. Es soll nun erneut das Gespräch gesucht werden.

Heimatpreis NRW

Das Land NRW stellt den Kommunen Gelder zur Verfügung, um besondere Bürger- und Vereinsmaßnahmen mit dem „Heimatpreis“ zu fördern. Die Stadt Hallenberg lobt diesen Heimatpreis aufgeteilt auf drei Projekte in Höhe von 3000, 1500 und 500 Euro aus. Bis zum 31. August können bereits abgeschlossene oder geplante Maßnahmen bei der Stadt eingereicht werden, die sich durch besonders ehrenamtliches, nachhaltiges Engagement im Stadtgebiet auszeichnen. Nähere Informationen dazu erteilt die Stadt.

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