Kommunalpolitik in Marsberg

Warum die Marsberger Biogasanlage ein dickes Minus schreibt

In der Biogasanlage bei Marsberg sehen die Zahlen schlecht aus.

In der Biogasanlage bei Marsberg sehen die Zahlen schlecht aus.

Foto: Dülme / WP

Marsberg.  Der Jahresabschluss der Stadtwerke Marsberg weist ein dickes Plus aus, der Betrieb der Biogasanlage ein Minus. Welche Konsequenzen folgen.

Die Bilanzsumme für das Jahr 2019 der Stadtwerke Marsberg beträgt 52.21 Mio. Euro (in 2018: 51.3 Mio. Euro) Ein Jahresüberschuss von 695.757 Euro wurde erwirtschaftet (Vorjahr: 607.998 Euro). Davon werden 200.000 Euro an die Stadt abgeführt. Der Betriebsausschuss stellte in seiner Sitzung am Donnerstag den Jahresabschluss 2019 fest. Der Jahresüberschuss setzt sich mit 11.888 Euro aus der Wasserversorgung und 683.868 Euro aus der Abwasserentsorgung zusammen. In 2018 lag der Jahresüberschuss bei 607.998 Euro.

Die Biogasanlage

Aus der Wirtschaftlichkeitsberechnung der Biogasanlage der Stadt für 2019 geht ein Fehlbetrag von 650.494 Euro hervor. In 2018 waren es rund 417.000 Euro. Das Minus von 234.000 Euro wird im Wesentlichen durch einen Rohstoffmangel begründet, bedingt durch anhaltende Trockenheit, die Mindererntemengen verursachte. Daher mussten Teilmengen zu erhöhten Preisen nachgekauft und zusätzlich der Betrieb der Biogasanlage gedrosselt werden. Der soll jetzt auf ein Mindestmaß heruntergefahren werden, so Betriebsausschussvorsitzender Ralf Walfort. Der weniger erzeugte Strom lasse sich dann noch vermarkten.

Die Biogasanlage wird betrieben im Rahmen der „Kooperation zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft“ zur Reduzierung des Nitratgehaltes des im Bereich des Wasserschutzgebietes Marsberg-Vasbeck geförderten Trinkwassers.

Der Bau einer Wasseraufbereitungsanlage (Umkehrosmoseanlage) würde noch zu weit höheren Kosten führen, wie eine Wirtschaftlichkeitsberechnung ergeben hat.

Interkommunale Vereinbarung über Abwasserbeseitigung

Der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung über die Abwasserbeseitigung zwischen der Stadt Diemelstadt und der Stadt Marsberg stimmte der Betriebsausschuss zu. Das in den Stadtteilen Hesperinghausen und Helmighausen der benachbarten hessischen Stadt Diemelstadt wird derzeit noch in der Kläranlage „Kallental“ in Hesperinghausen gereinigt und in die Diemel gegenüber der Kläranlage Marsberg-Mitte eingeleitet. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat die bis 31. Dezember, 2021 befristete Einleitungserlaubnis der Kläranlage nicht verlängert. Die Einleitung in die Diemel ist spätestens Ende 2025 einzustellen. Bis zu diesem Zeitpunkt soll ein Anschluss an die Kläranlage Marsberg-Mitte realisiert werden. Die derzeitige Einleitung wird bis dahin nur geduldet.

Bei der Kläranlage Marsberg-Mitte stehen auch nach dem geplanten Anschluss der Kläranlage Westheim noch ausreichende Kapazitäten für den Anschluss der beiden Diemelstädter Stadtteile mit rund 800 Einwohnern zur Verfügung.

In 2018 wurde das Abwasser von 11.361 (11.304 in 2019) Einwohnern mit Hauptwohnsitz in der Kläranlage Marsberg-Mitte gereinigt. Ausgelegt ist sie für 30.000 Einwohnergleichwerte (EWG). Die durchschnittliche Belastung in 2019 betrug 18.182 EWG. Um die zukünftige Abwasserreinigung und die Abwicklung der entstehenden Kosten vorab vertraglich zu regeln, wird eine öffentlich rechtliche Vereinbarung abgeschlossen. . Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Diemelstadt hat der interkommunalen Vereinbarung bereits im Dezember 2019 zugestimmt.

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