Gericht

Warum ein Olsberger Schlagring und Springmesser dabei hat

Foto: Hendrichs Jürgen

Brilon/Olsberg.   Ein Olsberger handelt sich eine Geldstrafe wegen verbotenen Waffenbesitzes ein. Warum er denn so gefährlich lebe, wollte der Richter wissen.

Warum er denn so gefährlich lebe, wollte Richter Dietmar Härtel von dem 34-Jährigen aus dem Raum Olsberg wissen, der sich am Montag wegen unerlaubten Waffenbesitzes vor dem Amtsgericht Brilon zu verantworten hatte.

Nein, sagte der Angeklagte, das Springmesser und der Schlagring, die Polizeibeamte bei einer Personenkontrolle bei ihm fanden, seien lediglich zur Selbstverteidigung vorgesehen.

Etwa dann, wenn er im Dunkeln zu Fuß von Olsberg in seinen - zugegeben - etliche Kilometer entfernten Wohnort gehe. Er habe nicht vorgehabt, damit irgendjemandem einen Schaden zuzufügen, aber: „Ich nehme doch wahr, was um mich herum passiert!“

Auf Dach eines Supermarktes vier verdächtige Personen

Auf ihn aufmerksam geworden war die Polizei im Rahmen einer Fahndung in Olsberg nach mutmaßlichen Einbrechern. Ein Zeuge hatte auf dem Dach eines Supermarktes vier verdächtige Personen gesehen. Mit im Einsatz: der Diensthundeführer der Polizei. Dabei stießen die Beamten auf den 34-Jährigen und eine weitere Person. Der 34-Jährige hatte einen Rucksack dabei, in dem sich ein Bolzenschneider und eine Dose mit - allerdings nicht besonders hochwertigem - Schmuck befanden. Das kam bei der Verhandlung aber nur am Rande zur Sprache und spielte in diesem Prozess keine Rolle.

Etliche Vorstrafen des Angeklagten

Der Angeklagte betonte, dass er Schlagring und das Springmesser von sich aus freiwillig herausgerückt und auf die Motorhaube des Einsatzwagens gelegt habe. Das konnten die beiden Beamten aber nicht bestätigen. Sie sagten, dass sich die beiden Waffen bei der Kontrolle in der rechten und linken Hosentasche des 34-Jährigen befunden haben.

Ein unbeschriebenes Blatt ist der 34-Jährige nicht. Acht Vorstrafen stehen im Bundeszentralregister für ihn zu Buche, darunter Körperverletzung, Diebstahl, Hehlerei und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Der Zwischenfall in Olsberg fand nur wenige Tage vor einem Gerichtstermin statt, der ihm wegen Diebstahls eine weitere Geldstrafe über 50 Tagessätze einbrachte.

Staatsanwältin Sophie Schlothmann wollte es gleichwohl noch einmal bei einer weiteren Geldstrafe belassen, und zwar von 60 Tagessätzen zu je 10 Euro. Was der ohne Verteidiger zu dem Prozess erschienen arbeitslose Angeklagte in seinem letzten Wort zu einem Deal mit dem Gericht bewog: Da er schon mehrere Geldstrafen abzustottern habe, würde er lieber Sozialstunden nehmen. Darauf ließ sich Richter Härtel jedoch nicht ein und folgte dem Strafantrag der Staatsanwältin. Und er legte dem klammen Angeklagten einen guten Rat drauf: „Es gibt ja auch die Möglichkeit, straffrei zu bleiben.“

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