Gartenserie

Was die Rehe so übrig ließen

Garten der Familie Kraft.

Garten der Familie Kraft.

Foto: Katja Voss

Brilon.  Zum „Finale“ der WP-Gartenserie zeigt Familie Kraft ihr Paradies. Heute ist es soweit: Brilon lädt zum Tag der offenen Gärten, von 14 bis 18 Uhr.

Anfangs waren es die Schnecken, mittlerweile sind es Rehe: im Garten kämpft Gerlinde Kraft gegen so manche Widrigkeit. Eine Sache hat ihr besonders geholfen. Seit 28 Jahren werkelt Gerlinde Kraft zusammen mit ihrem Mann in ihrem Garten - schon das Grundstück ist eine Herausforderung.

Nach der Terrasse geht es steil bergan. Aber nicht nur die Hanglage hat so ihre Tücken. Beim Kauf des Hauses war der Boden voller Steine und überwuchert mit Bodendecker-Pflanzen, die nicht schön waren, aber dafür umso festere Wurzeln hatten.

Steine geben vor, was wo wachsen kann

Die Bodendecker sind fast überall verschwunden, aber viele Steine saßen so fest, dass sie mittlerweile Bestandteil des Gartens sind. „Hier kommt die Blume - das können wir bei uns nicht einfach frei entscheiden“, sagt Gerlinde Kraft. Sie versucht mit Gelassenheit an den Garten heranzugehen. „Wir machen das Beste daraus“, sagt Kraft. In ihrem grünen Reich wächst eine Vielzahl an Pflanzen. „ Dazu gehören Phlox, Sommerflieder, Hortensien, Rittersporn, Pfingstrosen und Fetthenne. Ich habe auch viel geschenkt bekommen.“

Rehe und Rosen vertragen sich nicht

Nur die Rosen haben es wegen der häufigen Besuche von Rehen nicht geschafft. Zäune oder Seile halten die Tiere mit der Vorliebe für zarte, frische Triebe nicht auf. Mittlerweile bringt ein Reh sogar den Nachwuchs mit. „Es zeigt den beiden Rehkitzen, wo es leckere Blumen gibt.“ Gelassenheit und eine Prise Galgenhumor helfen bei den Alltagsproblemen von Hobbygärtnern. Die Aufgaben sind klar verteilt - den Rasen und die Hecke übernimmt ihr Mann, für die Pflege der meisten Beete ist Gerlinde Kraft zuständig.

Verschiedene Figuren verzieren den Garten

„Gartenarbeit macht mir Spaß“, sagt die Brilonerin. Sie kümmert sich auch um die Dekoration - verschiedene Figuren verzieren den Garten. Die leicht abknickenden Gladiolen wachsen durch Obelisken und werden so gestützt. So wird das Nützliche mit dem Praktischen verbunden.

Trotz alle Widrigkeiten genießt sie den Blick auf ihr Werk - am liebsten vom Sitzplatz auf der Terrasse. Durch die Hanglage ergibt sich ein spannender Blick auf die Beete. „Das ist im Sommer unser zweites Wohnzimmer. Dann sind wir viel draußen.“

Heute Tag der offenen Gärten

Der Garten von Gerlinde Kraft und elf weitere Exemplare vom Rosenparadies bis zum Kneippgarten sind heute, Samstag, bei den Offenen Gärten frei für Besucher zugänglich. Von 14 bis 18 Uhr zeigen die Gartenbesitzer ihre grünen Oasen und kommen gern mit Interessierten ins Gespräch. Diese Aktion ist ein Testlauf für die Offenen Gärten während der Hansetage in Brilon im kommenden Jahr.

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