Umwelt

Wasserverlust im Stausee Olsberg gibt Rätsel auf

Nach dem Aufstauen hat der Stausee in Olsberg innerhalb weniger Tage wieder viel Wassern verloren.

Nach dem Aufstauen hat der Stausee in Olsberg innerhalb weniger Tage wieder viel Wassern verloren.

Foto: Sonja Funke

Olsberg.   Nach dem Auffüllen und Aussetzen neuer Fische läuft der Olsberger Stausee wieder fast leer. Über die Ursache wird noch gerätselt.

Ende September ist der Stausee in Olsberg für eine Talsperrenüberprüfung abgestaut und abgefischt worden. Vor drei Wochen wurden das Gewässer wieder aufgefüllt und die Fische eingesetzt. Nun hatte der See innerhalb weniger Tage plötzlich sehr viel Wasser verloren.

In einer E-Mail an die Pächter des Weihers sprachen die Mainzer Stadtwerke, Betreiber des Stausees und des daraus gespeisten Kraftwerks Steinhelle 2, noch von einer neuen zusätzlichen Undichtigkeit.

Suche nach der Ursache

Auf Nachfrage der WP schlossen die Mainzer das allerdings aus, einen Defekt oder Ähnliches gebe es nicht. Eine Ursache könnten die durch das Abstauen herausgespülten Sedimente sein: „Durch die fehlenden Sedimente im unteren Bereich haben wir eine Durchlässigkeit“, erklärt Carsten Weller von den Mainzer Stadtwerken. Ein weiteres Problem sei der fehlende Zufluss aus der Ruhr gewesen: „Wir haben aus der Ruhr überhaupt kein Wasser bekommen.“ Das liege daran, dass zurzeit „generell sehr wenig Wasser“ in dem Fluss sei.

Doch wird noch ein ganz anderer Grund eingebracht: Die Mainzer Stadtwerke hatten auch die Bezirksregierung über den niedrigen Wasserstand informiert, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Dort habe man vermutet, aus der Ruhr werde Wasser entnommen, um die Speicherteiche für die Beschneiung in den Skigebieten aufzufüllen.

Beobachtungen melden

Von der Bezirksregierung heißt es dazu: „Das war ein internes Gespräch, in dem man lediglich über die Sache diskutiert hat – ohne Weisungen unsererseits“, so Christoph Söbbeler, Leiter der Pressestelle. Scheinbar sei das aber „missverständlich angekommen“. Er verwies in dieser Angelegenheit auf die Zuständigkeit des Hochsauerlandkreises.

„Das hätten wir mitbekommen. Uns ist aber nichts bekannt“, sagt HSK-Pressesprecher Martin Reuther. Wenn jemand etwas anderes beobachtet habe, „sollte man sich an uns wenden, damit wir das ahnden können“.

Verstöße werden geahndet

Tatsächlich gibt es im Einzugsgebiet des Olsberger Weihers mehrere Entnahmevorrichtungen zur Speisung von Beschneiungsteichen. Für die Wasserentnahme bestehen jedoch wasserrechtliche Erlaubnisse. Darin ist u.a. geregelt, dass bei Niedrigwasser - wie derzeit vorhanden - eine Entnahme aus den Gewässern nicht zulässig ist. „Die Untere Wasserbehörde kontrolliert die Einhaltung der Regelungen zur Wasserentnahme bei Niedrigwasser. Verstöße gegen diese Regelungen werden konsequent geahndet“, so die Information aus dem Fachdienst Wasserwirtschaft des HSK.

Das durch die Entnahme von Beschneiungswasser beeinflusste Einzugsgebiet im Oberlauf der Ruhr betrage vier Quadratkilometer. Insgesamt weise der Stausee ein Einzugsgebiet von ca. 110 Quadratkilometern auf. Der für eine Entnahme genutzte Bereich liege also bei unter 4 Prozent und habe damit „einen vernachlässigbaren Einfluss auf den Zufluss zum Olsberger Weiher“. Vielmehr sei der seit Monaten unterdurchschnittliche Niederschlag maßgeblich für den Wasserabfall.

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